Adorno für Ruinenkinder

Adorno für Ruinenkinder

Heinz Bude

1968 – was steckte wirklich hinter der Revolte? Heinz Bude zieht, fünfzig Jahre danach, Bilanz.

Die Achtundsechziger polarisieren noch immer. Heinz Bude hat mit Männern und Frauen gesprochen, die damals dabei waren. Gemeinsam ist ihnen der Aufbruch aus der Kindheit zwischen Ruinen in eine Welt des befreiten Lebens. Aber Adorno gab ihnen auf den Weg, dass es einem umso schwerer wird, sich in der Gesellschaft nützlich zu machen, je mehr man von der Gesellschaft versteht. Mit einer trostlosen Vergangenheit im Rücken wollten sie die Gesellschaft verändern, um ein eigenes Leben zu finden. 50 Jahre nach der Revolte ist es an der Zeit zu verstehen, wie viel Privates seinerzeit das Politische bewegte: Heinz Bude, einer der besten Kenner der deutschen Gesellschaft, zieht Bilanz.


Über den Autor

Heinz Bude

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Heinz Bude, Jahrgang 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Von 1997 bis 2015 leitete er den Bereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" am Hamburger Institut für Sozialforschung, seit 2000 ist er Inhaber des ...

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5 Fragen an …

Heinz Bude

Wo waren Sie 1968?
Da war ich 14 Jahre alt und der Ort der Revolte in Wuppertal war Tchibo, wo wir Gymnasiasten über die Tore von Günter Pröpper (der war der Gerd Müller des Wuppertaler Sportvereins) und die Musik von Can (die kamen aus Köln) nicht aufhören konnten zu sprechen. Unsere Schülerzeitung hieß „Der Maulwurf“, ein Gedicht vom Klassenkameraden Charlie „In Ewigkeit Barmen“.

Wie ging es Ihnen bei Ihrer ersten Adorno-Lektüre?
Ich kann mich noch genau an den ersten Satz der „Negativen Dialektik“ erinnern: „Philosophie, die einmal überholt schien, erhält sich am Leben, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung versäumt ward.“ Das hieß für mich, als ich 1972 in Tübingen mitten in der Phase der Parteiaufbauorganisationen anfing zu studieren, Metaphysik ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig, um die Welt zu verstehen.

Warum reden wir heute eigentlich noch so oft über 1968?
Weil da vielleicht ein letztes Mal für einen kurzen Moment das Ganze in Frage gestellt wurde.

Was bleibt von 1968 wichtig?
Die Erfahrung, dass es möglich ist, einfach nur durchzustarten, und es keinen kalt lässt.

An wen haben Sie gedacht, als Sie Ihr Buch geschrieben haben: An die Achtundsechziger oder an deren Enkel?
Zuerst an die 68er, die jetzt zwischen 70 und 80 Jahre alt sind und denen die Altersgenossinnen und -genossen links und rechts wegsterben. Dann an die Tristesse der Unbekümmerten aus der „Generation Golf“, die jetzt die Verantwortung zu übernehmen haben und nicht wissen, worauf sie setzen sollen, und dann an die Enkel der 68er, für die Linkssein auf einmal wieder etwas bedeutet. Die alle sollten dieses Buch lesen, um sich fragen zu können, welches Erbe sie hinterlassen und welches Erbe sie eigentlich antreten wollen.

Termine

Leipzig liest. Die taz.FUTURZWEI-Zukunftsgespräche: "Wie weiter, Germans? Wird 2018 das neue 1968?" Robert Habeck und Heinz Bude im Gespräch mit taz.FUTURZWEI-Chefredakteur Peter Unfried

Leipzig
galerie KUB,
Kantstr. 18,
04275 Leipzig

Heinz Bude: "Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968" | Zur Veranstaltungs-Website

Berlin
Literaturhaus Berlin,
Fasanenstraße 23,
10719 Berlin

Heinz Bude: "Adorno für Ruinenkinder". Moderation Simon Strauß | Zur Veranstaltungs-Website

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