Die Rückkehr des Buddha

Die Rückkehr des Buddha

Gaito Gasdanow

Ein Mord geschieht und eine goldene Buddhafigur verschwindet. Dieser Roman von Gaito Gasdanow, der mit "Das Phantom des Alexander Wolf" berühmt wurde, ist mehr als ein Krimi.

Eigentlich ist der Student aus Russland ein vielversprechender junger Mann, doch neigt er zu seltsamen Wahnvorstellungen. Ist der gepflegte ältere Herr in dem Pariser Café wirklich der Bettler, dem er vor zwei Jahren ein Almosen gab? Die beiden freunden sich an, und der Student besucht Pawel Alexandrowitsch und seine junge Geliebte fortan oft. Eines Abends überlegt er, ob es für seinen Freund nicht das Beste wäre, genau jetzt zu sterben, da er offenbar rundum glücklich ist. Am nächsten Tag wird der Freund ermordet aufgefunden. Und der einzige Zeuge, ein goldener Buddha, ist verschwunden … Ein dramatischer Krimi – und das Seelendrama eines Emigranten in der Zwischenkriegszeit.


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Gaito Gasdanow

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Gaito Gasdanow, 1903 in St. Petersburg geboren und 1971 in München gestorben, gilt als einer der wichtigsten russischen Exilautoren des frühen 20. Jahrhunderts. Seit 1923 lebte er im Exil in Paris, wo er begann, regelmäßig ...

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Presse

„Er ist ein Meister im Entwerfen von sprachlich genau erfassten, aber dann wie in Nebelgebilden verschwimmenden Beobachtungen.“ Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 16.07.16

"Eine der größten Entdeckungen der letzten Jahre ist für mich dieser verlorene Russe aus Paris, der 1971 in München gestorben ist und einen Koffer mit zehn Romanen hinterlassen hat, die in die obersten Ränge der Weltliteratur gehören." Iris Radisch, Die Zeit, 23.06.16

"Gasdanow verbindet die existenziellen Fragen nach Leben, Tod und Identität, Wahrheit und Unwahrheit mit einer spannenden Kriminalgeschichte. Und schließlich bekommt der Roman noch eine gewisse politische Dimension." Gisela Erbslöh, SWR 2 Die Buchkritik, 24.06.16

"Gaito Gasdanow gehört zu den bemerkenswerten literarischen Wiederentdeckungen der vergangenen Jahre." Eberhard Falcke, BR2 Kultur Diwan, 11.06.16

"Es ist die Erfahrung der Entwurzelung, die Gaito Gasdanow in seinem Roman suggestiv inszeniert. Und es ist ein irritierendes Spiel mit Zufall und Schicksal, Logik und Magie." Beate Meierfrankenfeld, BR2 Diwan, 07.06.16

"Gaito Gasdanow hat einen suggestiven Psychothriller geschrieben, in dem Komplexität nirgends billiger Spannung geopfert wird." Ilma Rakusa, NZZ, 24.05.16

"Gaito Gasdanows Roman 'Die Rückkehr des Buddha' zeigt abermals die literarische Klasse dieses Autors." Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.16

"Ein packender, kluger, im besten Sinne nebulöser Paris-Roman mit russisch-nordafrikanischem Migrationshintergrund." Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung, 12.04.16

"Ein faszinierender psychologischer Roman, der bei aller Phantastik gleichwohl ein realistisches Bild der Emmigrantenschicksale im Paris der Zwischenkriegszeit zeichnet." Monika Melchert, Lesart 1/16

"Von der Spannung her könnte man sagen: 'Die Rückkehr des Buddha' ist ein hochkarätiger Krimi, vom literarischen Genre her gehört es eher zu den existenzialistischen Romanen und steht in gewisser Weise in der Tradition von Bulgakow. ... Der Roman ist sehr komplex, auch durch seine philosophischen Exkurse. ... Ich bin den Abenteuern und Verwirrungen des Studenten von der ersten bis zur letzten Seite atemlos gefolgt. Die Übersetzerin Rosemarie Tietze spricht in ihrem Nachwort von 'Seelenkrimi' und 'Seelenkrimi' ist ein gutes Wort für Gasdanows Romane, denn es ist das Innere oder auch die Seele der Figuren, in dem sich die Qualen und der Tanz der Gespenster und Phantome abspielen." Hanne Kulessa, hr2 Kultur, 23.02.16

"Der Reiz von 'Die Rückkehr des Buddha' speist ein Mix aus Thriller-Unterhaltung, existenzialistischer (Alp-)Traum-Prosa und russischer Erzähldramatik à la Dostojewski." Nordkurier, 01.02.16

5 Fragen an …

die Übersetzerin Rosemarie Tietze

Was hat es mit dem Titel des Romans auf sich?
Gasdanows „Buddha“ ist weder ein Religionsstifter noch ein Mensch, sondern eine Statue. Ohne deren Auftauchen wäre womöglich ein Unschuldiger auf der Guillotine gelandet …

Was hat Sie an diesem Roman besonders beeindruckt?
Wer emigrieren muss, ist zwischen zwei Welten zerrissen: der alten Heimat, die ihn abstößt, und der neuen, die ihn womöglich nicht annimmt. Es ist faszinierend, wie Gasdanow die seelischen Nöte eines solchen Schicksals in Worte und Bilder fasst. Um seine Hauptperson, einen zwischen Wahn und Wirklichkeit schwebenden Studenten, gruppiert er eine Reihe von ähnlichen, zum Teil ins Kriminelle abgeglittenen Lebensläufen solcher Outsider.

Gibt es Ähnlichkeiten mit dem „Phantom des Alexander Wolf“?
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Gasdanow offenbar eine Krimi-Phase. Mit kommt es so vor, als hätte er sich geradezu mit Lust in diesem – für ihn neuen – Genre ausprobiert. Gleich nach dem „Phantom des Alexander Wolf“ verfasste er „Die Rückkehr des Buddha“. Auf mich wirken die beiden Romane wie Zwillinge – zwar sind sie eigenwillige Individuen, gleichen sich aber in den Genen.

Worin liegt die besondere Schwierigkeit, Gasdanow zu übersetzen?
Gasdanows eigener Rhythmus, seine weit schwingenden Sätze bezaubern mich jedesmal im Original. Aber es braucht seine Zeit: Ich bastle an den Wörtern und mit den Wörtern, wende die Sätze um und um, bis ich das Deutsche soweit geknetet und gebogen habe, damit es, nach meinem Urteil, vor dem russischen Original bestehen kann.

Sie haben Gasdanow und seine bisher auf Deutsch erschienen Romane oft bei Lesungen vorgestellt. Wie waren die Reaktionen des Publikums?
Bei Lesungen ist das Publikum oft überrascht, wie leicht man sich in Gasdanows Sprache einhört. Und mehrfach haben mir Zuhörer bestätigt, wie glaubhaft Gasdanow doch sei – der Onkel (der Großvater, der Schulkamerad der Mutter usw.) habe die Nachwirkungen von Krieg und Vertreibung in ähnlicher Weise erlebt.

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