Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Alex Capus

Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in seinem neuen Roman: Vom Pazifisten Felix Bloch, der nach 1933 in den USA beim Bau der Atombombe hilft. Von Laura d’Oriano, die Sängerin werden will und als alliierte Spionin in Italien endet. Und von Emile Gilliéron, der mit Schliemann nach Troja reist und zum größten Kunstfälscher aller Zeiten wird. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich. Doch ihre Wege bleiben auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Capus treibt seinen Erzählstil des faktentreuen Träumens zu neuer Meisterschaft. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt der Erfolgsautor aus der Schweiz den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden.


Über den Autor

Alex Capus

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Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Bei Hanser erschienen Léon und Louise (Roman, 2011), Fast ein bisschen Frühling (Roman, 2012), Skidoo (Meine ...

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Presse

"Verblüffend ist die sprachliche Eleganz, mit der Alex Capus die Leser durch dieses anspruchsvolle Arrangement führt. Alles fliest, als wär´s aus einem Guss." Pascale Blatter, Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband, 27.06.13

"Alex Capus ist und bleibt ein fantastischer Erzähler". Britta Heidemann, Der Westen, 26.07.13

"Alex Capus hat ein eigenes Genre geschaffen, das ihm wie ein perfekt geschnittener Anzug passt und steht: einen historischen Roman, der ... leicht und elegant durch das Terrain der Vergangenheit pflügt, sein eigenes Tun dabei stets bewusst hält, reflektiert und gelegentlich auch ironisch beleuchtet." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 27.07.13

"Sein Roman hat den Charme alter Postkarten, auf denen schon die Farben Patinaglück erzeugen und den Betrachter dorthin versetzen, wo er nie war, wo er sich aber merkwürdig vertraut und heimisch fühlt wie in einer Art kollektiver Kindheit." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 27.07.13

"Wenn also Unterhaltung - dann lieber gleich so!" Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 27.01.14

"Capus nimmt sich die Freiheit, die Lebenslinien des Trios lose zu verbinden. Der Lohn ist eine berührende Schicksalssymphonie. Sie besitzt großen Nachhall." Werner Krause, Kleine Zeitung, 17.08.13

"Die Emotion hinter der intensiven Sprache trifft den Leser mit voller Wucht." Christine Westermann, WDR2.de, 30.09.13

Leseproben

Kommentare

Inge Weis
17.09.2014

Drei historische Figuren, die sich 1924 am züricher Bahnhof hätten treffen können sind im Mittelpunkt des neuen Romans von Capus. Felix Bloch, Pazifist, wird Bombenbauer, Laura D´Oriano, träumt von einer Sängerkarriere und wird Spionin und Emile Gillieron, genialer Maler wird Begleiter von Schliemann und einer der größten Kopisten und Fälscher der Kunstgeschichte. Capus ist wie immer ein großartiger Erzähler. Er ist zweifellos einer der begnadetesten Erzähler unserer Zeit. Seine Sprache zieht den Leser in seine Geschichten hinein, wie es wenige andere Autoren vermögen. Die Charakterstudien, die er sich diesmal vorgenommen hat, basieren auf wahren Persönlichkeiten. Das macht auch den Reiz dieses Buchs aus, denn man greift zwangsläufig zum Lexikon, um mehr über diese Personen zu erfahren. Die Geschichte an sich bleibt dabei leider etwas dürftig, aber das macht fast gar nichts. Es ist einfach ein solches Vergnügen, Capus zu lesen, dass der Plot beinah zur Nebensache wird. Er schafft es wunderbar uns für seine Figuren einzunehmen. Man lebt mit ihnen und teilt Freud und Leid. Wunderbar! Eine Biographie ist eine Biographie. Hier sind es gleich drei, was für mich auch den besonderen Reiz des Buches ausmacht. Ein toller Roman und gleichzeitig gut recherchierte, wahre Lebensgeschichten. Alle Bücher von Herrn Capus sind lesenswert !


tina
20.09.2013

Ein grimmiger und unreifer Zeichner, ein junges Mädchen, anders als die Anderen und ein Schüler, der sich nicht für ein Studium entscheiden kann? Alle treffen sich kurzzeitig und sogar teils unbemerkt an einem kleinen Bahnhof, alle sind an dem Abschnitt eines neuen Lebens angelangt und keiner weiß so genau, wo die Reise hingehen soll. Doch die Zeit geht mit und die Drei werden älter. Emille wird einer der bedeutendsten Zeichner und hilft Schliemann sowie Evans und kehrt nie mehr in seine Heimat zurück, Laura bekommt das Familienleben nicht und geht zurück als Sängerin und Hutverkäuferin und natürlich als Spionin im zweiten Weltkrieg. Felix Koch hingegen wechselt und kümmert sich fortan mit Heisenberger, Oppenheimer und Hegel um das Neutron. Alle drei treffen sich unbewusst genau einmal und Capus erzählt aus deren Leben die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Capus, ein Meister der Geschichte und des guten Romans.


kvel
01.08.2013

Lesenswert!

Die junge Frau Laura d’Oriano hat den Traum eine große Sängerin zu werden. Leider verfügt sie nicht über ausreichend Talent, dies umzusetzen. So schlägt sie sich mit gelegentlichen Auftritten und Jobs durch.
Emile Gilliéron besitzt außergewöhnliches künstlerisches Talent. Er gestaltet die bei Ausgrabungen gefundenen Bruchstücke im Sinne / nach den Wünschen seiner Auftraggeber. So erschafft er Realitäten.
Felix Bloch ist eigentlich Pazifist. Er studiert anfänglich Maschinenbau und kommt dann zur Atomphysik.

Ein plakativer Titel. Denn die Drei verbindet nicht mehr als, dass sie zufällig in der gleichen Zeit lebten und sich vielleicht, eventuell, einmal begegnet sein könnten.

Aber die Geschichte, die vom Autor darum herum „gesponnen“ wurde, ist ein wundervoller Roman, der einen umfassenden Eindruck von der Zeit, dem Leben und den Alltäglichkeiten der damaligen Zeit abgibt.

Es ist faszinierend mit welcher Bildgewaltigkeit der Autor über die Kriegswirrungen schreibt und wie fließend die gut recherchierten Details als Hintergrundinformationen in den Text einfließen.

Mir persönlich gefallen die stellenweise fast schon philosophischen Betrachtungen sehr gut: über die Bedeutung von Maschinen, was im Krieg zu was wurde oder dass Emile im Ausland als angesehener Künstler es nicht mehr nötig hat sich anderen gegenüber auflehnen zu müssen.

Die Spannung wird wundervoll bis zu den letzten Seiten des Romans aufrecht erhalten – man will als Leser die ganze Zeit wissen „wie wird denn nun die Sängerin Laura zur Spionin“ und „durch welche Umstände hilft Felix Bloch beim Bau der Atombombe“.

Ehrlich gesagt kann ich nicht beurteilen, wie viel geschichtliche Wahrheit und wie viel Fiktion in dem Roman stecken.
Aber das Ergebnis finde ich auf alle Fälle hervorragend!

5 Sterne (von max. 5 Sternen)


Lovell-Mais
31.07.2013

Meine Meinung:
Ein echter Capus. Der Schreibstil gefällt mir ausnehmend. Vor allem der Capus-Stil, zu schreiben, wenn er den genauen Hergang in der Vergangenheit nicht weiß, „ich weiß nicht ob – es könnte aber sein.“. Zum Beispiel gleich am sinngemäß Anfang: Der Orientexpress fährt am Bahnhof raus, ob Felix Laura sieht wie sie hinten auf den Podest singt , weiß ich nicht – es könnte aber so sein.
Der Nobelpreisträger Felix Bloch ist zwar allen bekannt aber hier lernen wir noch viel aus seinem Leben, z.B. seine Studienkollegen. Auch das sind alles durch die Bank weg Bekanntheiten. Aber die Namen so im Zusammenhang zu lesen – das hat war.
Das Schicksal von Laura und Emilie und deren Familien berühren.

Das Cover ist wunderbar gelungen. So stelle ich mir Laura auf dem Weg nach Marseille vor.

Fazit:
Ein Buch was ich jeden empfehlen kann.


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