Weg mit Knut!

Weg mit Knut!

Jesper Wung-Sung

Wer ist Knut? Was will er? Und wie wird man ihn los? Ein Buch, das ebenso humorvoll wie tiefgründig ist – eine Hommage an das Leben

An Williams Leben ist gar nichts normal. Denn William hat Krebs. Und William hasst Knut. Knut wohnt unter Williams Bett und kommt nur hervor, wenn die beiden allein sind. Irgendwann kam er einfach durchs Fenster geklettert, kugelrund und mit perfektem Seitenscheitel. Inzwischen denkt Knut gar nicht mehr daran, wieder zu verschwinden. Aber William muss Knut loswerden, egal wie. Denn Knut ist nicht irgendwer. Er verkörpert Williams Krankheit und damit auch den Tod. Solange Knut bei ihm ist, kann William nicht gesund werden. Doch William wächst über sich selbst hinaus und befreit sich: von Knut und dem Krebs. Wunderbar feinfühlig fängt dieses Jugendbuch die Gedankenwelt des kranken William ein.


Über den Autor

Jesper Wung-Sung

Jesper Wung-Sung

Jesper Wung-Sung, 1971 geboren, studierte Literatur, Englisch und Dänisch an der Universität von Kopenhagen. Seit 1998 veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichtensammlungen und Jugendbücher, für die er mit den wichtigsten ...

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„Knut ist Fantasie, er ist nur für William sichtbar: ein Streithahn, der die Einsamkeit, die Ängste, Hoffnungen und Fragen des Jungen böse, frech und trotzdem witzig runterredet und damit relativiert. Der Ernst der Geschichte erhält dadurch ein wohltuend unbeschwertes, komisches Gegengewicht … Wie Jesper Wung-Sung diese Fantasiefigur einbaut in Williams realistische Krankheitsgeschichte, wie Knuts fantastische Märchen und bitterböse Bemerkungen mit der sachlichen Erzählweise kontrastieren und die absurden Dialoge der beiden Jungen immer wieder optimistische Tupfer setzen, das ist einfach genial! ... In ‚Weg mit Knut' geht es um mehr als eine Krankheitsgeschichte mit gutem Ausgang, sondern auch um die Macht der Fantasie … der Roman spielt so mit den verschiedenen Stufen der Fiktion … Aber nicht nur deshalb ist dieses Buch für gesunde Kinder genauso interessant wie für kranke, sondern auch darum, weil fast jeder junge Mensch Williams emotionalen Schwankungen, seine Verletzlichkeit, seine Enttäuschungen und seine Verliebtheit kennt und versteht. Wie William zwischen Freude und Trauer, Wut und Glück hin und her gerissen wird, das erzählt Jesper Wung-Sung sehr sensibel und ohne Pathos.“ Sylvia Schwab, Deutschlandradio Kultur, 24.02.17

„Ein Kampf gegen den Doppelfeind, der mit Humor und Konsequenz geführt wird.“ Börsenblatt, 09.02.17

„Mit feinfühligem Humor, unpathetisch und direkt konfrontiert Wung-Sung seine Leser mit starken Wahrheiten.“ Karin Gruß, Eselsohr – Fachzeitschrift für Kinder und Jugendmedien, 01.04.17

„Mit viel Gespür für Situation und Stimmungen … ernst und ehrlich. Mit der personifizierten Krankheit namens Knut kommen anschauliche wie belebende Fantasie und meist unverblümter, frecher Witz dazu. Das tut gut. Auch der männliche Blickwinkel. Der lesenswerte Roman hat Jungen wie Mädchen ab zwölf Jahren etwas zu sagen, Kranken wie Gesunden, und auch Erwachsenen.“ Sigrid Kranepuhl-Goeritz, Nordbayerischer Kurier, 12.04.17

„Eine ganz besondere Mutmach-Geschichte.“ Beate Schräder, Westfälische Nachrichten Online, 12.04.17

„Ein ergreifender und starker Jugendroman, der einen nicht mehr loslässt. … Die Geschichte ist großartig geschrieben. Unglaublich kraftvoll und voller Emotionen. … Außergewöhnlich “ Janette Cernohuby, janetts-meinung.de, 07.03.17

„Intensiv … voller Zwischentöne, humorvoll und frech.“ Brigitte Siegmund, Buch aktuell, 28.03.17

„ Jede Menge absurd-witziger Szenen. “ Verena Hoenig, Börsenblatt, 13.04.17

„Wung-Sung gelingt mit dieser Geschichte eine äußerst schwierige Gratwanderung. Sein Buch verzichtet auf Tränendrüsenkitsch und heroische Gefühle, es hält die Balance zwischen Mitgefühl und Voyeurismus, seine Figuren bleiben durchgängig glaubwürdig und mit Tiefe, werden nicht zu Schablonen. Und er beherrscht diese lakonische Sprache, die gerade skandinavische Schriftsteller oft auszeichnet und deren Effekt gerade deshalb so intensiv ist, weil sie auf dicken Farbauftrag und plakative Sensation verzichtet. Dazu braucht es allerdings auch einen Übersetzer, der das nicht verfälscht – und den hat der Verlag mit Friederike Buchinger gefunden. Nichts für schwache Nerven, aber ein Leseerlebnis mit Nachhall.“ Bernhard Hubner, Alliteratus.com, 30.04.17

5 Fragen an …

Jesper Wung-Sung

Du beteiligst dich in deiner Heimat Dänemark an sozialen und gesellschaftlichen Debatten und bist ein gefragter Redner zu Themen wie Gewalt, Toleranz oder soziale Ungerechtigkeit. Würdest du sagen, ein Autor hat generell einen bestimmten Auftrag, der über das Geschichtenerzählen hinausgeht?
Ich denke, dass ein Autor nur eine Aufgabe hat: gute Bücher zu schreiben. Denn seine Bücher sind für einen Autor der wichtigste Beitrag, den er leisten kann. Aber darüber hinaus betrachte ich Literatur als Kommunikation. In Romanen diskutiert man die verschiedenen Aspekte von Gesellschaft, Gemeinschaft sowie die menschlichen Lebensbedingungen. Und das auf eine Weise, die sowohl einzigartig als auch voller Fantasie ist. Und all die Interviews, Debatten und Vorträge sind so etwas wie die Erweiterung dieser Diskussion. Die Bücher sind das Zentrum oder das Herz – und davon ausgehend kann man weiterdiskutieren.

Dein neues Buch „Weg mit Knut!“ unterscheidet sich inhaltlich, aber auch sprachlich und stilistisch sehr von deinem ersten in Deutschland veröffentlichten Buch „Opfer – Lasst uns hier raus!“. Hat das einen bestimmten Grund?
Ich schreibe nicht, weil es mir Spaß macht. Ich schreibe aus einem existenziellen Grund. Um mich mit etwas auseinanderzusetzen, das ich nicht verstehe. Zum Beispiel: Warum müssen wir alle sterben – ohne zu wissen wo, wie und wann? Wieso bin ich in diesem Körper eingesperrt? Weshalb gibt es keine Gerechtigkeit? Warum existiert keine richtige Freiheit? Gott oder wer auch immer für diese Spielregeln verantwortlich ist, hat seine Arbeit nicht gut genug gemacht – und deshalb bin ich gezwungen zu schreiben.
Jedes Buch ist zuerst einmal eine Auseinandersetzung mit Gott oder einem anderen Hintermann – und im zweiten Schritt mit dem Leser. Die Fragen, die ich als Autor stelle, sind immer mehr oder weniger die gleichen, aber ich frage immer auf neue Weise.
„Opfer“ und „Weg mit Knut!“ sind vom Stil her sehr unterschiedlich – vom Ton her sind die beiden Bücher völlig gegensätzlich. Aber sie sind dennoch miteinander verwandt: Beide handeln von Einsamkeit, Identität, Krankheit, Isolation, davon, anders zu sein, sich zu verändern und die Welt zu begreifen.

In „Weg mit Knut!“ näherst du dich dem Thema Krankheit auf eine einzigartige, noch nie dagewesene Weise an – indem du den Krebs personifizierst. Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Ehe ich ein Buch zu schreiben beginne, gibt es eine Phase, in der ich überlege, auf welche Art ich die Geschichte erzähle und aus welcher Sicht. In der Recherchephase zu „Weg mit Knut!“ habe ich unglaublich viel über das Stockholm-Syndrom gelesen. Das Stockholm-Syndrom ist nach einem Bankraub mit Geiselnahme in Stockholm benannt, bei dem sich die Geiseln mit den Geiselnehmern identifiziert und diese sogar in Schutz genommen haben. Es gibt verschiedene Kriterien, die vorliegen müssen, damit man von einem Stockholm-Syndrom sprechen kann. Dies hier sind die wichtigsten:
1. Es muss eine physische Bedrohung vom Geiselnehmer ausgehen.
2. Der Geiselnehmer muss die Kontrolle über die Geisel haben.
3. Die Geiselnahme muss länger als 24 Stunden andauern.
4. Geisel und Geiselnehmer müssen sich physisch nahe sein.
Und da habe ich begriffen: Der Krebs, um den es in „Weg mit Knut!“ geht, ist wie das Stockholm-Syndrom! Ich verglich also die Kriterien mit dem Krankheitsbild:
1. Ja, Krebs ist immer eine große Bedrohung.
2. Der Krebs hat Macht über den Patienten.
3. An einer Krankheit wie Krebs kann man jahrelang leiden.
4. Nichts kann einem näher sein als etwas, das im eigenen Körper vor sich geht.
Aus diesem Grund wird für William aus dem Feind Krebs eine Art Freund.

Du widmest dich in „Weg mit Knut!“ einem sehr ernsten Thema und es finden sich oft sehr traurige Stellen in dem Buch. Und dennoch gibt es auch immer wieder wahnsinnig witzige und freche Momente. War dieser Balanceakt beim Schreibprozess für dich schwierig?
Während der Arbeit an einem Buch wie „Weg mit Knut!“ entwickelt sich diese Balance wie von selbst. Es geht um Gespür und Intuition. Und darum, das Leben widerzuspiegeln. Im Leben gibt es viel, worüber man weint – aber auch viel, worüber man lacht.

Wen möchtest du mit „Weg mit Knut!“ erreichen?
Ich möchte gern alle erreichen, die Literatur lesen, um sich selbst und die Menschen besser zu verstehen. Für mich – und hier spreche ich als Leser – gibt es weder Zielgruppen noch Genres. Ich unterscheide bloß zwischen guten und schlechten Büchern. Ich kenne im Übrigen kein gutes sogenanntes Kinderbuch, das sich nicht auch für Erwachsene eignet. Knut ist im Roman zwischen 0 und 3000 Jahre alt – das dürfen auch die Leser von „Weg mit Knut!“ gern sein.

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