Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal
Raoul Schrott

Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal

Erscheinungsdatum: 19.08.2019

Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • 304 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26380-2
  • Deutschland: 25,00 €
  • Österreich: 25,70 €

Was für ein Abenteuer! Der Hannes aus Aachen kam als erster einmal ganz um die Welt. Vor 500 Jahren brach er mit Magellans Flotte zu den Gewürzinseln auf. Und damit ins völlig Ungewisse. Meutereien. Schiffbrüche. Kämpfe, Menschenfresserei – nur um an Nelken zu kommen. Am Ende kehrte bloß ein einziges Schiff zurück. Nur 18 Seeleute überlebten, unter ihnen „Juan Aleman“. Dass er noch ein zweites und sogar drittes Mal zur Weltumsegelung aufbrach, ist alles, was man von ihm weiß. Raoul Schrott ist dieser Nebenfigur der Weltgeschichte hinterhergereist: Schwelgerisch und voll geradezu fühlbarer Details schenkt er seinem Simplicissimus auf hoher See ein ganzes Leben.

Raoul Schrott

Raoul Schrott

Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel- und den Joseph-Breitbach-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. Homers Heimat (2008) und seine Übertragung der Ilias (2008), Gehirn und ...

Mehr über Raoul Schrott

Weitere Bücher von Raoul Schrott

Alle Bücher von Raoul Schrott

Weitere Empfehlungen für Sie

Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal

5 Fragen an …

Raoul Schrott

Herr Schrott, vor genau 500 Jahren, im Herbst 1519, brach Magellans Flotte zu der Fahrt auf, die zur ersten Weltumsegelung wurde. Warum ist die Erinnerung an dieses Ereignis wichtig?
Einerseits, weil mit Magellans Weltumsegelung die Globalisierung und der Welthandel begann – denn die Expedition fand ja nur statt, um an das „ostinidische Gold“ der Nelken und Muskatnüsse auf den Molukken heranzukommen. Andererseits, weil damit die Welt nun wirklich ausgemessen und in Besitz genommen wurde: eine Entdeckung ihrer, die erst vor wenigen Jahrzehnten wirklich abgeschlossen war.

Ihre Geschichte des Windes erzählt von der damalige Zeit aus der Perspektive eines einfachen Kanoniers: des Hannes aus Aachen, der bei gleich drei Weltumsegelungen dabei war. Wer war dieser Mann, wie sind Sie auf ihn gestoßen?
Man weiß nur dank der Buchhalter seinen Namen, seinen Beruf, seine Herkunft und an welchen Expeditionen er teilgenommen hat – ohne jemals dafür auch nur seine Heuer zu erhalten! Umso reizvoller war es, diese Expeditionen einmal nicht aus der Heldenperspektive der hohen Herren zu betrachten, welche die Missionen anführten, sondern all ihre Fährnisse, Irrungen und Wirrungen samt der inneren und äußeren Konflikte von unten her zu schildern: aus dem Blickwinkel eines Simplicissimus. Der wie jener des Grimmelshausen zwar schelmisch ist, aber dabei allmählich klüger wird – wenn auch nicht eremitenhaft weise.

Manchmal denkt man bei Ihrem Roman, man habe wirklich eine Schiffschronik aus vergangener Zeit aufgeschlagen. War das leicht oder schwierig, diesen wilden, eigenen, barocken Erzählton zu finden?
Es war das reinste Vergnügen! Und es tat mir leid, irgendwann dann doch am Ende des Romans angekommen zu sein … Beim Schreiben tauchte die Lust an den pikaresken Romanen ebenso wieder auf, die ich in meiner Jugend gelesen habe – vom Lazarillo de Tormes über Gil Blas bis zu dem von H. C. Artmann wiederentdeckten Johann Beer –, wie die Lust an der Sprache der beschriebenen Epoche, ihren Gestelztheiten und Ungehobeltheiten samt alldem, was der Volksmund damals hervorbrachte an Redensarten. Das alles ging mir irgendwann geradezu von den Lippen …

Ist denn alles wahr, was Sie da schreiben?
Natürlich! Es ist doch immer alles so, wie es im Buche steht.

Und auch historisch dokumentiert?
Nachprüfbar ist jedenfalls die Chronik der Ereignisse, die auf den drei ersten Weltumsegelungen, an denen der Hannes aus Aachen beteiligt war, verzeichnet wurde. Um sie – und auch die Umstände der Zeiten, die Sitten und Gebräuche – wiederzugeben, war schon einiges an Recherche nötig, meist über nicht gerade leicht zugängliche spanische Quellen. Aber auch das macht das Vergnügen des Schreibens aus: Die Geschichte an sich für die Geschichte zu entdecken, die man schreibt. Um ihr auf diese Art treu zu bleiben. Wobei selbst der Schluss des Romans dann wahr ist: Sie können ihn sich auf der Osterinsel von Edmundo Edwards erzählen lassen, wenn sie einmal dorthin kommen sollten.

Termine

Raoul Schrott: "Eine Geschichte des Windes" | Zur Veranstaltungs-Website

Leipzig
Literaturhaus Leipzig,
Gerichtsweg 28,
04103 Leipzig

Raoul Schrott: "Eine Geschichte des Windes" | Zur Veranstaltungs-Website

Bad Oeynhausen
Poetische Quellen Bad Oeynhausen

Raoul Schrott: "Eine Geschichte des Windes". Im Rahmen der Eröffnung des Niedersächsischen Literaturfests.

Hannover
Niedersächsisches Literaturfest Hannover

Alle Termine zum Buch
Alle Termine

Ihr Kommentar

* Diese Angaben sind verpflichtend