Das Feld

Das Feld

Robert Seethaler

Was bleibt von einem Leben? Eine Geschichte oder die Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl? Nach „Ein ganzes Leben" der neue Roman von Robert Seethaler.

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.


Über den Autor

Robert Seethaler

Robert Seethaler

Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane "Der Trafikant" (2012) und "Ein ganzes Leben" (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. 2018 ist ...

Mehr über den Autor

Weitere Bücher von Robert Seethaler

Alle Bücher von Robert Seethaler

Weitere Empfehlungen für Sie

Das Feld

Presse

"Ein typischer Seethaler-Satz, ruhig und tief wie ein Bergsee, schlank und doch massiv wie ein Berg."
Barbara Weitzel, Welt am Sonntag, 10.06.2018

"Das alles ist so wunderbar arrangiert, … dass man mit dem Lesen eigentlich gar nicht mehr aufhören möchte, dass man traurig ist, zum Schluss zu kommen. … Das was er beherrscht wie wenig andere Autoren in der deutschen Literaturgeschichte, ist, allen seinen Figuren eine ganz tiefe Würde zu verschaffen."
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2018

"In 'Das Feld‘ wird ein ganzes Gefüge in den Blick genommen, lauter Leben, um die es sämtlich leise geblieben wäre, hätte sich nicht Seethalers Phantasie und Kompositionsgeschick ihrer angenommen. … Diese Liebe Seethalers zu seinen Figuren wiederum berührt. … Die Lektüre von ‚Das Feld‘ wünscht man sich länger, so viel länger." Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2018

"Die Prosa der Paulstädter Toten ist von Einfachheit und karger Schönheit … . In dieser Kargheit liegt die Stärke des Buches und seines Autors … Robert Seethaler ist ein Meister des unheroischen Erzählens. … Auch dem neuen Roman bekommt die deeskalierende Unaufgeregtheit ausgesprochen gut. … In ihren besten Momenten erinnert Robert Seethalers Erzählung von der sanften Schönheit des Scheiterns an den Literaturheiligen Robert Walser." Iris Radisch, DIE ZEIT, 07.06.2018

"Da steckt sehr viel Gefühl darin, aber Robert Seethaler schafft es, das in eine Form zu bringen, die eben gar nicht so gefühlig oder gar pathetisch ist, sondern eher im Gegenteil, das ist ja sehr einfach im besten Sinne, wie er schreibt." Andrea Gerk, Deutschlandfunk Kultur, 07.06

"Wer die Bücher von Seethaler kennt, der weiß, danach fühlt man sich auf eine poetische Weise immer ein kleines bisschen lebendiger … Das ist natürlich sehr treffend erkannt von Seethaler: Es gibt einzelne Erlebnisse, einzelne Erfahrungen, die jeder Mensch macht und die ein Leben dauerhaft prägen. Was ihm auch großartig gelingt: Er findet für jedes Leben, jeden Menschen einen anderen Ton … Das sind tolle Kunstgriffe, aber auch viel Lebensweisheit." Thomas Böhm, radio eins, 07.06.18

"Thema sind die Lebensgeschichten, die Erinnerungen, die Bilanzen und Beichten, Erfahrungen, Enttäuschungen und Gewissheiten – über den Tod hinaus. Ihnen widmet Seethaler seine literarische Kunst, die immer wieder aus Beiläufigkeiten Bedeutung entstehen lässt … Robert Seethaler inszeniert einen sich entwickelnden wunderbaren Roman über das Leben, wie es sein oder gewesen sein könnte. In Paulstadt oder anderswo." Stephan Lohr, SPIEGEL online, 04.06.18

"Seethalers Sprache wirkt bedächtig, Worte wie Murmeln vom Boden aufhebend und alle Rückseiten betrachtend." Annemarie Stoltenberg, NDR, 04.06.18

"'Das Feld‘ ‘ ist ein in seiner Vielstimmigkeit riskantes Buch. Es ist nicht leicht zu lesen, auch wenn es aus einfachen Sätzen und überschaubaren Geschichten besteht. Das liegt an der Konstruktion, in der sich die Zusammenhänge erst nach und nach ergeben. Ist man aber erst einmal darin angekommen, trägt allein der poetische Ton, den Seethaler findet, seine Sanftheit, seine Gelassenheit und die stille Schönheit des gelebten Lebens. Und für jede Figur findet er eine eigene Sprache." Jörg Magenau, Deutschlandfunk Kultur, 04.06.18

"Robert Seethaler ist der große Zimmermann der deutschsprachigen Literatur." Philipp Haibach, Die Welt, 03.06.18

"Robert Seethalers Beobachtungsgabe ist auch eine Erfindungsgabe. In 'Das Feld' denkt er sich einige ganz schön abenteuerliche Dinge aus, in den kleinen Leben stecken große Geschichten, und von Paulstadt gibt es Verbindungen in alle Welt." Bert Rebhandl, Der Standard, 02.06.18

"Dieser leise Autor kann Stille und das Ende beschreiben, wie niemand sonst ... Seethaler ist ein Meister der unsentimentalen Einfachheit, des Augenblicks, des Ephemeren, alles schwebt, alles ist leicht, auch das Schwere, und alles geht zu Ende, irgendwann, irgendwie, und dazwischen leben wir unsere Leben.“ Elke Heidenreich, Focus, 02.06.18

"So einfach sich dieser Roman darstellt, schüchtern fast: ich bin ja nichts Besonderes. So schön ist dieses Netz gestrickt worden, das über die Menschheit geworfen wird." Peter Pisa, Kurier, 02.06.18

"Formvollendet. Mit seiner schnörkellosen, poetischen Sprache schafft Seethaler es, jedem Lebensentwurf seine Berechtigung zu geben. Verlust, Liebe, Hoffnung und Einsamkeit – die Emotionen der Menschen so unpathetisch präzise zu beschreiben ist große Kunst, die Seethaler mit seinem genauen Blick meisterhaft beherrscht." ZDF Aspekte, 01.06.18

5 Fragen an …

Robert Seethaler

Das Feld ist ein Roman, in dem die Toten einer kleinen Stadt, Paulstadt, auf ihr Leben blicken. Und ihre Geschichten fügen sich zusammen zu einem großen Bild menschlicher Existenz. Woher kam diese Idee, die Toten erzählen zu lassen?
Die Rückschau auf das Leben hat mich schon immer interessiert. Was bleibt davon? Was bleibt von einem Menschen? Was wird aus seinen Erinnerungen? Schon in meinem letzten Roman geht es um nichts Anderes. Vor über dreißig Jahren kam mir The Spoon River Anthology aus dem Jahr 1915 in die Hände. Darin lässt der Amerikaner Edgar Lee Masters fast dreihundert Tote in kurzen Gedichten von ihrem Leben erzählen. Etwas Ähnliches wollte ich auch machen. Auf meine Art.

Wenn wir tatsächlich nach dem Tod auf unser Leben zurückschauen könnten – Was würden wir begreifen, was wir als Lebende nicht sehen?
Vielleicht dies: Die Fülle eines Lebens hängt nicht von Erlebnissen ab, sondern vom Erleben. Allerdings bin ich nicht sicher, ob man überhaupt etwas begreifen würde. Man begreift ja meist nur, was man begreifen möchte. Niemand kennt den Tod. Er ist wie eine Leinwand – alles, was wir darauf projizieren sind bloß Vorstellungen vom Leben – von einem „Leben nach dem Tod“. Man kann vom Tod nur erzählen, wenn man vom Leben erzählt. Wir haben nichts Anderes.

In Ein ganzes Leben haben Sie ein Menschenleben auf knapp 160 Seiten erzählt. In Das Feld sind es fast dreißig Leben auf nur wenig mehr Seiten. Wie kommt man dem Essenziellen des Lebens auf die Spur?
Vielleicht Hinwendung zum Augenblick? Ich weiß es nicht. Vor allem ist es Arbeit. Früher habe ich gesagt, wie Holzschnitzen, das Unnötige muss weg. Aber das ist natürlich auch Unsinn. Ein Baum muss erst mal viele Jahre wachsen, ehe man sein Holz schnitzen kann. Außerdem: was ist schon unnötig? Und so etwas wie eine Essenz des Lebens gibt es ohnehin nicht. Jedes Leben ist anders. Und keines kann auf eine „Essenz“ runtergekocht werden. Das wäre ja auch schade. Es wäre, als würde man ein wunderbares Gericht so lange reduzieren, bis nichts weiter bleibt als seine Bestandteile (Salz, Eiweiß, Kohlenhydrate usw.) – wer will das schon?

Es ist ein Buch voller unterschiedlicher Geschichten, wie das Leben selbst. Doch dann passiert noch etwas Anderes, zwischen den Figuren, etwas fast Magisches, das schwer zu beschreiben ist – und am Ende ist es tatsächlich so, als würde uns eine Stadt ihre Geschichten zuflüstern. Können Sie beschreiben, was da geschieht?
Das kann ich nicht. Es ist wie ein gutes Gespräch, es lässt sich nicht planen und kaum nacherzählen. Vieles beim Schreiben mache ich intuitiv. Wenn ich über die Schritte, die hinter mir liegen, zu viel nachdächte, würde ich nicht mehr nach vorne schauen und ständig stolpern.

Wo finden wir Robert Seethaler in diesem Buch? Wie sehr sind Sie in Paulstadt zuhause?
Ich irre oder laufe oder schlendere in meinen Geschichten herum, so wie ich es auch draußen mache. Wirklich zuhause fühle ich mich aber kaum jemals. Ich schreibe und lebe immer einer Sehnsucht hinterher. Doch Sehnsüchte bleiben immer rätselhaft. Sobald man sich ihnen nähert oder sie sogar erfüllt, lösen sie sich auf.

Termine

Robert Seethaler: "Das Feld" Moderation: Karin Nowak | Zur Veranstaltungs-Website

Ravensburg
Schwörsaal im Waaghaus,
Marienpl. 28,
88212 Ravensburg

Robert Seethaler: "Das Feld" Einführung von Friedhelm Marx | Zur Veranstaltungs-Website

München
Literaturhaus,
Salvatorplatz 1,
80333 München

Robert Seethaler: "Das Feld" | Zur Veranstaltungs-Website

Wien
O-Töne Literaturfest im Museumsquartier Wien

Alle Termine zum Buch
Alle Termine

Leseproben

Ihr Kommentar

* Diese Angaben sind verpflichtend