Bogners Abgang
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Hans Platzgumer

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Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 15.03.2021
  • 144 Seiten
  • Zsolnay
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-552-07204-6
  • Deutschland: 20,00 €
  • Österreich: 20,60 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-552-07243-5
  • E-Book Deutschland: 15,99 €

„Hans Platzgumer ist ein Meister darin, Extremsituationen fühlbar zu machen“ (Profil). Der Autor von „Am Rand“ fragt in seinem neuen Roman: Ist am Ende nur schuld, wer sich schuldig fühlt?

Eine Kreuzung in Innsbruck. Ein Unfall mitten in der Nacht. Ein Fußgänger ist tot. Was ist passiert? Und wer ist schuld? Andreas Bogner, der die Schusswaffe seines Schwiegervaters eigentlich nur zeichnen wollte? Nicola Pammer, die an diesem Abend ausnahmsweise ein Glas zu viel getrunken hat? Ihre Mutter, die ohne Zögern alle Spuren verwischt? Oder gar der Kunstkritiker Kurt Niederer selbst, der schließlich immer schon sehr genau gewusst hat, wie man anderen das Leben zur Hölle macht? Geschickt webt Hans Platzgumer in seinem neuen Roman ein Netz aus Eitelkeiten und Unzulänglichkeiten. Ist am Ende nur schuld, wer sich schuldig fühlt?

Hans Platzgumer

Hans Platzgumer

Hans Platzgumer, geboren 1969 in Innsbruck, lebt in Bregenz. Er studierte Musik in Wien und Los Angeles, veröffentlichte Dutzende Tonträger und widmet sich heute vornehmlich der Schriftstellerei. Er schreibt Romane, Essays, ...

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Bogners Abgang

Presse

„Bogners Abgang ist ein psychologisch fein gearbeiteter, ungewöhnlicher Künstlerroman, der spannungsgeladen wie ein Thriller auf sein Ende zurast.“ Florian Baranyi, ORF.at, 15.06.21

„Mit großer sprachlicher Gelassenheit und feinem Gespür für emotionale Schieflagen transportiert Platzgumer dieses Porträt eines zerrütteten Künstlers und verknüpft es mit einem spannenden, fintenreichen Kriminalfall.“ Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 05.06.21

„Hans Platzgumer ist ein Autor, der auf wenigen Seiten eine starke Geschichte erzählen kann. […] Der Roman überzeugt durch ein hohes Maß an sprachlicher Genauigkeit und eine enorme Motivdichte.“ Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten, 02.06.21

„Dieses Klare, dieses Schlichte, entwickelt einen unglaublichen Sog. Man mag nicht mehr aufhören mit dem Buch. Hans Platzgumer erzeugt eine wirklich bemerkenswerte Spannung.“ Irene Binal, Ö1 ex libris, 18.04.21

„Lange führt Hans Platzgumer die Stränge der Erzählungen parallel, dann verknüpft er sie raffiniert. Immer wieder legt er Spuren, die auch in die Irre führen könnten. Oder eben nicht.“ Martin Sailer, ORF Tirol, 12.04.21

„Platzgumer dreht die drei Stränge zusammen, bis aus ihnen ein dichtes Tau entsteht, aus dem sich niemand befreit." Oliver Creutz, stern, 25.03.21

„Fragen aufzuwerfen ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, ist eine Stärke, die sich Bogners Abgang beispiellos zu eigen macht.“ ORF ZIB 13, 23.03.21

„Bogners Abgang ist eine dunkel-graue Komödie von beinahe Dürrenmatt’scher Dimension.“ Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung, 16.03.21

„Ein messerscharfes, spannendes und aufwühlendes Psychogramm mehrerer Charaktere, deren Schicksal durch eine affektive Tat miteinander verwoben werden. […] So entwickelt der Roman durch die klare, präzise und knappe Sprache einen unglaublichen Sog. Trotz der wenigen Worte entsteht eine beklemmende, atmosphärische Dichte. Man fühlt sich wie an Bord eines Zuges, dessen unheilvollen Talfahrt immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt und sofort ahnt man, dass die Schienen wohl in einer zugemauerten Sackgasse enden werden.“ Andreas Gstettner-Brugger, FM4, 16.03.21

„Wie dabei Platzpatronen, Fahrerflucht und Kunstkritik miteinander verwoben werden und die Spannung sukzessive gesteigert wird, ist außerordentlich gut gemacht. Am Ende gibt es zwei Tote und ein Geständnis. Und das alles, ohne dass "Bogners Abgang" ein Krimi ist oder sein möchte. Alle Achtung! Ein rundum gelungener Abgang.“ Wolfgang Huber-Lang, APA, 15.03.21


„Platzgumer hat ein ausgezeichnetes Kenntnis vom Innenleben seiner Figuren.“ Martin Wanko, Vorarlberger Nachrichten, 13.03.21

5 Fragen an …

Hans Platzgumer

Sind Sie eigentlich ein Krimifan, Herr Platzgumer?
Ehrlich gesagt: nein. Ich wäre es aber gern. Alle paar Monate lese ich einen Krimi, oft mit Genuss, gerade kürzlich wieder einen tollen Simenon. Doch meistens hinterlassen diese Lektüren wenig Spuren in mir. Ich konsumiere sie schnell und vergesse sie wieder. Ich liebe Spannung und offene Rätsel, aber noch mehr liebe ich es, wenn Literatur mein Welt- und Sprachverständnis erschüttert und erweitert. Diesen Mehrwert bieten mir Krimis eher selten.

Bogners Abgang ist ja definitiv kein Krimi, auch wenn es der Roman schon sehr spannend macht. Der Roman hat einen solchen Sog, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, bevor alle Teile ineinander gefallen sind. Spürt man diesen Zug auch beim Schreiben?
Natürlich. Wenn so etwas geschieht, ist es das größte Geschenk für mich als Autor. Ich kann mich dann hineinfallen lassen und es selber kaum erwarten zu sehen, wie es weiter geht. In solchen Momenten wird Schreiben fast wie Lesen. Man ist nicht mehr Texterfinder, sondern Protokollant. Übrigens war Bogners Abgang in einer frühen Fassung einmal fast ein Gerichtsdrama. Doch dann merkte ich, dass mir dieses Genre nicht liegt, und ich ging die Geschichte nochmal komplett neu an.

Nach einem, sagen wir Vorfall, auf einer Kreuzung in Innsbruck, der aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird, stellt sich die Frage, was ist wirklich passiert. Und vor allem, wer trägt Schuld. Stellen Sie die elementare Schuldfrage?
Sie wird hier eigentlich unausweichlich, und es ist den Leserinnen und Lesern überlassen, sie zu beantworten. Die Schuldfrage läuft oft auf ein subjektives Urteil hinaus, wer mehr und wer weniger Schuld an etwas trägt. Ich denke, jede Leserin und jeder Leser, ich selbst nicht ausgenommen, wird im Laufe dieses Romans persönliche Sympathien entwickeln und am Ende unterschiedliche Hauptschuldige ausmachen. Die Schuld ist auf viele Schultern verteilt.

Bogner ist Künstler und wird von einem Kunstkritiker coram publico gedemütigt. Eine Szene, die Sie mit viel Witz schildern. Die Lust an der Kränkung?
Hier offenbaren sich durchaus sadistische Züge. Doch will sich der Kritiker bewusst an jemandem abreagieren oder erliegt er einfach einer naheliegenden Versuchung? Es macht ja viel mehr Spaß, öffentlich etwas zu verreißen als zu loben – das habe ich beim Schreiben dieser Szene wieder gemerkt. Und für Unbeteiligte macht es auch mehr Spaß, einen Verriss als eine Huldigung zu lesen. Nur wird leicht übersehen, was das womöglich anrichtet. Das Interessante an Kränkungen ist ja, dass sie sich, eine nach der anderen, große wie kleine, offensichtliche wie scheinbar lächerliche, im Gekränkten ansammeln. Niemand weiß, wann die kritische Masse an Kränkungen erreicht ist, die imstande ist, eine Menschenseele zu zerstören. Mit einem Mal ist eine rote Linie überschritten. So geschieht es hier. Und natürlich sind wir alle vielfach Gekränkte, niemand ist ausgenommen. Jede und jeder hat seine ganz persönliche Kränkungsgeschichte.

Der Roman könnte überall spielen, oder? Gibt es einen Grund dafür, dass Sie gerade mit diesem Buch zu ihren örtlichen Wurzeln zurückkehren?
Meine Romane haben bislang quasi auf der ganzen Welt gespielt, von der hohen Arktis bis in die libysche Wüste, von Santa Monica bis Pripjat, nun hatte ich wirklich einfach Lust darauf, eine Geschichte mal in meiner Geburtsstadt anzusiedeln. Auch wenn sich ein solch unheilvolles Geschehen ebenso gut in Wien oder Hamburg oder Saragossa ereignen könnte. Locations dienen mir immer als Inspiration. Bogners Abgang kam nun mal in Innsbruck in die Gänge. Und seither ist er für mich auch voll und ganz dort verortet.

Interview: Bettina Wörgötter

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