Das Mädchen mit dem Fingerhut

Das Mädchen mit dem Fingerhut

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier erzählt in bewegenden Bildern eine Geschichte von Menschen ohne Herkunft.

Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand „Polizei“ sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Als Yiza zwei Jungen trifft, die genauso alleine sind wie sie, tut sie sich mit ihnen zusammen. Sie kommen ins Heim und fliehen; sie brechen ein in ein leeres Haus, aber sie werden entdeckt. Michael Köhlmeier erzählt von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens – ein Roman, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann.


Über den Autor

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt als Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Bei Hanser erschienen die Romane Abendland (2007), Madalyn (2010), Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013) und Spielplatz ...

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Presse

"Auslassungstechnik hat sich besonders in jüngster Zeit als beliebtes Erzählmittel gezeigt. Von Robert Seethalers 'Ein ganzes Leben' bis Bov Bjergs 'Auerhaus'. Lakonismus als Programm. ... Doch selten ist dieser Lakonismus so konsequent aus der infantilen, der sprachlos handelnden Figur heraus entwickelt worden wie bei Köhlmeier." Hubert Winkels, Die Zeit, 25.05.16

Michael Köhlmeiers jüngster Roman 'Das Mädchen mit dem Fingerhut' trifft den Kern dessen, was als 'Flüchtlingskrise' die Debatten antreibt. Er ist das Buch der Stunde, ohne mit der vordergründigen Brisanz des Themas zu flirten. ... Er verleiht seiner Geschichte archaische Wucht und zugleich die dunkle Zartheit eines Märchens." Gerhard Melzer, Neue Zürcher Zeitung, 21.05.16

"Das Staccato von Michael Köhlmeiers Prosa geht unter die Haut. Sein Roman ist ein gehetztes Stück Literatur, auf das Wesentliche konzentriert." Susanne Schaber, Die Presse, 19.03.16

"Ein wunderbarer Text, eine wunderbare Geschichte." Luzia Braun, ZDF Das blaue Sofa, 18.03.16

"Michael Köhlmeiers Märchenparabel betreibt ein hintergründiges Spiel mit den Ambivalenzen, die uns in Zeiten der Flüchtlingskrise alle beschäftigen und quälen. Es ist eine einfach erzählte Geschichte, man hat sie schnell gelesen, aber sie gibt lange zu denken." Wolfgang Schneider, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.16

"Köhlmeier hat eine so spannende wie brisante Geschichte geschrieben." Thomas Borchert, Eßlinger Zeitung, 12.03.16

"Er hat ein Gespür für die Urkräfte des Erzählens, die aus der Stille kommen und zeitlos wirken." Insa Wilke, Süddeutsche Zeitung, 08.03.16

"Handwerklich ein kleines Meisterstück, wie immer bei diesem begnadeten Schriftsteller." Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 25.02.16

"Atmosphärisch dicht beschreibt Köhlmeier in seinem Roman ein Leben am Rande der Gesellschaft. ... Eine ganz leise Geschichte. ... Voller Schönheit und Poesie wird hier der unbezwingbare Überlebenswille von Kindern beschrieben. Eine ganz berührende Geschichte." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 16.02.16

"Die großen Leerstellen, die Michael Köhlmeier lässt, die Sog- und Songhaftigkeit des Textes, sind die große Stärke dieses ungewöhnlichen Romans. Er passt in unsere Zeit und formuliert sehr deutlich, was es heißt, in einer Welt vollkommen fremd zu sein." Martina Kothe, NDR Kultur, 06.02.16

"Michael Köhlmeiers 'Das Mädchen mit dem Fingerhut' ist ein Roman über Liebe, Verwahrlosung und das Böse. Es ist eine Parabel über die Schwierigkeit, das Gute zu wollen und es auch zu tun. Ein Text, den man nicht vergisst." Verena Auffermann, Deutschlandradio Kultur, 04.02.16

"Berührend wie Charles Dickens. … Man merkt, dass man in den Händen eines erstklassigen Erzählers ist. … Ein starker Text." Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 24.01.16

Leseproben

Kommentare

N. B.
01.02.2016

Der österreichische Autor Michael Köhlmeier schrieb mit wenigen Zutaten von Inhaltselementen einen kurzen, aber intensiven Roman, der aufgrund seiner Geschichte einen Teil der gegenwärtige Weltsituation erzählt. Kurze Sätze, die manchmal einfache Momente des Erlebens beschreiben, aber wodurch banale Momente stark zur Geltung kommen. Das Mädchen Yiza symbolisiert ein x-beliebiges Kind, das ohne Eltern und einem Dach über dem Kopf auf der Straße lebt. Vielleicht ist es ein Flüchtlingskind, vielleicht auch nur ein Großstadtkind, das von zu Hause wegegelaufen ist. Ebenso leben die beiden Jungen Schamhan und Arian in diesem desolaten Zustand. Anhand deren Sprachbarrieren stellt man fest, dass diese Kinder unterschiedliche Herkunftshintergründe haben. Michael Köhlmeier griff ein Thema auf, das die Schwachen der Gesellschaft in den Vordergrund rückt.
Ein Roman, der einen nachdenklich zurücklässt. Die Figur Yiza steht für viele andere Kinder und Jugendliche, die Grenzen überqueren ohne Eltern, Großeltern oder Geschwister. Nicht das Mädchen an sich ist bedeutsam, sondern ihre Rolle. Ihr Rolle als Flüchtling, Obdachlose und Verwaiste. Sie steht symbolisch für viele Schicksale auf dieser Welt. Ein Roman abseits von Politik, Medien und Diskussionen, der seine Anerkennung aufgrund der Thematik verdient hat.


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