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Der Jaeger und sein Meister

Rocko Schamoni

Nach „Große Freiheit“ taucht Rocko Schamoni erneut ein in die brodelnde Szene der sechziger und siebziger Jahre in Hamburg, wo jenseits der bürgerlichen moralischen Vorstellungen ein freies, ungezügeltes Leben gefeiert wird.


Im Zentrum steht die Freundschaft von Joska Pintschovius zu Heino Jaeger, einem hochbegabten Künstler, Stimmenimitator und Satiriker, der kultisch als „Meister“ verehrt wird. Und am Ende an seiner seelischen Durchlässigkeit verglühen wird. Die Verbindung aus Genialität und Wahnsinn fasziniert den Erzähler und Chronisten Schamoni, der sich in der Ergründung dieses Lebens persönlicher und verletzlicher zeigt als je zuvor.

Erscheinungsdatum: 23.8.2021
288 Seiten
hanserblau
Fester Einband
ISBN 978-3-446-26603-2
Deutschland: 22,00 €
Österreich: 22,70 €


ePUB-Format
E-Book ISBN 978-3-446-27190-6
E-Book Deutschland: 16,99 €

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Der Jaeger und sein Meister

Der Jaeger und sein Meister

Rocko Schamoni

Buch

Deutschland 22,00

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Deutschland 16,99

Rocko Schamoni macht einen sensationellen Fund

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„Jaeger ist ein großes, bedeutendes Stück deutscher Kulturgeschichte, an dem dieses Land komplett vorbeigegangen ist.“
Olli Dittrich
„Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb? - Wir haben ihn wohl nicht verdient.“
Loriot
„Er war ein Jahrhundertgenie.“
Eckhard Henscheid
„Ein erbarmungsloser Ohrenzeuge.“
Hanns Dieter Hüsch
„Hätt` nie gedacht, dass sowas ankommt, das ist doch einfach irgend so`n Stuß.“
Heino Jaeger

Das Hörbuch

gelesen von Rocko Schamoni

Die Hörbuch-Ausgabe von “Der Jaeger und sein Meister” wird vom Autor selbst gelesen und erscheint bei Random House Audio.


Details

Hörbuch CD, 7 CDs, Laufzeit: ca. 7h 55min
ISBN: 978-3-8371-4754-4


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Leseprobe

Viele Jahre später, 1991, als mir der »Meister« das erste Mal angeraten wurde, von meinem damaligen Plattenproduzenten Ulf Krüger, da war ich noch nicht ganz bereit für die ganze Weite von dessen Universum. Ich war fünfundzwanzig Jahre alt, so alt wie mein Vater, als er Hermann Hesses Peter Camenzind gelesen hatte, Hesse übrigens war ebenfalls fünfundzwanzig, als er dieses, sein erstes Buch schrieb. Ulf Krüger überreichte mir eine Maxi-Single des »Meisters« mit weißem Cover ohne Aufdruck und forderte mich auf, dieses Werk, an dessen Produktion er beteiligt gewesen war, aufmerksam durchzuhören, Inspiration sei garantiert, der Erschaffer sei ein ganz besonderer Typ, ein wirklicher Drop-out, einer der letzten großen Freaks aus der Blütezeit derselben, in den Siebzigern ein angehender Star, jetzt allerdings heruntergekommen und halb verrückt einsitzend in einem Pflegeheim für geistig Verwirrte, sein Name:
Heino Jaeger
Die Platte stieß bei mir auf empfangsbereite Ohren, auf ihr waren vier Hörspiele enthalten, allesamt von jenem Heino Jaeger persönlich eingesprochen, trockene kleine Miniaturen von Menschen aus der bundesdeutschen Arbeitswelt, die vor allem durch ihren grotesken Fachjargon auffielen. Mir schien diese merkwürdige pointenlose Art von Humor als eine Offenbarung, anscheinend hatte da ein Unbekannter, Jahre vor mir und meinesgleichen, versucht, deutschen Humor neu zu definieren, anders, als man es beispielsweise aus dem deutschen Fernsehen gewohnt war. Eigentlich konnte man kaum unterscheiden, ob das, was Jaeger da präsentierte, noch Humor oder nur noch Abbild einer ins Groteske übersteigerten Realität war. Je mehr ich mich auf die Welt Heino Jaegers einließ, als desto weiter und tiefer empfand ich sie, es gab nicht nur Schallplatten, sondern auch Zeichnungen, Malerei und Texte, die mir allesamt fast noch interessanter erschienen als die Tonaufnahmen.
Wir alle suchen eine Zeit unseres Lebens nach unserer Herkunft genauso wie nach unserem Zuhause, das häufig ganz woanders liegt als unsere Heimat. Wir suchen nach Traditionen, auf die wir uns berufen können, was deutschen Künstlern aufgrund der jüngeren deutschen Geschichte und ihrem abgrundtiefen Riss eher schwerfällt. Im humorkargen Gefilde der deutschen Kunst bot Heino Jaeger einen Ankerpunkt in einem unbekannten kleinen Hafen, den ich freudig anfuhr. Ich besorgte mir alle seine Tonträger, immerhin veröffentlichte der Schweizer Verlag Kein und Aber gerade alle vergriffenen Platten aus den Siebzigern erneut. Zudem wurden mir unveröffentlichte Aufnahmen zugespielt, denn das Feld der Eingeschworenen um den Meister war größer und konspirativer, als ich zuerst angenommen hatte, immer wieder tauchten von irgendwoher neue alte Aufzeichnungen auf. Wiederholt forderte mich Ulf Krüger auf, dem Meister in seinem Heim einen Besuch abzustatten, wer weiß, wie lange der dort noch leben würde, aber ich traute mich nicht, wie hätte ich diesem Mann denn begegnen können, der dem Vernehmen nach schon halb aus der Welt gerutscht war.

Dann gab es die erste Heino-Jaeger-Ausstellung, an die ich mich gut erinnern kann, eine große Ausstellung in der Hamburger Galerie Zwang mit einem Querschnitt durch das Schaffen des Meisters, Hunderte Arbeiten sollten dort vertreten sein. Am Tag der Ausstellung mischte ich mich verschämt unter die Gäste, ich war erstaunt, wie viele Besucher von diesem Ereignis angezogen waren, ich hatte das Gefühl, als Letzter vom Meister mitbekommen zu haben, und musste anerkennen, dass der kleine Geheimhafen gar nicht so geheim war, wie ich es mir vielleicht erhofft hatte.
Die ausgestellten Bilder waren fantastisch, zahlreiche kleine Bleistiftzeichnungen, detailreich und akribisch, darauf erfundene, völlig abstruse Ackerbau-Werkzeuge, medizinisch fragwürdiges Arzneibesteck, bizarre Waffen, groteske Körperteile, fischhafte Penisse mit Flossen, Militärutensilien, alles in unabgesetztem, aber perfektem Strich gezogen, dann wieder große Blätter mit Straßenszenerien, mit Caféhausmomenten und unglaublich viele Porträts von Versehrten jeglicher Art, von Soldaten, immer wieder Soldaten, Menschen mit grotesken Verwachsungen, Zwitterwesen, halb Mann, halb Hummer, Tiere in Uniformen, alte Damen in Persianern, zwischendurch kühle Landschafts- und Architekturskizzen, natürlich auch größere »Ölbilder« (mit Plakafarbe gemalt). An vielen Werken prangten bereits rote Punkte, die Preise waren nicht gerade niedrig.

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Cover Der Jaeger und sein Meister
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Der Autor

Rocko Schamoni, geboren 1966, ist Autor, Entertainer, Musiker, Schauspieler und Bühnenkünstler. Er lebt in Hamburg. Mit seinen Romanbestsellern wie „Große Freiheit“ und „Dorfpunks“ füllt er Hallen. Lange Jahre betrieb er auf St. Pauli zusammen mit Schorsch Kamerun den legendären „Golden Pudel Club“.


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Rad- und Signiertour durch Hamburg

Zum Erscheinen von “Der Jäger und sein Meister” ging Rocko Schamoni im August auf exklusive Rad- und Signiertour durch Hamburger Buchhandlungen. Alle Stationen finden Sie in unserer animierten Karte. In den genannten Buchhandlungen können Sie signierte Exemplare des Romans erwerben.

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Große Freiheit

Rocko Schamoni

Das Deutschland der Nachkriegsjahre ist eng und spießig. Im Lichtermeer des Hamburger Viertels St. Pauli aber versammeln sich all jene mit der Sehnsucht nach einem grenzenlosen Leben. Nacht für Nacht treiben Huren, Freier, Transvestiten, Schläger und Künstler wie die damals noch völlig unbekannte englische Band the Beatles, aufgeputscht von Preludin und Alkohol, durch die heruntergekommenen Straßen. 1962 verschlägt es Wolli Köhler auf den Kiez. Der junge Mann aus dem Nirgendwo ist auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit. Und steigt auf zum außergewöhnlichsten Puff-Boss in der Geschichte St. Paulis.


Rocko Schamoni erzählt die frühen Jahre von Kiezlegende Wolfgang „Wolli“ Köhler als Entwicklungsroman eines Antihelden. Die Große Freiheit ist der Sehnsuchtsort für Gegenkultur, Kunst, Drogen und freie Sexualität.

Erscheinungsdatum: 18.02.2019
288 Seiten
hanserblau
Fester Einband
ISBN 978-3-446-26256-0
Deutschland: 20,00 €
Österreich: 20,60 €

ePUB-Format
E-Book ISBN 978-3-446-26316-1
E-Book Deutschland: 15,99 €

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Große Freiheit

Große Freiheit

Rocko Schamoni

Ein junger Mann auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit im St. Pauli der Sechzigerjahre: Bestsellerautor Rocko Schamoni ist zurück!

Buch

Deutschland 20,00

E-Book

Deutschland 10,99

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Leseprobe

Im Jahre 1650 gewährt Friedrich der Dritte, König von Dänemark und neuer Herr über Altona, einer spärlich bebauten Gegend, die im Niemandsland zwischen den Städten Altona und Hamburg liegt, Religionsfreiheit. Zugleich befreit er die dortigen Einwohner vom Zunftzwang und spricht ihnen das Recht zu, vor Ort jedwede Art von Handwerk ausüben zu dürfen. Die zentrale Straße dieser Gegend erhält daher den Namen „Große Freiheit“. Um diese Straße herum siedeln sich in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Menschen an, die in der ansonsten streng protestantischen Stadt Hamburg keine Heimat finden: Angehörige verschiedenster Religionen wie Katholiken, Mennoniten, Calvinisten, Wiedertäufer, Herrnhuter und viele andere teilen sich dieses Areal mit Handwerkern, die frei und nicht nach den Regeln der Zünfte arbeiten wollen. Auch die Betriebe, die aufgrund ihrer Lautstärke oder Geruchsentwicklung außerhalb der Stadtmauern bleiben müssen finden hier ihre Heimat: Werften, Ölmühlen, Gerbereien, Tranbrennereien, Reepschläger und Seilmacherbetriebe; sogar ein Pesthof, in dem Seuchenkranke und Irre untergebracht sind, wird hier errichtet. Vom regen Treiben dieser nichtbürgerlichen Berufe angezogen, siedeln sich ab dem 18. Jahrhundert immer mehr Schankstuben, Tanzlokale, Speisewirtschaften und Spelunken an. Durch die Ströme der fahrenden Handwerker, der Matrosen und der Schausteller prosperiert die Prostitution.

Zu dieser Zeit wird St. Pauli „Hamburger Berg“ genannt, weil es auf den Hügeln vor den Toren der Stadt liegt (Einheimische sagen daher auf St. Pauli, nicht in). Anfang des 17. Jahrhunderts werden die Hügel abgetragen, um von den Festungswällen ein freies Schussfeld (“Glacis”) zur Abwehr von Angriffen zu haben. Die 1682 erbaute und später zerstörte katholische St.-Pauli-Kirche auf dem Pinnasberg gibt 1833 dem Quartier seinen Namen.
Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird Altona, die dänische Stadt, die ihren Namen trägt, weil sie den Hamburgern „All zu nah“ erscheint, zur Heimat von über viertausend französischen Emigranten, die vor der französischen Revolution flüchten mussten. Viele von ihnen landen auf Grund ihres katholischen Glaubens in der Großen Freiheit.
In der Großen Freiheit Nummer 11 gibt es ab 1750 ein „königliches Lottohaus“, also den ersten Spielsalon des schnell wachsenden Stadtteils. In jener Nummer 11 eröffnet ein chinesischer Emigrant 1929 das „Varieté Neuchina“, es ist die große Zeit der Ballsäle, und das Publikum strömt in Massen in das exotische Varieté. Am 13. Mai 1944 wird der gesamten kleinen „Chinatown“ in St. Pauli durch die Gestapo ein blutiges Ende gesetzt.
1950 wird in der Nummer 11 das „Klein-Paris“ eröffnet, das mit Striptease-Shows eine neue Freizügigkeit auf St. Pauli einführt. In Freierkreisen gilt der Laden als „Bar mit Fickmöglichkeit“.
Im Vorderhaus gibt es über dem Klein-Paris zwei Stockwerke, die ab 1966 von Wolfgang „Wolli“ Köhler, dem außergewöhnlichsten Puff-Boss in der Geschichte St. Paulis bewohnt wurden. Dies ist seine Geschichte.

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Das Hörbuch

gelesen von Rocko Schamoni

Die Hörbuch-Ausgabe von “Große Freiheit” wird gelesen vom Autor selbst und erscheint bei Random House Audio.


Details

Hörbuch CD, 7 CDs, Laufzeit: ca. 8h 2 min
ISBN: 978-3-8371-4596-0
Erschienen am 18. Februar 2019


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Filmtipps

von Rocko Schamoni

“Ich habe in ‘Große Freiheit’ versucht die Lebensstationen von Puffboss und Kunstfreak Wolli “Indienfahrer” Köhler nachzuzeichnen.
Er war ein außergewöhnlich offener Mensch, der es schaffte zwischen Rotlicht und Kunstwelt zu rochieren und dabei seine eigene größtmögliche Form von Freiheit zu definieren. Gleichzeitig aber geht es um den Bruch mit diversen Konventionen der Nachkriegszeit. Sankt Pauli war in den früher Sechzigern ein Pflaster in dem nicht nur die Beatmusik zu völlig neuen Ufern aufbrach. Grenze um Grenze wurde eingerissen und für einen kurzen Moment schien es, als ob man einer wirklich neuen Form von Freiheit und selbstbestimmten Zusammenleben näher kommen könnte, nur um ein paar Jahre später in einem aufgeräumten und neu strukturierten Kiez den maximalen Ausverkauf zu beginnen. Segen und Fluch einer Verheißung.”


Gerd Kroske hat zu den Hauptfiguren dieser Zeit drei großartige Dokumentarfilme gedreht, hier sind die Links:


WOLLIS PARADIES>


DER BOXPRINZ>


HEINO JAEGER -LOOK BEFORE YOU KUCK>


Rocko Schamoni

»Schamoni porträtiert Wolli als großen Freigeist, der zwischen den Welten rochiert: Huren, Stricher, Kriminelle hier – Künstler, Intellektuelle, politisch Radikale dort.«
Tobias Becker, Der Spiegel
»Rocko Schamoni ist ein echtes kunstformübergreifendes Universalgenie … erzählt wird die Geschichte der verstorbenen Kiezgröße Wolli Köhler … Das ist Zeitgeschichte, brillant erzählt, es fesselt und macht Spaß.«
Stephan Bartels, Brigitte
»Rocko Schamoni setzt Wolli Köhler auf seine ganz eigene Weise ein literarisches Denkmal im famosen Roman ›Große Freiheit‹.«
Knut Cordsen, BR2 KulturWelt
»Der Roman erzählt auf höchst unterhaltsame Weise wie ein unbedarfter junger Mann … in der Kiez-Hierarchie aufsteigt … Der wunderbare Roman ‚Große Freiheit‘ endet Ende der 60er-Jahre … Zum Glück hat Rocko Schamoni angekündigt, gleich zwei weitere Bücher über Wolli Köhler zu schreiben.«
Danny Marques Marcalo, NDR

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