Nach der Sonne
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Jonas Eika

Nach der Sonne

übersetzt aus dem Dänischen von Ursel Allenstein

Erscheinungsdatum: 17.08.2020

Details zum Buch
Erzählungen
  • Erscheinungsdatum: 17.08.2020
  • 160 Seiten
  • Hanser Berlin
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26782-4
  • Deutschland: 20,00 €
  • Österreich: 20,60 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-26870-8
  • E-Book Deutschland: 15,99 €

„Wir sind genau jetzt gezwungen, unsere Einstellung zur Welt zu verändern.“ (Jonas Eika) Mit seinem Debüt hat er eines jener Bücher geschrieben, die die Literatur an einen neuen Ort führen.

Ein IT-Berater stellt fest, dass die Bank, für die er arbeitet, mitten in Kopenhagen in einem Krater versunken ist. Ein Ehepaar lässt sich in der Wüste Nevadas nieder, wo die Menschen auf das Erscheinen von Außerirdischen warten. Eine Obdachlose findet in den grauen Trümmern Londons ein Zuhause und verliert es wieder. Und unter dem knallblauen Himmel Cancuns tragen scheinbar gefügige Beach Boys den reichen Urlaubern die Sonnenschirme hinterher. Fünf sinnliche, geheimnisvolle Erzählungen über dunkles Begehren und kapitalistische Ausbeutung, über Liebe, Hoffnung und Solidarität in einer unsicheren, technologisch flirrenden Welt, in der Körper, Himmel und Licht die einzigen Konstanten sind. Jonas Eika hat eines jener Bücher geschrieben, die die Literatur an einen neuen Ort führen.

Jonas Eika

Jonas Eika

Jonas Eika, geboren 1991, ist ein dänischer Autor. 2015 machte er seinen Abschluss an der Dänischen Akademie für Kreatives Schreiben (Forfatterskolen). Im Oktober 2019 erhielt er für seinen Erzählungsband Nach der Sonne den ...

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Nach der Sonne

5 Fragen an …

Jonas Eika

Dein Buch heißt Nach der Sonne und eröffnet gleich einen Raum für Spekulation – was wäre eine mögliche Interpretation?
„Nach der Sonne, nach der Sonne / stehen die Dinge neben sich / stumm, nutzlos, freigelassen / ins unbekannte Leben, nach dem wir fragen …“ Das singt eine Gruppe von Jungen als Teil ihres Rituals in der letzten Erzählung des Buchs. Der Titel Nach der Sonne verweist auf einen Horizont, der sich durch das ganze Buch zieht, auf eine Möglichkeit, in eine neue Ordnung überzugehen, in der Menschen und Dinge von jenen Ausbeutungsmechanismen losgerissen werden, mit denen sie leben müssen.

Deine Erzählungen handeln auf unterschiedliche Weise von Menschen, deren Lebensumstände durch den Kapitalismus und die ausbeuterischen Verhältnisse bedingt sind – und die dabei trotzdem Sehnsüchte haben, die über diese Wirtschaftsordnung hinausweisen. Wie politisch ist dein Buch?
Wenn Bücher ein politisches Potential haben sollen, müssen sie auch politisch gelesen werden. Politisch zu lesen bedeutet für mich, dass wir versuchen, dem Text wie einer fremden Intelligenz zu begegnen, die uns beeinflussen, uns in Emotionen versetzen und letzten Endes auch verändern kann. Dass wir durch das Lesen herauszufinden versuchen, wie wir gerne leben wollen und können. Die Literatur erklärt uns nicht, wie wir handeln sollen, könnte uns aber vielleicht zu – möglicherweise politischen – Handlungen oder Gemeinschaften hinführen. Deshalb liegt die Einschätzung, ob mein Buch politisch ist oder nicht, eigentlich auch nicht bei mir.

Gab es etwas, was du selbst beim Schreiben von Nach der Sonne herausfinden wolltest, etwas, was dein Schreiben angetrieben hat?
Während meiner Arbeit an Nach der Sonne habe ich mich vor allem dafür interessiert, wie Machtverhältnisse und Ausbeutungsmechanismen auf unterschiedliche Weise das Leben der Menschen bestimmen; je nachdem, wie schutzlos sie sind. Und dafür, dass der Kapitalismus nicht allein eine Wirtschaftsform ist, sondern auch eine invasive, beinahe religiöse Kraft, die unsere Psyche, unsere Körper, Sehnsüchte, unsere Beziehung zueinander und zu unserer Umgebung bestimmt. Und gleichzeitig habe ich, wie du auch in deiner vorigen Frage schreibst, versucht, jenen Sehnsüchten und Impulsen meiner Protagonisten nachzugehen, die dabei helfen könnten, sie von der herrschenden Ordnung loszureißen. Ich hoffe, meinem Buch kann es gelingen, die Machtverhältnisse und politischen Systeme, die wir sonst als gegeben hinnehmen, wenigstens für ein paar Augenblicke erzittern und in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.

Deine Erzählungen spielen an unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt, in der Wüste Nevadas, in Cancun, London, Kopenhagen, sind aber zugleich nicht fest in einer realistischen Welt verankert. Warum hast du ein solch globales und zugleich fantastisches Setting gewählt?
Die Erzählungen sind aus einem Impuls heraus entstanden – oft aus einem einfachen Satz oder einem Bild – deshalb habe ich gar nicht bewusst entschieden, über welche Orte ich schreibe. Aber es stimmt, dass sie wiedererkennbar und gleichzeitig unwirklich sind. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Welt so erlebe, vor dort, wo sie stark vom Konsum und von kapitalistischen Interessen geprägt ist. In den meisten Metropolen habe ich irgendwann das Gefühl, ich befände mich in einer Fiktion, erschaffen von Interessen, die nicht unbedingt menschlich sind – oder jedenfalls nicht zum Besten für die Menschen. Aber es ist eine Fiktion, die eine ganz konkrete Bedeutung für das Leben der Menschen hat. So ist das wohl mit vielen Konstruktionen, die unsere Welt strukturieren, zum Beispiel Ethnie und Geschlecht: Sie sind im Wesentlichen fiktiv, hinterlassen aber dennoch materielle Spuren und haben eine enorme Bedeutung dafür, wie manche Menschen leben oder sterben.
Davon abgesehen hatte ich einfach nur Lust, Literatur zu schreiben, die sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegt. In Dänemark gab es lange eine starke Tradition des Realismus und Minimalismus, vor allem im Bereich der Kurzgeschichten. Das habe ich als Einschränkung empfunden. Ich wollte den Realismus gern mit Science Fiction, Horror und Mystik mischen.

Hast du das Gefühl, dass Literatur einen nennenswerten Beitrag leisten kann, um die Krisen unserer Zeit zu überwinden?
Literatur kann dazu beitragen, uns eine eigene Sprache für die Welt und für unsere Erfahrungen zu geben, eine Sprache, die uns nicht verlogen oder unzureichend vorkommt; und wenn man eine eigene Sprache hat, fällt es leichter, sich zu organisieren und zu kämpfen. Literatur kann Energie zu politischer Veränderung freisetzen.

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