Ein Amateur

Ein Amateur

Walter Kappacher

Als Meister des Unspektakulären, des scheinbar Beiläufigen erweist sich Walter Kappacher in seinem Roman "Ein Amateur". Dabei geht es darin um nichts weniger als um den Schriftsteller als jungen Mann, um die Vergewisserung der eigenen Existenz zur Hälfte des Lebens. Aufgewachsen in einem ähnlichen Milieu wie der um sieben Jahre ältere Thomas Bernhard, beschloß auch Kappacher, eine andere als die vorgezeichnete (Lebens)Richtung zu wählen.
Simon, so der Name des Protagonisten, verläßt den "Keller" einer Motorradwerkstätte in Salzburg, um sich den Traum einer Ausbildung zum Schauspieler zu erfüllen. Weder "Schönen Tagen" noch einer "education sentimentale" begegnen wir darin, sondern vielmehr dem widerspruchsreichen Prozeß der Bewußtseinsbildung inmitten der aufbrechenden, unsicheren Zeit der fünfziger Jahre.
Auf der Suche nach sich selbst führen die Wege des Protagonisten zumeist an die Ränder, zwischen Stadt und Peripherie, zwischen Konformität und Individualität. Dort, im Grenzbereich solider Lebensplanung und den Verführungen der Phantasie, hofft er zu finden, was man gemeinhin Orientierung nennt.
Walter Kappachers Prosa kann auf gängige Versatzstücke verzichten. Hier werden mit feiner Ironie und sanfter Eindringlichkeit die Irrungen eines - seines - Helden gestaltet, dem sich, mit Marcel Proust, die Wirklichkeit nur in der Erinnerung formt.


Über den Autor

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Walter Kappacher, geboren 1938 in Salzburg, verließ mit 15 Jahren die Schule und war in verschiedenen Berufen tätig, 1964 Beginn der literarischen Tätigkeit, seit 1967 Veröffentlichungen, seit 1978 freiberuflicher Schriftsteller. ...

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Presse

"Der 1938 geborene Walter Kappacher ist einer der stillsten und präzisesten Erzähler der österreichischen Gegenwartsliteratur. Seine Bücher erzählen unerbittlich vom Dasein in der Enge. Doch Kappachers Helden leiden nicht nur, sie werden auch von einer großen Sehnsucht nach Ausbruch und Aufbruch bestimmt und geben nie auf, für ein erfülltes Leben zu kämpfen. So fügt sich Simon, der Heranwachsende aus ‚Ein Amateur' nicht seinem Schicksal. Zuerst als Motorradfahrer, dann als Schauspieler sucht er, was er schließlich in der Literatur findet: ‚das Gefühl, mehr selbst zu sein, in dem er außer sich gerät'."
Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung

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