Silberpfeile

Silberpfeile

Walter Kappacher

Ein junger Journalist für Motorsport entdeckt während einer Italienreise ein Museum über den Rennfahrer Tazzio Nuvolari und beschließt, ein Buch über die deutschen Silberpfeile der dreißiger Jahre zu schreiben. Auf den Fotos taucht immer wieder der Name eines österreichischen Ingenieurs auf: Paul Windisch. Seine Recherchen führen den Ich-Erzähler in ein Seniorenheim in Salzburg, wo der fünfundachtzigjährige Paul Windisch seit einigen Monaten lebt. Dieser wünscht sich, noch einmal in seinem eigenen Haus einen richtigen Kaffee zu trinken. Dort erinnert sich der Chefingenieur an seine Arbeit bei der Auto-Union, die Weltrekordversuche und die letzte Fahrt von Bernd Rosemeyer, einem der berühmtesten Rennfahrer der Vorkriegsjahre.
Schließlich erzählt Windisch, wie er von der Automobilindustrie in das kriegsentscheidende Werk Schlier geriet, das neben einem Konzentrationslager in der Nachbarschaft der Brauerei Zipf lag. In unterirdischen Stollen wurden V2-Raketen entwickelt, bis eine Explosion 1944 die Versuchsreihen stoppte...
Während seiner unsentimental und unbeteiligt geschilderten Reise in die Vergangenheit wird klar, daß der Konstrukteur seine Rolle in der Kriegsindustrie ebenso zu verdrängen versucht wie die Bewohner des Orts. Doch auch für den Journalisten bleibt dieser Ausflug nicht ohne Folgen...


Über den Autor

Walter Kappacher

Walter Kappacher

Walter Kappacher, geboren 1938 in Salzburg, verließ mit 15 Jahren die Schule und war in verschiedenen Berufen tätig, 1964 Beginn der literarischen Tätigkeit, seit 1967 Veröffentlichungen, seit 1978 freiberuflicher Schriftsteller. ...

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Presse

"In seiner hohen Kunst des Understatements bringt es Kappacher zuwege, den Zusammenhang zwischen Rennsport und autoritärer Gesellschaft, von Maschinenkult und faschistischer Ideologie sichtbar zu machen, ohne die Leidenschaft seiner Protagonisten zu denunzieren. (...) Walter Kappacher hat ein Buch über dröhnende Motoren, ratternde Maschinen, über Autos und Raketen, über Rennstrecken und eine explodierende Waffenfabrik geschrieben. Wie macht er das nur, daß es wiederum ein Buch geworden ist, in dem man die Stille zu hören meint?"
Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung

"Dem ruhigen Erzählen Walter Kappachers zu folgen ist eine helle Freude. Eine Vorliebe für Maschinen und Mechaniker besaß der Österreicher schon immer, da mußte die Versuchung große erscheinen, einmal diesen deutschen Automobilmythos der dreißiger Jahre literarisch zu verhandeln. Schön, daß er dieser Versuchung nicht widerstand."
Jan Eggers, Die Welt

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