Schwarze Schwäne
Gaito Gasdanow

Schwarze Schwäne

übersetzt aus dem Russischen von Rosemarie Tietze

Erscheinungsdatum: 19.04.2021

Details zum Buch
Erzählungen
    mit einem Nachwort von Rosemarie Tietze
  • Erscheinungsdatum: 19.04.2021
  • 272 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26751-0
  • Deutschland: 24,00 €
  • Österreich: 24,70 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-26988-0
  • E-Book Deutschland: 17,99 €

Gaito Gasdanows Romane wurden von der Kritik als Sternstunde der Literaturgeschichte gefeiert – nun erscheinen erstmals seine besten Erzählungen auf Deutsch.

Genossin Brack hätte „vor unserer Zeit und in anderer historischer Umgebung zur Welt kommen müssen“ und der Exilrusse Pawlow beschließt, „sich genau am fünfundzwanzigsten August im Bois de Boulogne zu erschießen. „Schwarze Schwäne“ vereint Gaito Gasdanows beste Erzählungen und spannt den Bogen von der vorrevolutionären Zeit über die Sowjetepoche bis ins französische Exil. Wie in den Romanen liegen auch in den Erzählungen Lebensüberdruss und Gewalt ganz nah bei Schönheit und Verletzlichkeit. Und immer „versenkt man sich in einen Stil, dessen Makellosigkeit entwaffnend ist, und lernt Menschen kennen, für deren Seelenlandschaften man keine verlässlichen Karten mehr hat“ (Die Zeit).

Gaito Gasdanow

Gaito Gasdanow

Gaito Gasdanow, 1903 in St. Petersburg geboren und 1971 in München gestorben, gilt als einer der wichtigsten russischen Exilautoren des frühen 20. Jahrhunderts. Seit 1923 lebte er im Exil in Paris, wo er begann, regelmäßig ...

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5 Fragen an …

Rosemarie Tietze

Frau Tietze, mit Schwarze Schwäne liegt erstmals ein Erzählungsband von Gaito Gasdanow auf Deutsch vor. Inwiefern unterscheiden sich die Erzählungen von seinen Romanen?
Gasdanow ist in allem, was er schreibt, ob Roman oder Erzählung, ein sensibler Stilist. In der Kurzprosa fallen seine Wortkunst und sein harmonischer Satzfluss besonders ins Auge. Hier setzt Gasdanow, wie mir scheint, die große russische Erzähltradition eines Tschechow und Bunin fort.

Für den Band haben Sie eine Auswahl aus allen Schaffensperioden des Autors zusammengestellt. Wie haben Sie diese Auswahl getroffen und was war Ihnen wichtig dabei?
Meine Auswahl zeichnet Gasdanows Lebensgeschichte nach, gleichsam aus Distanz, ohne seiner eigenen Biographie allzusehr nahezurücken: erst die Bürgerkriegswirren im nachrevolutionären Russland, dann Schicksale aus den Notzeiten der ersten Emigration in Frankreich, schließlich das später abgeklärtere Leben im Exil.

Tod und Selbstmord sind wiederkehrende Motive im Werk Gasdanows, in den Romanen wie den Erzählungen. Wieso, glauben Sie, war das Thema Tod für ihn so wichtig?
Wie wirkt sich der Krieg auf einen Sechzehnjährigen aus, der als Soldat auf einem Panzerzug dient? Natürlich ist er in seinem Innersten versehrt, und das Thema Tod wird ihn ein Leben lang begleiten. Erstaunlich ist, wieviel Lebensmut, Ironie und Witz die Geschichten trotzdem enthalten; Gasdanows Umgang mit dem Tod hat etwas Tröstliches.

Gasdanows Frauenfiguren sind oft eine Art Sehnsuchtsmoment. Wie sehen Sie die Bedeutung des Weiblichen in seinem Werk?
Oh, diese Gasdanowschen Frauen faszinieren mich immer wieder neu! Es sind starke, eigenwillige Persönlichkeiten, die ihren Weg gehen, und selbst wenn sie irren oder abstürzen, bleibt ein Rest Bewunderung.

Was macht Gasdanows Schreiben in Ihren Augen so zeitlos?
Gasdanows Blick geht stets nach innen, ihn interessieren politische Ereignisse nicht unmittelbar, sondern nur deren zerstörerische Auswirkung auf die menschliche Psyche. Dabei stellt Gasdanow Seelenlandschaften dar, ohne zu verurteilen, seine Sicht auf den Menschen ist so offen wie seine Erzählform.

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