Stumme Erde
Dave Goulson

Stumme Erde

übersetzt aus dem Englischen von Sabine Hübner

Erscheinungsdatum: 14.03.2022

Details zum Buch
Warum wir die Insekten retten müssen
  • Erscheinungsdatum: 14.03.2022
  • 368 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-27267-5
  • Deutschland: 25,00 €
  • Österreich: 25,70 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-27344-3
  • E-Book Deutschland: 18,99 €

Insekten mögen klein sein, aber sie verrichten die großen Arbeiten auf unserer Erde. Sie entsorgen Abfälle, bestäuben Pflanzen, ernähren unzählige Tierarten und bereichern die Welt mit ihrer vielgestaltigen Schönheit. Dennoch wird ihr Beitrag kaum wahrgenommen und Tag für Tag sterben hunderte Arten aus. Was bedeutet ihr Verschwinden für uns Menschen?
Dave Goulson zeichnet das Bild vom Aufstieg und Niedergang der Insekten. Wie kein anderer vermag er vorwegzunehmen, was genau passieren wird, sollte das Insektensterben nicht gestoppt werden. Ein Leben ohne Himbeeren und Schokolade ist sicherlich vorstellbar, globale Hungersnöte sind jedoch die ernste Folge des Insektensterbens. Wer „Stumme Erde“ liest, wird Insekten mit anderen Augen sehen lernen und handeln.

Dave Goulson

Dave Goulson

Dave Goulson, geboren 1965, ist Professor für Biologie an der University of Sussex und einer der bekanntesten Naturschützer Europas. Bei Hanser erschienen Und sie fliegt doch (2014), Wenn der Nagekäfer zweimal klopft (2016), Die ...

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5 Fragen an …

Dave Goulson

Lieber Dave Goulson, wie sind Sie auf die Insekten gekommen?
Das ist schwer zu sagen. Meine Eltern hatten kein großes Interesse an Naturgeschichte, aber sie ermutigten mich und kauften mir Bestimmungsbücher. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, daher konnte ich leicht Insekten um mich herum finden. Es ist mir heute peinlich das zuzugeben, aber ich habe Schmetterlinge gesammelt und die armen Dinger getötet, indem ich sie mit Nadeln durchstach, was wirklich schrecklich ist. Später, merkte ich, dass ich sie nicht gerne tötete, und begann sie stattdessen zu züchten – Wolken von Schmetterlingen. Für mich stand nie in Frage, dass ich etwas mit Biologie machen würde. Es war alles, was mich jemals wirklich interessiert hat.

Sie sind vor allem für Ihre Arbeit mit Bienen bekannt..
Ich habe mich auf die Bienen konzentriert – auch weil sie so schlau sind. Bienen tun allerlei erstaunliche Dinge, die andere Insekten nicht tun: Sie können über große Entfernungen navigieren, sich etwas merken und lernen und haben ein wirklich komplexes Sozialleben.

Was hat Sie dazu bewogen, Stumme Erde zu schreiben?
Je mehr ich mich mit Bienen beschäftigte, desto klarer wurde mir, dass sie rückläufig waren. Also begann ich mich darauf zu konzentrieren, warum das so ist und was wir dagegen tun können. Aber wenn Sie in trockenen akademischen Zeitschriften veröffentlichen, dann liest das einfach niemand – außer einer Handvoll von anderen Akademikern. Das erschien mir sinnlos. Dieses Buch ist der Versuch, einen breiteren Teil der Gesellschaft zu erreichen.

Ich stelle mir vor, dass es leicht ist, Menschen für Bienen zu interessieren, aber schwieriger für andere, weniger niedliche und offensichtlich nützlichen Insekten zu begeistern?
Das ist in der Tat knifflig. Es gibt eine sehr kleine Anzahl von Insekten, die wir Menschen mögen – Bienen, Schmetterlinge, einige Motten, Libellen und Grashüpfer – aber danach hat man wirklich zu kämpfen. Niemand wird jemals den Earwig Preservation Trust gründen. Also muss man den Leuten erklären, dass diese Insekten lebenswichtige Dinge tun und dass sie wirklich faszinierend sind. Wenn die Leute ein wenig mehr Zeit auf ihren Händen und Knien verbringen würden, dann würden sie feststellen, dass Insekten gar nicht so eklig sind. Außerdem sollten wir Insekten nicht immer nur unter dem Gesichtspunkt betrachten, was sie für uns tun. Sie haben genauso viel ein Recht darauf, hier zu sein wie wir auch.

Gibt es Dinge, die der Einzelne tun kann, um Insekten zu helfen?
Auf jeden Fall. Das ist etwas ganz Anderes als viele der großen Themen, bei denen sich die Menschen hilflos fühlen. Wenn man das Auto stehenlässt und stattdessen zu Fuß geht, merkt man nicht, dass sich dadurch der Klimawandel verlangsamt. Pflanzt man aber ein paar Blumen in seinem Garten, dann kann man tatsächlich beobachten, dass schon bald Schmetterlinge auftauchen. Es mag nur eine kleine Sache sein, aber man hat etwas Positives getan, und es hat funktioniert. Wenn wir den Planeten retten wollen, sollten wir mit dem beginnen, was direkt vor unserer Nase liegt.

Die Fragen stellte Killian Fox für The Observer (25.7.2021), Übersetzung Nicola v. Bodman-Hensler

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