Tram 83

Tram 83

Fiston Mwanza Mujila

Eine afrikanische Großstadt, ein legendärer Club: "Tram 83". Fiston Mwanza Mujilas Debütroman "zieht Ihnen den Boden unter den Füßen weg!" Rolling Stone.

Eine heruntergekommene Großstadt in Afrika, wer hierher kommt, hat ein Ziel: Geld zu machen, egal wie. Das „Tram 83“ ist der einzige Nachtclub der Stadt, ihr pulsierendes Zentrum. Verlierer und Gewinner, Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten, sie alle treffen in dieser Höhle aufeinander, um sich zu vergessen. Hier, an diesem von Kriegen, Korruption und Globalisierung gezeichneten Ort, sehen sich auch zwei ungleiche Freunde wieder: Lucien, der Schriftsteller, findet auf der Flucht vor Erpressung und Zensur Schutz bei Requiem, der sich durch das Leben gaunert. Rhythmisch und rau erzählt Mwanza Mujila ihre Geschichte, mit einem Drive, der an die Musik von John Coltrane erinnert.


Über den Autor

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi / Demokratische Republik Kongo geboren. Er lebt in Graz, schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet afrikanische Literatur an der Universität. Tram 83 ist sein erster Roman, ...

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Fiston Mwanza Mujila im Interview

Presse

"Immer wieder verschwimmen die Gattungsgrenzen – Roman, Theater, Lyrik – immer wieder dominieren Musikalität und Rhythmus der Sprache. ... Ein sprachlich-musikalisches Meisterwerk." Eva Schobel, Ö1 "ex libris", 23.10.16

"Ein postkolonialer Roman, in dem manche Töne schrill klingen wie im Jazz. Doch auch wenn man verwirrt ist, ist man nicht unbeeindruckt." Spiegel online, 16.10.16

"Ein furioser postkolonialer Roman, der keine Spur von exotischem Kitsch hat. ... Eine John-Coltrane-artige, sehr verjazzte Version des Evangeliums." Barbara Vinken, 3sat Buchzeit, 16.10.16

"Wer in der Literatur heute den Abdruck der Weltlage sucht, der ist mit diesem Roman wunderbar bedient. ... Ich bin sicher, dass man von Mujila noch hören wird." Eberhard Falcke, SWR2 "Forum Buch", 02.10.16

"Ein Roman, den man genauso atemlos liest, wie er auch geschrieben ist." Carsten Otte, SWR2 "Forum Buch", 02.10.16

"Mujilas ursprünglich französischer Text hat eine Musikalität, die die Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller kongenial in die deutsche Fassung hinüberretten konnten. ... Sprache, Klang und Verdichtung ergeben die ernorme emotionale Wirkung. ... Extrem unterhaltsam“. Antje Deistler, Deutschlandfunk Büchermarkt, 05.10.16

"Ein Stück Literatur direkt aus der Hölle. ... Trotzdem ist 'Tram 83' kein hoffnungloses Buch. ... Die rasante Sprache des Romans ist vom Sound des Jazz durchdrungen. Mujilas Debut ist eben viel mehr als nur ein Afrika-Roman: Es ist ein Stück literarischer Weltmusik." arte "metropolis", 23.09.16

"Es ist ein reißender Prosafluss, durchsetzt mit aberwitzigen Dialogen, der sich über die Leser ergießt, ganz in Tradition der Beat Generation; Jack Kerouac und William S. Burroughs hätten daran ihre Freude gehabt, auch Henry Miller. ... Ein großartiges Stück Literatur, das ganz ohne exotische Verzierung auskommt und dadurch umso exakter mitten ins Herz trifft." Linda Stift, Presse Spectrum, 10.09.16

"Ein grandioser erster Roman, der uns mit einem gnadenlos verrohten Leben konfrontiert. ... Mit großer Präzision wird vielmehr eine Welt ohne Empathie und Ethos evoziert, in der Werte wie Nächstenliebe, Respekt oder Barmherzigkeit ersetzt werden durch Wörter wie Silber, Kupfer, Barium oder Zinn. ... Ein einzigartiger Debütroman." Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung, 15.09.16

„Ein afrikanischer Tanz auf dem Vulkan.“ Peter Burri, Basler Zeitung, 13.9.16

"Im Tram 83 feiern die Menschen jede Nacht aufs Neue das Leben. Das ist bitter, aber immer auch mit Humor geschrieben." Esther Willbrandt, WDR1, 04.09.16

"Fiston Mwanza Mujila hat einen superben Debütroman geschrieben: überwältigend, hart, geistreich, poetisch und humorvoll." Moritz Holler, WDR3 Mosaik, 29.08.16

"Es ist der Rhythmus, der in Mujilas Roman den Ton angibt. Mit abrupten Übergängen, rhythmischen Wiederholungen und Aufzählungen entwickelt Mujilas Text einen ungewöhnlichen Sog und erzählt eindringlich vom titelgebenden Nachtlokal und seinen Gästen. ... Es ist die Sprache, die diesen Roman so besonders macht. Sie lässt uns Lärm und Musik des Nachtclubs hören, die Hitze spüren, die Stimmung fühlen. Während man liest, ist man ebenfalls dort: mittendrin im 'Tram 83'." Karoline Thaler, ORF matinee, 14.08.16

„Was für ein Romandebüt! Die Sprache atmet, vibriert, ist Musik. Sie ist der Roman, seine Seele. Und ihr folgt man amüsiert, fasziniert, verblüfft und begeistert. ... Übrigens phantastisch übersetzt.“ Johannes Kaiser, Deutschlandradio Lesart, 12.08.16

„Mujila schreibt frech, beissend, unerhört musikalisch. Ein aufsehenerregender Erstlingsroman.“ Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung, 10.08.16

"Ein gelungener, experimenteller Roman, den man mit sprachlicher Glättung nur zerstören würde. Aus den Sätzen dieses Buchs, mit dem der Autor viel riskiert hat, sprechen Menschenkenntnis und Witz." Tobias Wenzel, NDR Kultur, 03.08.16

„Mujilas Sätze reißen den Leser mit wie virtuoser Jazz. ... Fiston Mwanza Mujilas Romandebüt ist ein kluges, leicht spöttisches Welttheater – und ein erschütternder Abgesang auf eine verlorene, verhungernde Stadt.“ Nicole Henneberg, Der Tagesspiegel, 31.07.16

"Fiston Mwanza Mujilas wilder und energiegeladener Roman 'Tram 83' verweigert sich dem Opfertum und verwandelt das ruchlose Treiben in einer afrikanischen Metropole zu einer Ode auf das Überleben. ... Tram 83, der Brennpunkt des Debüts, ist eine Interzone wie aus den literarischen Rauschwelten eines William S. Burroughs." Dominik Kamalzadeh, Der Standard, 31.07.16

"John Coltrane mit Buchstaben statt Noten" Peter Pisa, Kurier, 30.07.16

"'Tram 83' ist ein wilder, poetischer, grausiger, wunderschöner Roman und ein fast ideales Beispiel dafür, was Sigrid Löffler 'neue Weltliteratur' nennt – eine von hybriden Identitäten geprägte und von Migranten geschriebene Literatur. ... Seinen Roman wiederum hat er wie ein Jazzkonzert strukturiert: Es enthält viele Soli und Improvisationen, aber auch einige Grundthemen und Momente, in denen Musiker zusammenspielen." Sebastian Fasthuber, Falter 30/16, 27.07.16

"Der Roman tönt wie eine Jazz-Partitur: einmal rasant und atemlos, dann wieder schnoddrig-aggressiv und rau, mit Rhythmuswechseln zwischen knappen Dialogen, seitenlangen Aufzählungen und Wiederholungen. ... Wir hören den Lärm der brodelnden Stadt, sehen die Farben, spüren die Hitze und den unbändigen Rhythmus." Kristina Pfoser, Ö1 Morgenjournal, 26.07.16

"Ein fulminanter, rhythmischer, formal äußerst gewagter Roman voller Einschübe, Aufzählungen und bewusster Wiederholungen." Tobias Wenzel, Deutschlandradio Kultur, 24.07.16

"Fiston Mwanza Mujila gelingt mit 'Tram 83' ein originelles, hart geschliffenes Romanjuwel von hoher Intensität – dank der ebenso flinken wie hypnotischen Sprache." Moritz Holler, WDR 5, 22.07.16

5 Fragen an …

Fiston Mwanza Mujila

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und wie ist Ihr erster Roman entstanden?
Ich komme aus dem Kongo. Dort habe ich Literatur und Humanwissenschaft studiert. Danach habe ich in Belgien, Deutschland und Frankreich gelebt. Seit Jahren wohne ich in Graz, bin an der Uni tätig und arbeite als Schriftsteller. Zum Schreiben bin ich durch meine Eltern gekommen, glaube ich. Sie haben uns immer Bücher gekauft … In meiner Familie ist Lesen sehr wichtig. Mein Vater sagte immer, dass man seinen kulturellen Horizont durch Literatur erweitern könne.
Ich bin in Lubumbashi geboren. Lubumbashi ist eine Minenstadt. Ich wollte über die jungen Menschen im Kongo und überall schreiben, die grausame Arbeit machen, zum Beispiel über die jungen Menschen, die in den Minen arbeiten.

Haben Sie literarische Vorbilder?
Das ist eine tolle, aber auch schwierige Frage. Ich habe mehrere Vorbilder, weil ich selbst ein neugieriger Leser bin. Schon in meinem Heimatland habe ich mich mit Literatur beschäftigt. Ich habe zuerst viel afrikanische und französische Literatur gelesen. Heute lese ich auch deutschsprachige Autoren. Ich kann nicht sagen, wer mich sehr oder wenig beeinflusst hat, aber Schriftsteller wie Achebe, García Márquez und Aimé Césaire gehören dazu.

Wie ist Ihr Bezug zur Musik, sind Sie auch Musiker?
Ich bin ein Musikfan seit vielen, vielen Jahren. Ich mag nicht nur Jazz, sondern auch kongolesische Musik oder klassische Musik, ich höre alles. Meiner Meinung nach ist Sprache ein Instrument: ein Saxofon, ein Klavier, sogar ein Kontrabass … Ich komponiere meine Texte wie ein Jazzmusiker, wie ein Saxofonist. Ich war immer von diesem Instrument fasziniert, ich finde, es ist ein nobles Instrument. Ich habe diesen Text wie eine Partitur komponiert. Und wichtig ist nicht nur der Text, sondern auch das, was danach kommt: die Performance, die laute Lektüre. Ich arbeite mit vielen Musikern zusammen, zum Beispiel mit Patrick Dunst, einem großartigen Saxofonisten. Rhythmus in meinem Text zu haben, ist mir sehr wichtig.
Bedeutsam am Jazz ist, dass das eine Musik der Freiheit ist. Der Jazz war in Nazideutschland verboten. Er wurde als Dschungelmusik bezeichnet. In Südafrika war der Jazz ein wichtiges Sprachrohr im Kampf gegen die Apartheid und in den USA spielte er eine wichtige Rolle, als es darum ging, eine schwarze Identität zu entwickeln. Ich habe die Struktur des Jazz genutzt, um viel Freiheit zu haben. Ich habe den Roman wie ein Jazzorchester gebaut, mit vielen Momenten der Harmonie und der Improvisation und mit Soli. Und diese Soli haben mir als Autor viel Freiheit ermöglicht.

Wenn Sie nach dem Sinn von Literatur und der Deutung Ihres Romans gefragt werden, was antworten Sie?
Ich glaube, die Frage nach dem Sinn und der Bedeutung ist lediglich eine Frage der Perspektive. Jede Frage nach Sinn ist vermutlich relativ. Ich komme aus dem Kongo, wo die Wahrheit nicht absolut ist, weil die „großen Erzählungen“ – um einen Begriff von Lyotard aufzugreifen – am Ende sind. Und im Kongo hat sich eine große Vielfalt an Bildern entwickelt. Die Kongolesen haben sich eine multiple, relative Realität konstruiert, das heißt, es gibt keine absolute Wahrheit, sondern viele Wahrheiten, denn alles hängt davon ab, wie jemand ein Ereignis empfunden hat, wie jemand mit der Realität konfrontiert wird.
Man bedient sich sehr oft der Ziffern, beispielswiese der Ziffern 6 und 9. Man sagt, 6 und 9 sind dieselben Ziffern, aber alles hängt von der Perspektive ab. Für mich kann es eine 6 sein, für dich eine 9, alles hängt davon ab, wie du die Wahrheit betrachtest. Und was den Roman betrifft, würde ich sagen, die Wahrheit zeigt sich nicht in dem, was passiert, also in der Handlung, sondern in der Sprache. Die Wahrheit liegt nicht unbedingt in der Absicht des Erzählers, sie liegt im Rhythmus, in der Emotion, die durch die Lektüre des Textes ausgelöst wird. Für mich ist es wichtig, über diesen Roman zu transportieren, dass man einen Roman schreiben kann, ohne einen Roman zu schreiben. Bei Tram 83 steht die Handlung nicht im Vordergrund, aber man muss bis zum Schluss lesen. Es ist nicht die Handlung, sondern die Emotion, die die Lektüre des Textes bedingt.

Was hat Sie nach Österreich geführt?
Ich liebe das Leben und versuche, kein eingezäuntes, geordnetes, normales, vorhersehbares Leben zu führen. Ich mag es, von einem Tag auf den anderen zu leben. Das heißt, ich weiß durchaus, was ich in den nächsten 10 Jahren machen möchte, welchen Roman und welches Theaterstück ich schreiben werde, aber in meinem Privatleben mag ich es, mich auf den Zufall zu verlassen. Ich habe in vielen Ländern gelebt und bin viel gereist. Ich wusste nicht, dass ich in Europa leben würde, dass ich in Österreich leben würde. Momentan lebe ich in Österreich, aber vielleicht werde ich morgen oder übermorgen in den USA sein, weil das Leben ein Wunder ist. Österreich ist jetzt mein zweites Zuhause. Hier habe ich es geschafft, meine Erinnerungsorte aufzubauen. Es bleibt ein langer Prozess … Aber ich glaube an den Menschen. Und ich glaube auch an mich selbst.

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