Kleine Fluchten
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Carole Fives

Kleine Fluchten

übersetzt aus dem Französischen von Anne Braun
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Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 15.03.2021
  • 144 Seiten
  • Zsolnay
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-552-07226-8
  • Deutschland: 19,00 €
  • Österreich: 19,60 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-552-07238-1
  • E-Book Deutschland: 14,99 €

Zärtlichkeit, Wut, Liebe, Verzweiflung – eine Mutter zwischen Fürsorge und Freiheit. Nach „Eine Frau am Telefon“ der neue Roman von Carole Fives

Ihr kleiner Sohn ist hübsch, blondgelockt, von allen bewundert. Doch er lässt seiner Mutter keine freie Minute. Der Vater ist abgehauen, die junge Frau hat weder Familie noch Freunde, die sie unterstützen könnten. Auch die Nachbarn, er ist Polizist, sie scheint nicht zu arbeiten, wollen nichts mit ihr zu tun haben. Wenn der Kleine endlich schläft, gönnt sich die junge Mutter kleine Fluchten. Sie verlässt die Wohnung, erst nur ganz kurz, dann immer länger. Bis sie einmal eine ganze Nacht lang wegbleibt, das Kind allein zurück in der Wohnung lässt … Carole Fives’ neuer Roman ist ein unheimliches Leseerlebnis, dem man sich nicht entziehen kann, und er zeigt zugleich, wie schwierig und ausweglos die Lage alleinerziehender Frauen sein kann.

Carole Fives

Carole Fives

Carole Fives, geboren 1971, ist bildende Künstlerin und Autorin. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie in Frankreich bereits mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ihre Romane Eine Frau am Telefon (2018) und Kleine ...

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Presse

"Fives beschreibt sehr genau die grausame Einsamkeit der jungen Frau ... Ein präzise eingefangener Ausschnitt westlicher Gesellschaften." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.07.21

„Schonungslos echt, mit kluger Beobachtungsgabe und nie sentimental schildert die Autorin den inneren Zwiespalt dieser Frau, die sich wie eine Rabenmutter vorkommt, sich aber dennoch nicht unterkriegen lässt.“ Peter Burri, Basler Zeitung, 22.05.21

„In knappen, präzisen Sätzen schildert Carole Fives den Alltag einer Alleinerziehenden, die versucht Mensch und Frau zu bleiben. … Ein sehr kluger und zugleich spannender Roman.“ Barbara Geschwinde, WDR 5 Bücher, 07.05.21

„Eine brillante Studie über die Einsamkeit junger Mütter in der Großstadt. Mit geradezu chirurgischer Genauigkeit beschreibt Carole Fives die vielen kleinen Alltagsszenen, die mühseligen Routinen eines Lebens im Hamsterrad. Es ist eine Geschichte großer Verlorenheit, aber auch der anmaßenden Selbstgerechtigkeit einer Gesellschaft, die ganz genau weiß, welche Rolle eine Mutter einzunehmen hat.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.21

"Fives beschreibt in ihrem kurzen, intensiven Roman das Gefühl von Überforderung, das nicht nur Single-Mütter kennen. 'Kleine Fluchten' ist ein immer schneller werdender Ritt durch die Extreme, in die Elternschaft werfen kann." Meike Schnitzler, Brigitte, 14.04.21

„Das Grausame steckt in diesem Buch ohnehin in jeder Zeile: Wenn die französische Autorin von den Leiden einer jungen, alleingelassenen Mutter erzählt, erledigt sie das brutal genau. … Es ist ein Kreislauf der Bedrückungen, der in knappen Sätzen und ohne jede Sentimentalität nachgezeichnet wird. ... Fives’ Roman stellt wichtige Fragen, die nicht nur in Frankreich ihre Gültigkeit haben.“ Jochen Overbeck, Der Tagesspiegel, 05.04.21

„Ich liebe dieses Buch. Es baut eine unglaubliche Spannung auf, ist unglaublich real, es ist toll.“ Christine Westermann, WDR Frau tv,25.03.21

„Der Roman ist so eindringlich, dass man fast Beklemmung verspürt. Bis zum spannungsreichen Finale bleibt offen, ob die Heldin einen Ausweg findet oder an der empathielosen Gesellschaft zerbricht.“ Heinz Gorr, BR2 Favoriten, 07.03.21

"Fives lässt uns in die Haut der jungen Frau schlüpfen, die dringend Hilfe braucht – aber nirgendwo findet. Der beklemmende Roman ist vollkommen auf die Mutterfigur zugeschnitten, ohne sie jemals bloßzustellen. Es ist das Protokoll eines versagenden Gesellschaftssystems und zugleich das intensive Porträt einer Frau, die alles richtig machen will und dabei zunehmend den Halt verliert." Esther Willbrandt, Radio Bremen, 07.03.21

„Mit leichter Hand und Selbstironie erzählt Carole Fives vom Dilemma einer einsamen Frau, die zwischen Mütterlichkeit und schlechtem Gewissen aufgerieben wird.“ Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung, 06.02.21

5 Fragen an …

Carole Fives

Frau Fives, in Ihrem Roman geht es um die Probleme einer alleinerziehenden Mutter, um Schuldgefühle, den Wunsch alles hinzuschmeißen, auszubrechen, um die Abwesenheit des Erzeugers … Es scheint Ihnen wichtig, diese Probleme anzusprechen?
Ja, denn es gibt mehr und mehr alleinerziehende Eltern, in den meisten Fällen sind es Frauen. Die Bürde der Elternschaft lastet mitunter schwer auf ihnen und sie werden daran gehindert, ihre beruflichen Karrieren voranzutreiben. Ein Kind zu haben kann zu einer veritablen Bremse werden, was die Karriere betrifft, aber auch für das Sozial- und Liebesleben. Oft ist das eine Art Tunnel für alleinstehende Elternteile und sie bekommen wenig Hilfe angeboten. Obwohl mir auch viele Elternpaare gesagt haben, dass sie sich in dem Roman wiedererkennen!

Haben die letzten Monate (Homeschooling, Social Distancing) die Probleme noch verschlimmert?
Während des Lockdowns haben viele Familien den Alltag alleinerziehender Eltern erlebt: weiterarbeiten müssen mit kleinen Kindern zu Hause, nicht hinausgehen können, Isolation … Die Abgeschiedenheit galt im Lockdown für alle! Aber es war natürlich für alleinerziehende Eltern noch viel schwieriger, die niemanden hatten, um mal durchzuatmen, um sie zu entlasten …

Die junge Mutter in Ihrem Roman sucht Hilfe bei anderen Müttern im Netz. Doch die bleibt ihr verwehrt. Warum, glauben Sie, erfährt sie keine Solidarität?
Sie meldet sich bei einem Onlineforum zu Elternschaft an, weil sie hofft, dort Rat zu finden. Aber sie trifft dort vor allem auf viele Verurteilungen des Verhaltens derer, die zugeben, dass sie nicht klarkommen. Es gibt einen gewissen Grad an Jammern, der toleriert wird, aber man kann beobachten, dass sich die Mütter vor allem gegenseitig unter Druck setzen, die besten Eltern sein zu müssen, wie das schon ihre Nicknames zeigen (Magicmum, …). Das Internet wird zu einem Ort der Überwachung des Verhaltens anderer Eltern. Man muss zugeben, dass sie gewisse Schwierigkeiten haben, sich wirklich zu organisieren, aber die Order ist eindeutig: Seien wir Supermamas trotz allem, kämpfen wir für unsere Kinder … Selbst unter schwierigen Umständen bleibt das Bild von der aufopfernden Mutter, von der Mutter Courage bestehen. Die Mutter, die es nicht schafft, die alles hinter sich lassen möchte, ist immer noch ein großes Tabu …

Kleine Fluchten ist abgesehen von den gesellschaftspolitischen Themen, die Sie ansprechen, auch ein sehr spannendes Buch. Man lebt eigentlich von Anfang an, an der Seite der Mutter, in Angst. Lesen Sie gerne Krimis?
Ich lese manchmal einen roman noir, Krimis nie. In Kleine Fluchten spürt der Leser zugleich den Freiheitsdrang der Mutter und die Angst, dass etwas passieren könnte, ihr oder dem Kind. Die Fluchten tun der Mutter gut, aber der Preis für das kleine Bisschen Freiheit ist enorm hoch. Das ist eine Metapher für den Zustand von Mutterschaft heute. Bei den vielen Vorschriften, die man ihnen macht, bleibt den Frauen am Ende sehr wenig Freiheit … Wie es Simone de Beauvoir (immer sie!) ausgedrückt hat: „Wir sind erst am Beginn der Befreiung der Frau.“

Welche drei Bücher haben Sie zuletzt besonders gern gelesen?
Bad Behavior. Schlechter Umgang von Mary Gaitskill, Sommerhaus, später von Judith Hermann und Privateigentum von Julia Deck.

Interview und Übersetzung aus dem Französischen: Bettina Wörgötter

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