Große Freiheit

Große Freiheit

Rocko Schamoni

Ein junger Mann auf der Suche nach Abenteuer und Freiheit im St. Pauli der Sechzigerjahre: Bestsellerautor Rocko Schamoni ist zurück!

Buch

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Österreich 20,60

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Leseprobe

Im Jahre 1650 gewährt Friedrich der Dritte, König von Dänemark und neuer Herr über Altona, einer spärlich bebauten Gegend, die im Niemandsland zwischen den Städten Altona und Hamburg liegt, Religionsfreiheit. Zugleich befreit er die dortigen Einwohner vom Zunftzwang und spricht ihnen das Recht zu, vor Ort jedwede Art von Handwerk ausüben zu dürfen. Die zentrale Straße dieser Gegend erhält daher den Namen „Große Freiheit“. Um diese Straße herum siedeln sich in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Menschen an, die in der ansonsten streng protestantischen Stadt Hamburg keine Heimat finden: Angehörige verschiedenster Religionen wie Katholiken, Mennoniten, Calvinisten, Wiedertäufer, Herrnhuter und viele andere teilen sich dieses Areal mit Handwerkern, die frei und nicht nach den Regeln der Zünfte arbeiten wollen. Auch die Betriebe, die aufgrund ihrer Lautstärke oder Geruchsentwicklung außerhalb der Stadtmauern bleiben müssen finden hier ihre Heimat: Werften, Ölmühlen, Gerbereien, Tranbrennereien, Reepschläger und Seilmacherbetriebe; sogar ein Pesthof, in dem Seuchenkranke und Irre untergebracht sind, wird hier errichtet. Vom regen Treiben dieser nichtbürgerlichen Berufe angezogen, siedeln sich ab dem 18. Jahrhundert immer mehr Schankstuben, Tanzlokale, Speisewirtschaften und Spelunken an. Durch die Ströme der fahrenden Handwerker, der Matrosen und der Schausteller prosperiert die Prostitution.

Zu dieser Zeit wird St. Pauli „Hamburger Berg“ genannt, weil es auf den Hügeln vor den Toren der Stadt liegt (Einheimische sagen daher auf St. Pauli, nicht in). Anfang des 17. Jahrhunderts werden die Hügel abgetragen, um von den Festungswällen ein freies Schussfeld (“Glacis”) zur Abwehr von Angriffen zu haben. Die 1682 erbaute und später zerstörte katholische St.-Pauli-Kirche auf dem Pinnasberg gibt 1833 dem Quartier seinen Namen.
Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird Altona, die dänische Stadt, die ihren Namen trägt, weil sie den Hamburgern „All zu nah“ erscheint, zur Heimat von über viertausend französischen Emigranten, die vor der französischen Revolution flüchten mussten. Viele von ihnen landen auf Grund ihres katholischen Glaubens in der Großen Freiheit.
In der Großen Freiheit Nummer 11 gibt es ab 1750 ein „königliches Lottohaus“, also den ersten Spielsalon des schnell wachsenden Stadtteils. In jener Nummer 11 eröffnet ein chinesischer Emigrant 1929 das „Varieté Neuchina“, es ist die große Zeit der Ballsäle, und das Publikum strömt in Massen in das exotische Varieté. Am 13. Mai 1944 wird der gesamten kleinen „Chinatown“ in St. Pauli durch die Gestapo ein blutiges Ende gesetzt.
1950 wird in der Nummer 11 das „Klein-Paris“ eröffnet, das mit Striptease-Shows eine neue Freizügigkeit auf St. Pauli einführt. In Freierkreisen gilt der Laden als „Bar mit Fickmöglichkeit“.
Im Vorderhaus gibt es über dem Klein-Paris zwei Stockwerke, die ab 1966 von Wolfgang „Wolli“ Köhler, dem außergewöhnlichsten Puff-Boss in der Geschichte St. Paulis bewohnt wurden. Dies ist seine Geschichte.

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Das Hörbuch

gelesen von Rocko Schamoni

Die Hörbuch-Ausgabe von “Große Freiheit” wird gelesen vom Autor selbst und erscheint beim Random House Audio.


Details

Hörbuch CD, 7 CDs, Laufzeit: ca. 8h 2 min
ISBN: 978-3-8371-4596-0
Erschienen am 18. Februar 2019


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Für Fans

T-Shirt und Jutebeutel

Für alle Fans der “Großen Freiheit” gibt es im Webshop des Hamburger Plattenladens “Hanseplatte”


UNISEX-T-Shirts >
Jutebeutel >
und
Kondome >


mit dem Covermotiv zu kaufen.

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Auf Lesereise

ab Februar 2019

Am Februar 2019 geht Rocko Schamoni auf große Lesereise in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um seinen Roman “Große Freiheit” vorzustellen.


Details zu allen Terminen finden Sie hier >

Filmtipps

von Rocko Schamoni

“Ich habe in ‘Große Freiheit’ versucht die Lebensstationen von Puffboss und Kunstfreak Wolli “Indienfahrer” Köhler nachzuzeichnen.
Er war ein außergewöhnlich offener Mensch, der es schaffte zwischen Rotlicht und Kunstwelt zu rochieren und dabei seine eigene größtmögliche Form von Freiheit zu definieren. Gleichzeitig aber geht es um den Bruch mit diversen Konventionen der Nachkriegszeit. Sankt Pauli war in den früher Sechzigern ein Pflaster in dem nicht nur die Beatmusik zu völlig neuen Ufern aufbrach. Grenze um Grenze wurde eingerissen und für einen kurzen Moment schien es, als ob man einer wirklich neuen Form von Freiheit und selbstbestimmten Zusammenleben näher kommen könnte, nur um ein paar Jahre später in einem aufgeräumten und neu strukturierten Kiez den maximalen Ausverkauf zu beginnen. Segen und Fluch einer Verheißung.”


Gerd Kroske hat zu den Hauptfiguren dieser Zeit drei großartige Dokumentarfilme gedreht, hier sind die Links:


WOLLIS PARADIES>


DER BOXPRINZ>


HEINO JAEGER -LOOK BEFORE YOU KUCK>


Rocko Schamoni

»Schamoni porträtiert Wolli als großen Freigeist, der zwischen den Welten rochiert: Huren, Stricher, Kriminelle hier – Künstler, Intellektuelle, politisch Radikale dort.«
Tobias Becker, Der Spiegel
»Rocko Schamoni ist ein echtes kunstformübergreifendes Universalgenie … erzählt wird die Geschichte der verstorbenen Kiezgröße Wolli Köhler … Das ist Zeitgeschichte, brillant erzählt, es fesselt und macht Spaß.«
Stephan Bartels, Brigitte
»Rocko Schamoni setzt Wolli Köhler auf seine ganz eigene Weise ein literarisches Denkmal im famosen Roman ›Große Freiheit‹.«
Knut Cordsen, BR2 KulturWelt
»Der Roman erzählt auf höchst unterhaltsame Weise wie ein unbedarfter junger Mann … in der Kiez-Hierarchie aufsteigt … Der wunderbare Roman ‚Große Freiheit‘ endet Ende der 60er-Jahre … Zum Glück hat Rocko Schamoni angekündigt, gleich zwei weitere Bücher über Wolli Köhler zu schreiben.«
Danny Marques Marcalo, NDR

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