King

King

John Berger

Ein Ort, den die Allgemeinheit am liebsten verschweigt, und ein Held, der normalerweise nicht spricht. Aber hier spricht ein Hund, und er heißt King. Er führt uns zu einem brachliegenden Gelände, auf dem zwischen alten Autoreifen, kaputten Waschmaschinen und anderem Zivilisationsschrott eine kleine Gemeinde von Obdachlosen lebt. Jack, der Baron, der sich seine Papierjacketts aus alten Blumenkatalogen schneidert, Corina, deren einziger Besitz aus einem Stuhl besteht, Alfonso, der singend und bettelnd durch die Metro zieht, und Luc, der sich mit King beim Metzger die besten Fleischstücke stahl, bevor er sich das Leben nahm. Vor allem aber Vico und Vica, ein altes Paar, dem King vor achtzehn Monaten zugelaufen ist. Da der Hund ihr bester Zuhörer ist, erzählen sie ihm ihre Geschichte: wie sie sich in den Siebzigern in Zürich bei einem Unwetter begegnet sind, wie schön das Leben war, als er noch eine Fabrik besaß und Vica am Konservatorium studierte, warum sie zusammenblieben und was die Liebe bedeutet in Zeiten der Not. Jetzt ist der Winter vorbei, sie haben noch einmal überlebt und bieten in einem Lieferanteneingang in der Stadt heiße Maroni feil. Während sich draußen in Saint Valery ein neues Unglück anbahnt, denn das Ödland soll einem großen Stadion weichen. John Berger zeigt uns die Welt aus der Perspektive der Ausgestoßenen. Ein Zeitalter geht zu Ende, und was es angerichtet hat, ist auf dem Schrottplatz zu besichtigen, Menschen und Dinge. King, der Hund, leiht denen, die keiner mehr zu Wort kommen läßt, seine poetische, melancholische Sprache.

Über den Autor

John Berger

John Berger, 1926 in London geboren, ist Schriftsteller, Maler und Kunstkritiker. Sein erster Roman wurde 1972 mit dem Booker Preis ausgezeichnet. John Berger lebt heute in einem Bergdorf in der Haute Savoie. Bei Hanser erschienen ...

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