Vom Land
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Dominik Barta

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Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 27.01.2020
  • 176 Seiten
  • Zsolnay
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-552-05987-0
  • Deutschland: 18,00 €
  • Österreich: 18,50 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-552-05990-0
  • E-Book Deutschland: 13,99 €

„Dieser Text durchbricht die Kälte unserer Zeit und legt offen, was wir in unserem Innersten sind.“ (Katja Gasser, ORF) Das starke, gesellschaftlich relevante Debüt von Dominik Barta

Dass Theresa, um die sechzig und Bäuerin, sich plötzlich krank fühlt, bringt alle Gewissheiten ins Wanken. Die erwachsenen Kinder müssen anreisen, von wo auch immer es sie hin verschlagen hat, um endlich wieder miteinander zu reden. Theresas Mann muss lernen, Hilfe und Gefühle zu akzeptieren. Und selbst der zwölfjährige Daniel muss seinem verbohrten Onkel Max entschlossen entgegentreten, um seinen einzigen wirklichen Freund zu schützen. Theresa aber schweigt, findet keine Worte, keinen Weg.
Mit großer Präzision und archaischer Kraft und Empathie erzählt Dominik Barta in seinem Debütroman von den Menschen und den Umständen. Er schreibt eine große Tradition der österreichischen Literatur fort und geht dorthin, wo die Provinz heute politisch ist.

Dominik Barta

Dominik Barta

Dominik Barta, geboren 1982 in Oberösterreich, studierte in Wien, Bonn und Florenz. Er gewann 2009 den ZEIT-Essaywettbewerb und 2017 einen Ö1 Literaturwettbewerb und schreibt auch fürs Theater. Vom Land ist sein Debütroman.

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Presse

„Ein Debüt, das mich ab der ersten Seite gefesselt hat. [...] Dominik Bartas Roman ist eine feinsinnige Milieustudie, die zeigt, wie Fremdenhass entstehen kann hinter der Fassade der vermeintlichen Idylle.“ Felix Münger, SRF2 Kultur 52 beste Bücher, 09.02.20

„In kurzen und präzisen Sätzen schildert Dominik Barta das raue Leben und die Umstände am Land. Obwohl er selbst schon lange weggezogen ist, fällt seine Diagnose weder verurteilend noch verklärend aus. Er bringt all seinen Figuren ein gleiches Maß an Zuneigung und Verständnis entgegen und blickt trotz tragischem Ende hoffnungsvoll in die Zukunft.“ Claudia Gschweitl, Ö1 Ex Libris, 09.02.20

„Ein heißer Kandidat für eine Nominierung zum Österreichischen Buchpreis“ Mareike Fallwickl, Bücherwurmloch, 08.03.20

„Barta schafft es, auf wenigen Seiten die schroffen, zarten, schönen und schrecklichen Seiten des Landlebens zu erfassen. Ein großes Debüt.“ Ariane Heimbach, Brigitte WOMAN, 03/20

„Ein starkes Debüt. Es hebt langsam, fast harmlos an – aber dann dreht der Autor an ein paar Schrauben und auf einmal treten persönliche und politische Scheußlichkeiten hervor.“ Sebastian Fasthuber, Falter, 05.02.20

„Wenn das Zwischenmenschliche politisch wird – Dominik Barta legt ein beeindruckendes Debüt vor.“ Imogena Doderer, 3sat Kulturzeit, 04.02.20

„Dominik Bartas Roman ist Bestandsaufnahme, Diagnose und Hoffnungsschimmer. Außerdem ist 'Vom Land' ein schöner Beweis für das Können des Autors." Peter Pisa, Kurier, 01.02.20

„'Vom Land' erzählt von den Gegensätzen. Von den Alteingesessenen, die abends im Wirtshaus beim Stammtisch gegen das Asylantenpack pesten. Und von den Jungen, für die Freundschaft mit einem Syrer fast schon selbstverständlich ist." Christine Westermann, WDR 5, 26.01.20

„Dieser Text durchbricht die Kälte unserer Zeit und legt offen, was wir in unserem Innersten sind: vom Leben, in das wir ungefragt geworfen wurden, zutiefst versehrte Wesen.“ Katja Gasser, ORF

5 Fragen an …

Dominik Barta

Leben Sie auf dem Land, Herr Barta?
Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr ausschließlich auf dem Land gelebt. Meine Jugend- und Studentenjahre verbrachte ich in Linz und Wien und vielen anderen Städten. Positiv formuliert könnte ich sagen, ich fühle mich sowohl in der Stadt als auch auf dem Land zu Hause. Vielleicht bin ich aber auch aus der Selbstverständlichkeit beider Sphären herausgefallen und kann heute weder in der Stadt noch auf dem Land leben, ohne etwas zu vermissen. Meine Wohnung befindet sich seit vielen Jahren in der Stadt, in Wien, weil ich in der Stadt arbeite und meine engsten Freundinnen und Freunde alle in der Stadt wohnen. Letztlich ist das, denke ich, der ausschlaggebende Grund. Ich möchte in der Nähe jener Menschen wohnen, die ich liebe, sei es nun auf dem Land oder in der Stadt.

Vom Land ist Ihr erster Roman. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe, seit ich ein Kind bin oder zumindest ein Schüler. Ich erinnere mich, dass ich als Zwölfjähriger im Kalender die Ereignisse der Woche notierte und mir jeder Kalendereintrag unter der Hand zu einer Geschichte wurde. So belanglos konnte das Erlebte gar nicht sein, dass ich daraus nicht eine betuliche kleine Anekdote geformt hätte. Später habe ich zwei, drei Hefte mit Rohbauten von Geschichten vollgeschrieben: Der Beginn immer unerhört, wenige Seiten später verlief alles im Sand. Während der Oberstufe liebte ich es, neunmalkluge Erörterungen zu schreiben, idealerweise über ein Zitat eines Philosophen. Vielleicht ist die Frage, wie man zum Schreiben kam, die Frage danach, wann man begonnen hat, das eigene Schreiben ernst zu nehmen. Ich habe spätestens mit 18 oder 19 gefühlt, dass ich das Schreiben brauche, um mir verschiedenster Dinge klar zu werden, um mich zu beruhigen oder um mich in irgendeinen Traum hineinzusteigern.

Ihr Roman reiht sich ein in eine große Tradition österreichischer Literatur von Thomas Bernhard über Peter Handke bis Franz Innerhofer. Wie würden Sie Ihr Schreiben verorten? Gibt es Vorbilder?
Natürlich, ich versuche mir immer Vorbilder zu halten und ich finde, es gehört zu den schönsten Zufällen des Lebens, wenn man ein neues Idol für sich entdeckt. Thomas Bernhard war ein wichtiger Bezugspunkt während meiner Pubertät. Die Auslöschung war das erste Buch, bei dem ich das Gefühl hatte, es bringe etwas über mein Leben zum Ausdruck. In dem Maße, in dem der Furor der Pubertät verblasste, in dem Maße ist Thomas Bernhard für mich in den Hintergrund gerückt und andere Autoren wurden wichtig, zumeist Autoren eines imaginären Südens, wo der menschliche Makel vom Licht der Sonne verbrämt wird. Eines meiner wichtigsten Idole ist Pier Paolo Pasolini. An ihm fasziniert mich alles. Spezifischer bezogen auf die Technik des Schreibens bewundere ich Mario Vargas Llosa und Javier Marías, aber auch Ivo Andric, Boleslaw Prus, Rudyard Kipling, Stendhal und Italo Calvino.

Ein großes Thema Ihres Romans ist die Sprachlosigkeit. Theresa hat das Gefühl, sich nicht ausdrücken zu können. Die Kinder gehen unterschiedliche Wege und können nicht miteinander reden. Vom Land ist aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Überwinden wir die Sprachlosigkeit durch Empathie?
Das ist eine schöne Frage und ich kann darüber lange nachdenken. Sich in den anderen einzufühlen ist eine menschliche Fähigkeit, die soziales Dasein überhaupt erst ermöglicht. Wir können als Individuen so dicht nebeneinander existieren, weil wir auf einer ganz primitiven Ebene durchaus wissen oder fühlen können, wie es dem anderen geht. Dennoch haben wir uns als Menschen die Sprache erfunden, um dieses primitive Wissen voneinander einer immer feineren Nuancierung zu unterziehen. In diesem Sinne möchte ich sagen: Nein, man überwindet Sprachlosigkeit nicht durch Empathie, denn dies hieße im Groben stecken zu bleiben und jemanden nicht in den Genuss der Nuancierung kommen zu lassen. Die richtigen Worte aufeinander treffen zu lassen ist die adäquateste Form der Feinfühligkeit unter uns Menschen. Jemandem endlich das Wort zu erteilen, auf jemandes Rede gegebenenfalls zu warten, jemandem erlauben, sein Innerstes auszubuchstabieren – genau darin besteht eine Empathie, die sich Zeit nimmt und zivilisiert geworden ist.

Die Eliten, Bobos, Manager und Politiker auf der einen, die Abgehängten, die Provinzkaiser, die Gelbwesten auf der anderen Seite. Leben wir in einer Zeit der unüberbrückbaren Gegensätze?
Nein, und ein Hauptproblem aller politischen Zeiten ist es gerade, Konflikte so aussehen zu lassen, als wären sie unüberbrückbar oder unlösbar. Aber das stimmt nicht. Prinzipiell beruht jeder politische Konflikt auf Kategorien, die man sehr wohl auch anders fassen könnte. Denn im Gegensatz zu unseren physikalischen Bedingungen, der Schwerkraft oder der chemischen Zusammensetzung der Welt, werden die politischen Bedingungen tatsächlich von uns gemacht und von niemandem sonst. Dass der Reiche reich ist und der Arme arm, dass eine Staatsgrenze von Westen nach Osten, anstatt von Süden nach Norden, dass ein Gott am Kreuz hängt oder in den Krieg zieht – all diese Dinge entspringen menschlichen Ideen, und Ideen besitzen bloß ideologische Realität, sie könnten von neuen Ideen ersetzt werden, sofern wir nicht denkfaul oder allzu betrunken sind. Das Problem ist, dass es immer Menschen gibt, die sich vom Gegensatz und Konflikt ernähren, wie Brechts Marketenderin vom Krieg.

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