Stefan Zweigs brennendes Geheimnis

Stefan Zweigs brennendes Geheimnis

Ulrich Weinzierl

Ein intimes Charakterporträt des "Psychologen aus Leidenschaft" – Leben und Werk Stefan Zweigs in neuem Licht.

Wer war, wer ist Stefan Zweig? Ulrich Weinzierl, ein Kenner der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts, zeigt den melancholischen Zeitzeugen der „Welt von Gestern“ ganz privat: Wie schaffte es Friderike Maria von Winternitz, aus dem passionierten Junggesellen einen Ehemann zu machen? War der Verfasser der Novelle „Verwirrung der Gefühle“ in Wahrheit ein verklemmter Homosexueller, und was war das „brennende“ Geheimnis seines Lebens? Lauter heikle Fragen und der Versuch einer Antwort. Eine intime Biografie des Schriftstellers und „Psychologen aus Leidenschaft“, eine Geschichte seiner Freundschaften – von Sigmund Freud bis Klaus Mann – und eine Geschichte des Verrats.


Über den Autor

Ulrich Weinzierl

Ulrich Weinzierl

Ulrich Weinzierl wurde 1954 in Wien geboren, studierte Germanistik und berichtete zwischen Mitte der achtziger Jahre bis 2013 als Feuilletonkorrespondent zuerst für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und seit 2000 für die Welt aus ...

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Presse

„Ulrich Weinzierl öffnet mit seiner akribischen Recherche dem Zweig-Leser eine überraschende und etwas schockierende Welt." Volker Weidermann, Der Spiegel, 19.09.15

„Lesenswert ist diese Studie, die der Person Zweig unerfreuliche Facetten hinzufügt, sein Werk aber um nichts schmälert.“ Stefan Gmünder, Der Standard, 30.09.15

„Ein gelehrter und glänzend geschriebener Figurenreigen, eine fulminante Studie.“ Andreas Isenschmid, DIE ZEIT, 01.10.15

5 Fragen an …

Ulrich Weinzierl

Was war der Anstoß für Ihr neues Buch?
Im Sommer 2012 fragte mich der Leiter des Salzburger Stefan Zweig Centre, Klemens Renoldner, ob ich nicht Lust hätte, für einen Sammelband einen Essay über Zweigs Memoiren „Die Welt von Gestern“ zu schreiben. Ich hatte Lust und Zeit und habe mich wieder in die Literatur von und über Zweig eingearbeitet. Dabei ergaben sich Fragen in Bezug auf sein Privat-, sein Sexualleben. Niemand, auch die Experten nicht, vermochten mir befriedigende Antworten zu geben. So musste ich auf eigene Faust die Lösung der Rätsel finden, das Geheimnis des Menschen Stefan Zweig zu ergründen versuchen.

Stefan Zweigs Werke wurden und werden weltweit mit anhaltender Begeisterung gelesen. Was ist das Faszinierende an ihnen?
Er war ein Menschenbeobachter und -kenner von Graden, konnte sich auch und gerade in historische Gestalten einfühlen wie kein Zweiter. In seinen Texten beherrscht er virtuos die Technik dramatischer Zuspitzung, er ist ein Hochdramatiker des Erzählens. Leser in aller Welt werden bis heute gepackt, in seine Geschichten gleichsam hineingerissen. Und er war der erste bewusste und engagierte Europäer der deutschsprachigen Literatur.

Zweig selbst wurde sowohl als „Glückskind des Lebens“ bezeichnet als auch als „gebrochene Existenz“. Ein von Ihnen 1992 herausgegebener Sammelband trug den Titel „Triumpf und Tragik“. Wie lässt sich dieser Zwiespalt erklären?
Stefan Zweig gehörte zu den erfolgreichsten Schriftstellern seiner Epoche, alles schien ihm von Anfang an in den Schoß zu fallen: Ruhm ebenso wie Geld, das er eigentlich gar nicht brauchte – seine Familie war reich, sehr reich. Zweig wurde von vielen Kollegen beneidet, ja verachtet, obwohl er unter Literaten der großzügigste, ein selbstloser Helfer war. Kein angenehmes Schicksal. Die Tragödie seines Lebens aber ist der Untergang Österreichs 1938 gewesen, seiner „Welt von Gestern“ – als Jude verfemt und verfolgt zu sein, ein Flüchtling unter unzähligen anderen. Er war – innerlich und in politischen Dingen – ein Zauderer, ein Zerrissener. Ein rastloser Weltbürger, der erst im selbst herbeigeführten Tod Ruhe fand.

Warum haben gerade Stefan Zweigs Leben und Werk Sie über Jahrzehnte beschäftigt?
Gerade diese Ambivalenz seiner Existenz fasziniert bis heute. Ich bin nach Jahrzehnten zu Zweig zurückgekehrt, weil er mich nie ganz losgelassen hat.

Wie recherchiert man über einen Schriftsteller, über den angeblich schon alles gesagt ist?
Lesen, nicht verstehen. Nochmals lesen, nicht verstehen. Abermals lesen, etwas ahnen. Bei der letzten Lektüre, wenn man lange Übersehenes, Verdrängtes dechiffrieren kann, plötzlich verstehen. Indizien aus verschiedensten Zeugnissen in mehreren Sprachen zusammentragen: In der Zusammenschau ergibt sich ein Bild, jenes Bild, das manches in Zweigs Wesen und Werk besser verständlich macht.

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