Das wissen wir schon

Das wissen wir schon

Noemi Schneider

Was tun, wenn die eigenen Mütter die Welt schon gerettet haben? Ein fabelhaft ausgelassener Generationenroman.

Sie hat alles: eine gute Ausbildung, Lebensfreude-Duschgel und keinen Grund, sich zu beschweren. Sie weiß alles: dass es kein richtiges Leben im falschen gibt und dass der Kapitalismus an allem schuld ist. Ihre Mutter und deren Freundinnen kämpfen schon ein Leben lang für eine bessere Welt. Jetzt hat die Mutter einen Dschihadisten bei sich aufgenommen, dem die Abschiebung droht. Als der in Hungerstreik tritt, ist plötzlich die Tochter gefragt – aber gibt es für sie überhaupt etwas zu gewinnen zwischen kämpferischen Übermüttern und einem Kommerz, der jeden radikalen Gedanken vereinnahmt? Mit anarchischer Lust am Spiel inszeniert Noemi Schneider einen hinreißenden Schlagabtausch zwischen Stadt und Land, Realität und Utopie, Müttern und Töchtern.


Über den Autor

Noemi Schneider

Noemi Schneider

Noemi Schneider wurde 1982 in München geboren. Sie studierte Publizistik und Regie an der HFF München. Darauf folgten die freie Mitarbeit als Redakteurin bei Deutschlandradio Kultur und der Dokumentarfilm Walaa! 2013 erschien das ...

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Presse

"Ein flott geschriebener, herrlich überdrehter und oft umwerfend komischer Debütroman." Ursula Hummel-Berger, Ö1 "Ex libris", 05.03.17

"Ein pointierter Roman über Glück im Leben und Kontroversen zwischen Mutter und Tochter. ... Noemi Schneider, deren Regiekenntnisse man an der szenischen Struktur und den spritzigen Dialogen in diesem Buch spürt, bringt Generationendebatten und und das Dilemma der jungen europäischen Städter auf den Punkt: Wie soll man leben, wenn weder Konformismus noch Kampf Optionen sind? Rezepte gibt es keine. Momente des Glücks schon." Die Presse, 18.02.17

"Ein quietschvergnügter Generationenroman. … Noemi Schneider geht es darum, eine witzige Geschichte zu erzählen, mit vielen schnellen Dialogen – und das macht sie wirklich wunderbar amüsant und rasant. Und es ist ein Roman, der den Zeitgeist super einfängt. Die Zeit, in der sofort alle hysterisch werden, wenn am Bahnhof mal ein Koffer stehen bleibt. … Noemi Schneider beschert uns einfach mal eine Pause von unserer Dauer-Erregungskultur mit einem herrlich gelassenen und ausgelassenen Roman." Marie Kaiser, rbb radioeins "Favorit Buch", 09.02.17

"Liebevoll ironisch und komisch setzt sich Noemi Schneider in ihrem Debütroman mit Müttern auseinander, die ihren Töchtern alles voraushaben. … Hier kann man sich in bedrückenden Zeiten eine frische Brise lakonischer Fröhlichkeit und Kampfgeist abholen. Noemi Schneider fliegt so trotzig und leicht durch die Zeilen, dass es eine Freude ist. Ein Geschenk für alle." Reneé Zucker, Inforadio rbb "Quergelesen", 05.02.17

5 Fragen an …

Noemi Schneider

„Das wissen wir schon“ – was hat es mit dem Titel auf sich?
Der geht zurück auf ein Gedicht von Hans Magnus Enzensberger, das „Lied von denen, auf die alles zutrifft und die alles schon wissen“ geschrieben 1967.

Zu Beginn des Romans plant die erzählende Hauptfigur, kurzfristig wieder zu Hause einzuziehen. Die Mutter und ihre Freundinnen sitzen wie üblich kiffend und diskutierend im Garten und kämpfen unbeirrt für eine bessere Welt, die Tochter dagegen will eine Auszeit, woran liegt das?
Es gibt eine Stelle, da sagt die Mutter zu der Tochter: „Mach endlich was!“
Und die Tochter fragt: „Was?“
Mutter: „Du darfst die Welt nicht so lassen, wie sie ist!“
Und die Tochter denkt sich in dem Moment, ja, das ist leicht gesagt, wenn man noch eine Welt hat. Denn das Problem, das diese Tochter hat, ist, dass ihr die Welt abhanden gekommen ist. Sie hat keine Welt, sie hat keine Fixpunkte mehr.

Wie kommt es zu diesem Verlust?
Susan Sonntag hat mal gesagt, Generationen bewegen sich zwischen zwei Polen, zwischen Utopie und Nostalgie. In meiner Generation ist diese Nostalgie sehr stark, während in der Generation meiner Eltern die Utopie dominierte, das sogenannte „Beginnergefühl“. Und der Zerfall der Utopien, Ende der 90er Jahre, der hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass sich meine Generation sehr verloren fühlt, sich dann aber plötzlich mit Krieg, Krebs, Klimakatastrophe, Kapitalismus herumschlagen musste.

Was hat es mit dem Tierchen auf dem Cover auf sich?
Bei diesem Tierchen handelt es sich um die Schlüsselfigur des Romans, einen kleinen Nerz, der für Trauma und Weltverlust der Erzählerin steht, denn die Erzählerin hat mal versucht, die Welt zu retten bzw. Nerze aus einer Pelztierfarm zu befreien. Leider war die Autobahn direkt daneben und seitdem hat sie zweitausend tote Nerze auf dem Gewissen und beschlossen, nie wieder die Heldin zu spielen. Doch dann muss sie ran, weil ihre Mutter einen Dschihadisten in ihrem Gartenhaus aufgenommen hat, der im Hungerstreik ist, dem die Abschiebung droht. Und da kommt dann wieder ein Nerz ins Spiel.

Ihrem Buch stehen die Kant’schen Fragen voran. Die zweite, die vielleicht wichtigste, die alle Figuren in Ihrem Buch umtreibt lautet: Was sollen wir tun?
Romain Rolland hat mal gesagt: „Ein Held ist einer, der tut, was er kann.“ Ein alter Anarchist hat den Satz mal so interpretiert, mit einem Comic-Strip auf dem zwei Mäuse zu sehen sind und die eine Maus sagt zur anderen: „Komm wir gehen Katzen foppen!“
Ich glaube, das trifft es ganz gut. „Katzen foppen!“ das können wir. Ein „Nein“ zu den bestehenden Verhältnissen formulieren und vor allem, den Humor nicht verlieren.

Termine

Noemi Schneider: "Das wissen wir schon" bei der Langen Buchnacht Moderation: Ina von Holly und Margarte Hucht | Zur Veranstaltungs-Website

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10997 Berlin

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