Underground Railroad

Underground Railroad

Colson Whitehead

Colson Whiteheads Bestseller über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Amerikas – ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2017

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.


Über den Autor

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Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s ...

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Presse

"Das Buch eines dichtenden Träumers, der mit literarischen Mitteln zeigt, wie albtraumhaft und surreal die Erfahrung von Sklaverei war." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.17

"Whitehead zeigt die Mythen gewordenen Geschichten der Underground Railroad und die historischen Fakten der Sklaverei schnörkellos , als könne jeder komplizierte, erzählerische Trick ihre Wirkung nur schmälern. Der in den USA nach wie vor herrschende, offene und institutionelle Rassismus ist zur erzählten Welt des Romans geronnen. Das Buch für die USA der Gegenwart." Nicolas Freund, Süddeutsche Zeitung, 02.11.17

"Für den Leser geht es, immer wieder grausam anzusehen, rückwärts in die dunkle Zeit der USA, die bis heute nachwirkt, im Trump-Amerika – und auch deshalb ist dieser so brillant gebaute und klar geschriebene Roman ein Schlüsselwerk dieser Tage des Zweifelns und des Zorns." Georg Diez, Literatur Spiegel, Oktober 2017

"Es ist der große Roman über die Sklaverei in Amerika, aber er ist auch mehr als das … Eine historisch akribische Aufarbeitung … Ich kann mir niemanden vorstellen, der ungerührt aus dieser Lektüre herauskommt." Martin Ebel, SRF Literaturclub, 05.09.17

"Das Wissen über die Sklaverei, das Colson Whitehead einem aufbürdet, verändert einen." Rüdiger Safranski, SRF Literaturclub, 05.09.17

"Atemberaubend vermischt Colson Whitehead Fakten und Fiktion der Sklavenflucht." Berthold Seewald, Welt am Sonntag, 03.09.17

"Mit 'Underground Railroad' ist Whitehead etwas Großes gelungen: literarisch zu verdichten, wie die Folgen der Sklaverei Amerika bis heute zerreißen. Ein Roadmovie in die amerikanische Finsternis." Brigitte Kleine, ARD titel, thesen, temperamente, 27.08.17

"'Underground Railroad' ist der Roman für diesen Moment, es ist das Buch, um den andauernden amerikanischen Bürgerkrieg zu verstehen, Trump und Charlottesville und die ökonomische und emotionale Versklavung der Schwarzen, die doppelte und dreifache Schuld der Weißen … Whitehead gelingt in diesem Buch das Besondere, er verbindet die Klarheit einer sehr gegenwärtigen Sprache mit der Vergangenheit, die er greifbar macht, verständlich und damit auch politisch zugänglich." Georg Diez, DER SPIEGEL, 35/2017

"Der historische Roman ist hochaktuell. Nur vor dem Hintergrund, der Sklaverei lässt sich der heutige Rassismus wirklich verstehen, der sich über Generationen eingeschrieben hat ins Erbgut der weißen wie der schwarzen Amerikaner. Und wohl nur dann überwunden werden kann, wenn man sich traut, dem Damals wie dem Heute ins brutale und ins gebrochene Auge zu schauen.Wie Colson Whitehead es tut." Gabriele von Arnim, Deutschlandfunk Kultur, 23.08.17

"Colson Whitehead will eine andere Perspektive auf die Geschichte der Sklaverei eröffnen, die bislang vor allem von Weißen geschrieben wurde. Mit 'Underground Railroad' ist ihm das auf fulminante Art gelungen." Christian Schröder, Der Tagesspiegel, 22.08.17

"Der Roman erzählt derart berührend intensiv von jenen Wurzeln, aus denen das Ausmaß des verhärteten Rassismus in den USA heute wuchs, dass danach alles, was unter Trump an die Oberfläche kochte, klarer verortet werden kann … Absolut unverzichtbar, um den Horror des Vorgestern zu fassen zu bekommen, und somit zu begreifen, wie dünn die Tünche ist in der Gegenwart." Anne Haeming, SPIEGEL online, 22.08.17

"Whiteheads Stärken liegen in der Formulierungskunst, die Ungeheuerliches immer wieder in einzelnen Sätzen verdichtet. In der Lakonie, die das Schreckliche verdichtet, in der Üppigkeit, die das Schöne ausmalt – Letzteres meist nur in der Vorstellung, im Traum. Sie liegen in der Struktur des Romans, der Porträt- mit Staatenkapitel wechselt, der Road Novel mit Verfolgungsjagd und Stationendrama kombiniert." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 21.08.17

"Wie oft war die Rede von der 'Great American Novel', die angeblich niemand mehr zu schreiben imstande sei, weil es zu kompliziert sein, Geschichte und Gegenwart in eins zu setzen und zu fiktionalisieren. 'Underground Railroad' ist nichts weniger als ein Meisterwerk, ein Roman, dessen historische Implikationen natürlich Schatten auf heute werfen." Julian Weber, Die Tageszeitung, 21.08.17

"'Underground Railroad' ist eindeutig große Literatur, die ins Jetzt hineinragt: Wer verstehen will, wie es zu Auswüchsen wie jüngst in Charlottesville kommen konnte, greife zu diesem Buch." Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau, 21.08.17

"Ein überwältigender Roman … Die Geschichte der Sklaverei ist nicht abgeschlossen. Ihre Folgen durchziehen bis heute den amerikanischen Alltag. So muss man dieses Buch lesen, das Erzählungen, Erfahrungen und Erinnerungen aus dreieinhalb Jahrhunderten in sich aufgenommen hat und als neue, alle Spuren berührende und zusammenführende Geschichte vor uns steht, als The Great American Novel." Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 20.08.17

"Der enorme Erfolg – in seltener Einmütigkeit bei Kritikern und Publikum –, hat mit der literarischen Qualität so viel zu tun wie mit der Aktualität des Themas. In der Sklaverei von einst liegt die Wurzel des Rassismus von heute." Susanne Kippenberger, Der Tagesspiegel, 20.08.17

"Der Roman gehört in seiner Schonungslosigkeit zu den wichtigsten Büchern der vergangenen Jahre aus Amerika. Und zählt zugleich zu den erfolgreichsten. Will man etwas über dieses Land erfahren, die tief- und untergründigen Strömungen begreifen, muss man ihn lesen." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.17

"Kritiker, Juroren und Leser sind sich ausnahmsweise mal einig. Der Siegeszug dieser literarischen Untergrundbahn wird sich auch hierzulande fortsetzen, weil Colson Whitehead ein anspruchsvolles und gleichsam leicht verständliches Manifest für die Menschlichkeit geschrieben hat." Carsten Otte, SWR2, 11.08.17

"Dieser Roman, mit dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet, haut einen um." Brigitte women, 09/17

"'Underground Railroad' ist die Ungeheuerlichkeit eines fantastischen Sklavenromans … Dieser fantastische Kniff macht die Konzentration auf einen psychologischen Realismus erst möglich, der Wut, Angst und Traumatisierung der Geflohenen genauso einbegreift wie die Panik der Jäger." Wieland Freund, Die Welt, 15.04.17

"Wer wirklich die Geschichte dieses zerrissenen Landes bis hin zu den Exzessen von Charlottesville verstehen will, muss das Buch lesen."
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.17

Für Lesekreise

Sie möchten in Ihrem Lesekreis über “Underground Railroad” diskutieren? Colson Whiteheads Lektor Piero Salabè hat Zusatzmaterialien speziell für Lesekreise zusammengestellt, die Sie sich über diesen Link bequem als PDF herunterladen und ausdrucken können.

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5 Fragen an …

Colson Whitehead

Sie erzählen die Odyssee von Cora, einer jungen Sklavin, die der unmenschlichen Schinderei auf einer Baumwollplantage in Georgia entkommt – mithilfe der Underground Railroad, jenem historischen Fluchtnetwerk für Sklaven, das in Ihrem Roman als unterirdisches Geflecht aus Schienen, Eisenbahnen und Stationswärtern phantastisch konkrete Gestalt annimmt. Wie viel von Coras Geschichte steht in der Tradition des Slave narrative – und wie viel davon ist reine Fiktion?
Slave narratives sind Non-Fiction, Erfahrungsberichte ehemaliger Sklaven. Zeitgenössische Literatur über Sklaverei nennen wir normalerweise Neo-Slave Narrative, soweit ich das beurteilen kann, allerdings bin ich auch nicht an solchen Etiketten interessiert. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, den Roman in irgendeine Schublade zu stecken, das machen ja schon andere – ich schreibe nur. “Underground Railroad” ist kein historischer Roman; mein Motto lautete, “Halte dich nicht an Tatsachen, sondern an die Wahrheit”. Wenn das Buch den Verständnishorizont des Lesers, was verschiedene Aspekte der Sklaverei und der amerikanischen Geschichte angeht, erweitern kann – das ist es doch, wo-rauf es ankommt.
Tatsächlich bezog sich meine Recherche vor allem auf Slave narratives – die berühmten wie Frederick Douglass und Harriet Ann Jacobs – und mündliche Überlieferungen ehemaliger Sklaven, die die Regierung in den 1930er Jahren gesammelt hatte. Die Tuskegee-Syphilis-Studie wurde nicht 1850 durchgeführt – aber welche Haltung gegenüber dem schwarzen Körper lässt sie in jenem Jahr erkennen? Das historische North Carolina hatte nicht so repressive Gesetze wie das North Carolina im Buch – aber was, wenn wir die Geschichte der Jim Crow Laws nehmen, die Genozidpläne der Nazis und die Lynchjustiz, um daraus einen Staat zu schaffen, wo diese Dinge konsequent zu Ende gedacht werden?

Auf der Suche nach Freiheit irrt Cora kreuz und quer durch die Südstaaten, von South Carolina bis nach Indiana und darüber hinaus, wobei jeder Staat andere Möglichkeiten, andere Gefahren bereithält – eine weitere phantastische Wendung Ihres Romans, der mit jedem Kapitel, mit jeder Station der Underground Railroad, die dunklen Seiten der amerikanischen Geschichte zu einer Art Collage verarbeitet. Geht der American Dream im Kern auf die Sklaverei zurück?
Natürlich handelt es sich bei der Sklaverei um einen unserer fundamentalen Irrtümer; ein Fehler, der tief im kulturellen Code verwurzelt ist. Manche bezeichnen die Sklaverei als Erbsünde Amerikas, aber diese zweifelhafte Ehre gebührt wohl eher der Enteignung und Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner. Ich bin froh, dass die Struktur des Romans es mir ermöglicht hat, beide dieser “Sünden” – und darüber hinaus noch vieles andere – zu thematisieren.

Cora ist – nach heutigen Begriffen – im Teenageralter. Weshalb haben Sie sich gerade für diese junge Heldin und ihre Perspektive entschieden?
Harriet Ann Jacobs’ Erlebnisse aus dem Leben eines Sklavenmädchens war eines der ersten Slave narratives, die ich gelesen habe. Sie lief ihrem Besitzer weg und lebte sieben Jahre auf einem Dachboden, bevor sie einen sicheren Fluchtweg aus North Carolina fand. Ihre Zeit auf dem Dachboden inspirierte mich teilweise zu dem North-Carolina-Kapitel im Buch und ermöglichte es mir, das historische Spiel dieses Kapitels zu inszenieren, indem ich Jacobson mit Anne Frank verknüpfte, die Unterdrückung der Schwarzen in den USA mit der Verfolgung der Juden unter den Nationalsozialisten. Jacobs schreibt über den spezifischen Horror weiblicher Sklaverei – mehr Sklaven zu produzieren, die mehr Baumwolle pflücken können, um ihre Herren noch reicher zu machen –, ein Thema, das ich ebenso erkunden wollte wie die Mutter-Tochter-Beziehung im Roman, etwas, das ich vorher noch nicht ausprobiert hatte. Außerdem hatte ich vorher schon eine Reihe männlicher Hauptfiguren, manchmal muss ein wenig Abwechslung sein!

Mit “Underground Railroad” haben Sie gewaltige Erfolge gefeiert, sowohl bei den Kritikern als auch bei den Lesern. Welche Reaktion auf das Buch hat Sie am meisten überrascht?
Ganz am Anfang, als das Buch gerade erschienen war, sagte eine ältere weiße Dame, dass es sie mitfühlender gemacht habe. Was vielleicht nicht überraschend ist, aber schön zu hören. Wir können alle mehr Mitgefühl brauchen.

Geschrieben haben Sie “Underground Railroad” während Barack Obamas Amtszeit; könnte man sagen, es ist ein Buch der Hoffnung? Hätte sich mit dem Wissen um gegenwärtige Entwicklungen etwas geändert?
Warum sonst sollte sich Cora auf eine so gefahrvolle Reise begeben, wenn sie sich nicht von der Hoffnung leiten ließe? Was bliebe uns ohne die Hoffnung darauf, dass irgendwo ein sicherer Hafen existiert? Sowohl für die Obama- als auch für die Post-Obama-Ära gilt: immer, wenn man über den Rassismus der Vergangenheit schreibt, schreibt man auch über den Rassismus der Gegenwart. Genauso verhält es sich auch mit dem weißen Nationalismus. Donald Trumps Wahl – unter anderem – ist ein Symptom für das Wiedererstarken des weißen Nationalismus, der die amerikanische Geschichte bis heute tief geprägt hat.

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