Die große Geldschmelze

Die große Geldschmelze

Hanno Beck, Aloys Prinz

Die Notenbanken fluten die Welt mit Geld, der Staat profitiert – und der Bürger zahlt.

Die unheilige Allianz von Staat, Notenbanken und Finanzmärkten hat uns an den finanziellen Abgrund geführt. Der Wert unseres Geldes, unser Vermögen und unsere Wirtschaft stehen auf dem Spiel. Die Notenbanken der Welt haben sich zu Geiseln der Politik degradieren lassen. Bürger, Steuerzahler und Sparer sind die Leidtragenden: Der anhaltende Niedrigzins frisst ihr Erspartes auf, die Flut billigen Zentralbank-Geldes führt zu immer neuen gefährlichen Blasen, die Rettungsaktionen für marode Banken übersteigen jedes Maß. Hanno Beck und Aloys Prinz zeigen, wie Geld, Schulden, Geschäfts- und Zentralbanken wirklich funktionieren – und warum die Politik endlich aufhören muss, mit unserem Geld zu spielen.


Über den Autor

Hanno Beck

Hanno Beck

Hanno Beck, Jahrgang 1966, war bis 2006 Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2006 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Pforzheim. Er ist Autor ...

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Aloys Prinz

Aloys Prinz

Aloys Prinz, Jahrgang 1956, war von 1993 bis 2000 Professor für Wirtschaftspolitik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit April 2000 ist er Professor für Finanzwissenschaft an der Westfälischen ...

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Presse

"Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und auch für Finanz-Laien geeignet. Der lockere Schreibstil der Autoren macht die vermeintlich trockene Materie zur packenden Lektüre." Michael Ferber, Neue Zürcher Zeitung, 28.04.15

„Ein Buch für alle, die ganz genau wissen möchten, wie die unheilige Allianz von Politik und Notenbanken funktioniert – und ob sich der nächste Crash noch abwenden lässt.“ manager magazin, Oktober 2014

"Die Wirtschaftsprofessoren Hanno Beck und Aloys Prinz durchleuchten die aktuellen Probleme unseres Finanzsystems mit Bravour." €uro, November 2014

5 Fragen an …

Hanno Beck und Aloys Prinz

Am Donnerstag, den 21.01.2015, wird die Europäische Zentralbank (EZB) bekannt geben, ob sie Staatsanleihen kaufen wird („Quantitative Easing“). De facto handelt es sich dabei um indirekte Zwischenfinanzierung von Staatsschulden mit der Notenpresse.

Was sind die wichtigsten Fragen zu dieser umstrittenen Politik?

1. Warum macht die EZB das?
Die EZB befürchtet einen allgemeinen Rückgang der Preise (Deflation), der sich verselbständigen könnte: Sinkende Preise führen zu Konsumzurückhaltung, zu sinkender Produktion und damit zu einer Krisenspirale nach unten. Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist zwar in der Tat zuletzt gesunken, allerdings beruht dies auch aufgrund der sinkenden Energiepreise. Wir halten die Gefahr einer Deflationsspirale aktuell für gering.

2. Wie wirkt diese Politik?
DIE EZB hofft, dass die Banken die zusätzliche Geldversorgung dazu nutzen werden, um mehr Kredite zu vergeben und damit die Konjunktur anzuschieben. Ob das gelingt, ist zweifelhaft. Liquidität ist in der Eurozone ausreichend vorhanden. Der Aufkauf von Staatsschuldtitel wird demnach in erster Linie den Banken die Möglichkeit geben, aus ihren Bilanzen krisenbehaftete Schuldtitel herauszunehmen und gegen Geld an die EZB abzugeben. Diese Mittel können dann in drei Alternativen angelegt werden: in zusätzlichen Krediten an Unternehmen, in Käufen zusätzlicher, neu ausgegebener Staatsschuldtitel und als Überschussreserve bei der EZB selbst. Letzteres ist unattraktiv, da auf solche Einlagen bereits negative Zinsen lasten. Ob die Geldmittel tatsächlich in sinnvollen Unternehmensinvestitionen angelegt werden, ist nicht gesichert und auch nicht sehr wahrscheinlich. Vielmehr muss damit gerechnet werden, dass die Aktienkurse in der Eurozone davon profitieren, sowie andere, möglicherweise hochriskante Finanzinvestitionen. Solche Mittelverwendungen drohen aber, erneute Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrisen vorzubereiten, statt sie zu bekämpfen. Der zu erwartende Anstieg der Inflationsrate, der der Argumentation der EZB zufolge eine wichtige Rolle spielt für die Entscheidung, ist eher gering.

3. Warum tut die EZB das dann trotzdem?
Tatsächlich dürfte die EZB-Politik zwei – politisch gewollte – Effekte haben: Erstens bedeutet der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB de facto eine Zwischenfinanzierung der Staatsschulden mittels Notenpresse – verschuldete Staaten dürften sich zu günstigeren Zinsen verschulden können; das reduziert den Druck, beim Wähler unbeliebte Sparprogramme durchzusetzen. Zweitens entlastet diese Politik das Bankensystem: Der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB führt dazu, dass die Banken potentiell riskante Staatsanleihen an die EZB verkaufen und dafür Zentralbankgeld bekommen – das Risiko, dass diese Staatsanleihen an Wert verlieren, wird aus den Bankenbilanzen in die Bilanz der Notenbank verschoben; vorausgesetzt, die EZB trifft hier nicht Vorkehrungen gegen diese Risiko-Verschiebung. Tut sie das nicht, so werden sich Staaten und Banken zulasten der EZB – und damit des europäischen Steuerzahlers – sanieren.

4. Wer zahlt das?
Wenn das Ziel dieser Politik die Sanierung der Staatshaushalte und Bankenbilanzen ist, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Wenn die potentiellen Verluste aus dem Ankauf von Staatsanleihen bei den Nationalstaaten verbleiben, zahlen es die nationalen Steuerzahler, landet das Risiko in der Bilanz der EZB, werden deutsche Steuerzahler einen möglichen Staatsbankrott eines anderen Euro-Staates mit bezahlen. So oder so – am Ende wird der Steuerzahler zahlen.

5. Wie geht das weiter und was bedeutet das für den Sparer und Anleger?
Das wohl größte Problem der EZB wird darin bestehen, diese Politik später wieder zu stoppen und rückabzuwickeln: Beginnt sie mit einer Umkehr dieser Politik zu früh, wird die Euro- und Schuldenkrise erneut ausbrechen; wartet sie zu lange, wird es und Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten kommen. Nicht auszuschließen ist zudem, dass die Beendigung der Politik rezessive Tendenzen auslösen kann. Der Einstieg in diese Politik ist einfach, der Ausstieg schwer und unter Umständen teuer. Wir nennen das den Baloo-Effekt: Es ist einfach, den Tiger beim Schwanz zu packen, aber riskant, ihn wieder loszulassen.
Deutsche Sparer müssen damit rechnen, noch über einen längeren Zeitraum minimale Erträge bzw. eine negative Realverzinsung für ihre Ersparnisse zu bekommen – schlimmstenfalls steht die Altersvorsorge von Millionen Menschen auf dem Spiel. Aber auch Anlegern drohen Gefahren durch überhöhte Aktien-, Immobilien- und andere Vermögenspreise. Eine Rettung der Euro-Zone gibt es nicht zum Nulltarif.

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