Die geheime Mission des Kardinals
Rafik Schami

Die geheime Mission des Kardinals

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Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 22.07.2019
  • 432 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26379-6
  • Deutschland: 26,00 €
  • Österreich: 26,80 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-26493-9
  • E-Book Deutschland: 19,99 €

Ein italienischer Kardinal, eine geheime Mission, ein Mord in Damaskus - der spannende neue Roman vom Meistererzähler Rafik Schami

Noch herrscht Friede in Syrien. Die italienische Botschaft in Damaskus bekommt 2010 ein Fass mit Olivenöl angeliefert, darin die Leiche eines Kardinals. Kommissar Barudi will das Verbrechen aufklären; Mancini, ein Kollege aus Rom, unterstützt ihn und wird sein Freund. Auf welcher geheimen Mission war der Kardinal unterwegs? Wie stand er zu dem berühmten Bergheiligen, einem Muslim, der sich auf das Vorbild Jesu beruft? Bei ihrer Ermittlung fallen die beiden Kommissare in die Hände bewaffneter Islamisten. Rafik Schamis neuer Roman erzählt von Glaube und Liebe, Aberglaube und Mord und führt uns tief in die Konflikte der syrischen Gesellschaft und in das berufliche Schicksal und die Liebe eines aufrechten Kommissars.

Rafik Schami

Rafik Schami

Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. 1979 promovierte er im Fach Chemie. Sein umfangreiches Werk wurde in 32 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so u.a. mit dem ...

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Presse

"Dass die Bibel an 72 Stellen zur Gewalt aufruft, und damit mehr als der Koran, lässt sich aus diesem auch sonst sehr einsichtsreichen Krimi über ein Verbrechen in einem verbrecherischen Staat erfahren." Denis Scheck, Tagesspiegel, 15.09.19

"Schami schildert ein Land unter der Knute eines unbarmherzigen Regimes, das seinen Bürgern die Luft zum Atmen und die Fähigkeit zu denken nimmt. Und genau das ist es auch, was seinen Roman so lesenswert macht. ... Es macht Spaß, sich Schamis bedächtigem und manchmal orientalisch-ausuferndem Erzählfluss hinzugeben und den beharrlichen, immer wieder ins Leere laufenden Aufklärungsversuchen der beiden Kommissare zu folgen." Petra Pluwatsch, Frankfurter Rundschau, 13.08.19

"Rafik Schamis neuer Roman ist nur vordergründig ein Krimi. ... Zwischen den Zeilen analysiert der Deutschen liebster Syrer die Mechanismen von Diktatur und wie ein System die Menschen verändert. ... Zwischen sinnfrohe Elogen auf die italienische wie auf die syrische Küche schleichen sich messerscharfe, beklemmende Analysen." Dagmar Gilcher, Die Rheinpfalz, 16.08.19

"Der Meistererzähler Rafik Schami überrascht mit einem unterhaltsamen Krimi über einen seltsamen Heiligen mit Wunderkräften, den Alltag in der uralten Stadt Damaskus vor dem Bürgerkrieg und die Abgründe der Assad-Diktatur." Denis Scheck, Der Tagesspiegel, 11.08.19

"Nicht einfach nur ein spannender Krimi. Schami beschreibt mit Liebe zum Detail die Verhältnisse in Syrien. ... Das farbenprächtige Gesamtbild, das er von syriens Gesellschaft zeichnet, setzt er zum Teil aus den einzelnen Geschichten seiner Romanfiguren zusammen. Er geht bei jedem der wichtigen Charaktere in die Tiefe, erzählt von ihrer Vergangenheit, ihrem Leid und der Liebe." Wieland Schneider, Die Presse, 30.07.19

5 Fragen an …

Rafik Schami

Ein Kardinal wird ermordet und in einem Fass Olivenöl an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert. Zwei Kommissare ermitteln, der Syrer Barudi und der Italiener Mancini. Dennoch ist das eigentlich kein Kriminalroman?
Nein, es ist ein Roman, der in der Zeit kurz vor dem Aufstand in Syrien spielt. Die Gesellschaft ist in einer Krise, erste Risse werden sichtbar. Armut, Diktatur und Angst herrschen, und die Scharlatane haben Hochkonjunktur. Die Ermordung des Kardinals bringt die Strukturen der syrischen Mafia ans Licht. Dabei sind die Ermittlungen durchaus spannend. Die Leser sollen bis kurz vor der Aufdeckung nicht ahnen, wer der Mörder ist. Bis dahin haben sie sehr viel über Land und Leute erfahren, ohne sich dabei zu langweilen. Man könnte vielleicht sagen, es ist ein kriminalistisch grundierter Gesellschaftsroman.

Könnte man Die geheime Mission des Kardinals auch einen Roman über den Aberglauben nennen?
Sicher, wenn man die zwei Wörter „unter anderem“ hinzufügt. So jedenfalls habe ich ihn konzipiert, als einen Roman mit vielen Schichten, und eine davon ist der Aberglaube. Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt, dass sich der Aberglaube in zwei Gesellschaften epidemisch verbreitet: in einer Gesellschaft im Elend (entrechtet, gewalttätig, arm, erstickt durch eine Diktatur) und in einer übersättigten Gesellschaft. Der Aberglaube eroberte bereits das Hirn des frühzeitlichen Menschen, wenn er Naturerscheinungen (Blitz, Donner, Vulkanen etc.) hilflos gegenüberstand und verzweifelt nach einer Erklärung suchte. In einer elenden Gesellschaft suchen die Menschen nach Rettung und finden sie beim Weihrauch der Scharlatane. Aber auch die seelische Leere in einer übersättigten Gesellschaft veranlasst Menschen, nach neuen Reizen zu suchen, einer Befriedigung durch übernatürliche Kräfte. Ich kenne Leute, die, nachdem sie radikale Marxisten gewesen waren, zu Bhagwan gingen und in orangenen Gewändern zurückkamen. Daher wollte ich im Roman eine Brücke zwischen Europa und Syrien schlagen und dabei verschiedene Spielarten des Aberglaubens, hier wie dort, zeigen.

Welche Rolle spielen die Wunderheiler im Roman?
Eine große Rolle. Es gibt ja wirkliche Heiler, aber das sind nur wenige. Auf der anderen Seite stehen die Betrüger, die mit Taschenspielertricks arbeiten. Sie lassen Olivenöl (dritte oder vierte Pressung) aus heiligen Bildern fließen und fügen sich künstliche Stigmata an Händen, Füßen und Stirn zu, um zu beweisen, dass sie in Kontakt mit Jesus oder Maria stehen – als wäre Jesus ein Sadist, der erst in Kontakt mit Menschen tritt, nachdem er sie schrecklich gequält hat. Wenn aber ein Mensch in der Tat über Kräfte verfügt, mit denen er heilen kann, kommt oft die nächste Phase, dass seine Anhänger ihn für heilig halten … und das ist gefährlich.

Kommissar Barudi nimmt immer wieder Zuflucht zu seinem Tagebuch. Warum?
Das ist eine weitere wichtige Schicht dieses Romans. Kommissar Barudi steht kurz vor der Pensionierung und will mit Leidenschaft die Ermordung des Kardinals aufklären, weil er sich als echter Damaszener schämt, dass ein Gast umgebracht wurde. Er hat schon vor Jahren – nach einer gesundheitlichen Krise und auf Anraten seines Arztes – angefangen, Tagebuch zu schreiben, da er niemand anderem seinen Kummer anvertrauen kann. Fünfzehn Geheimdienste horchen die Menschen aus. Barudi ist unpolitisch, aber er kann das Regime nicht ausstehen. Dieses Tagebuch zeigt den Werdegang eines Menschen, der Hölle und Paradies durchlebt hat, und lässt uns an seinen Geheimnissen teilhaben. Dadurch kommt er uns mit all seinen Schwächen, Liebschaften, großen Enttäuschungen und Fehlern sehr nahe.

Welche Rolle spielen die Frauen in diesem Roman?
Wie in allen meinen Romanen spielen die Frauen eine große Rolle, weil ich bereits als Kind verstanden habe, dass Frauen und Männer gleich wichtig sind. Anders als in meinem Roman Sophia aber, in dem zwei starke Frauen die Hauptrolle spielen, sind es hier zwei Männer, die beiden Kommissare. Die Frauen tauchen an vielen Stellen auf und agieren sehr unterschiedlich: Da gibt es die heilige Maria, die Heilerin Dumia, Barudis verstorbene Frau Basma, eine Telekommunikationsexpertin, und mehrere misshandelte Frauen in der Nachbarschaft des Kommissars. Außerdem ist da die Chefsekretärin, die alle Männer auf der Polizeiwache wie eine Mutter achten. Und nicht zuletzt die neue Liebe des alten Kommissars, Nariman, eine kluge und mutige Frau, die sich von ihrem Mann trennte, weil er sie gedemütigt hat, und sich nun in Lebensgefahr begibt, als sie beschließt, einen Christen nicht nur zu lieben, sondern auch mit ihm zusammenzuleben.

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