Lieder, die wie Brücken sind

Lieder, die wie Brücken sind

Rainer Moritz

Dringlichkeit, Richtigkeit, Schönheit: Grand Prix d'Eurovision.
(Und viel Leidensfähigkeit gehört auch dazu.)

Rainer Moritz leitet das Literaturhaus Hamburg und ist Publizist – vor allem aber ist er bekennender Schlagerfan. Pünktlich zum Eurovision Song Contest 2015 lädt er dazu ein, jenes offiziell verrufene Großereignis neu zu besichtigen, das in Wahrheit jeder Europäer kennt und nahezu jeder liebt. Sein ganz persönlicher Rundgang durch sechzig Jahre Grand-Prix-Historie ist auch eine warmherzige, urkomische Geschichte der Deutschen und ihrer Lieder.

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Rainer Moritz

Rainer Moritz, 1958 in Heilbronn geboren, leitet das Literaturhaus Hamburg. Er ist Literaturkritiker und Autor zahlreicher Publikationen, darunter zuletzt Der fatale Glaube an das Glück. Richard Yates sein Leben, sein Werk (2012), der ...

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5 Fragen an …

Rainer Moritz

Herr Moritz, war schlagermäßig früher alles besser?

Natürlich liegen die goldenen Schlagerjahre schon eine Weile, nein, sehr lange zurück, damals, als Nana Mouskouri „Weiße Rosen aus Athen“, Roy Black „Ganz in Weiß“ sang und uns Drafi Deutscher erklärte, dass Marmor, Stein und Eisen nicht brechen, nein, bricht. Helene Fischer und Andrea Berg können das nicht wettmachen.

Wozu über den Eurovision Song Contest nachdenken?

Weil man sein Leben auf dümmere Weise verplempern kann. Weil einen die magischen Momente der Kindheit nie ganz loslassen. Und weil man beim Nachsinnen über France Gall, Abba, Linda Martin, Lena und Conchita Wurst lernt, das Leben, Europa und den rätselhaften Musikgeschmack mancher Leute und Länder besser zu verstehen.

Drei Thesen zu Ihrem Buch?

Erstens: Deutschlands Beträge zu den Fußball-Weltmeisterschaften waren viel besser als die ESC-Beiträge.
Zweitens: Nichts geht über Mary Roos.
Drittens: Es lohnt sich, Namen wie Bianca Shomburg, Gracia oder Alex Swings Oscar Sings! schnell zu vergessen.

Was erzählen die deutschen Kandidaten über das Deutschland der letzten Jahrzehnte?

Sie erzählen von langweiligen Fünfziger- und Sechzigerjahren, in denen Deutschland die monotonen Zeiger der Uhr beschrieb, von der Kanzlerschaft Willy Brandts, die auch den Grand Prix voranbrachte, von der Friedenssehnsucht in den frühen Achtzigern, als die Pershings trotz Nicole kamen, von Männern wie Ralph Siegel, die auch zwanzig Jahre nach ihren besten Jahren nicht aufhören können, und von Guildo Horn, Stefan Raab und Lena, die zeigten, dass Deutschland, kaum dass Helmut Kohl in Rente geschickt wurde, plötzlich ganz locker daherkam.

Ihr Wunsch für das ESC-Finale in Wien?

Dass Irland wie Phönix aus der Asche steigt und Molly Sterling mit „Playing With Numbers“ weit vorne landet. Was außer mir niemand glaubt.

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