Der Sandmaler

Der Sandmaler

Henning Mankell

Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. "Der Sandmaler" – der erste Afrika-Roman von Bestsellerautor Henning Mankell

Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth dieses fremde Land verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit des Landes, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.


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Henning Mankell, geboren 1948 in Stockholm und aufgewachsen in Härjedalen, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller. Zuletzt erschienen ...

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5 Fragen an …

Verena Reichel

Frau Reichel, Sie haben alle Afrikaromane von Henning Mankell übersetzt. Was ist das Besondere an diesem ersten Buch über Afrika?

Es ist eine perfekte Einführung in sein Werk. Zwei schwedische Abiturienten besuchen ein afrikanisches Land, das erst seit einem Jahrzehnt unabhängig ist. Während Stefan nur die Vorzüge des Tourismus genießt, lässt sich Elisabeth auf die Geschichte und die Kultur des Landes ein und lernt die ärmlichen Lebensbedingungen der Einheimischen kennen. Das prägt ihr künftiges Leben.

In welcher persönlichen Situation befand sich Henning Mankell, als er diesen Roman schrieb?

1971 reiste Henning Mankell zum ersten Mal nach Afrika, nach Guinea-Bissau, das damals noch eine portugiesische Kolonie war. Er kannte dort niemanden und gab sich als Ornithologe aus. Wie er später erzählte, hat er zu dieser Zeit auch Tagebuch geführt. Er konnte also auf seine Aufzeichnungen dieser ersten starken Eindrücke zurückgreifen, als er wenig später den Sandmaler schrieb, der allerdings in einem anderen afrikanischen Land spielt – der Name wird nicht genannt.

Was hat es mit dem Sandmaler im Roman auf sich?

Der Sandmaler ist ein junger Afrikaner. Er hat ein wunderschönes Frauengesicht in den Sand geritzt, das nach der Form einer Afrikakarte gestaltet ist. Darunter stehen ein paar Worte auf Englisch: „Die Zukunft ist ein sozialistisches Afrika.“ In ihm begegnet Elisabeth dem Repräsentanten einer neuen Generation, die selbstbewusst ihr eigenes Leben führen will.

Ist ein Anfang der siebziger Jahre geschriebenes Buch über Afrika denn heute überhaupt noch aktuell?

Natürlich! Noch heute leiden diese ehemaligen Kolonialländer unter den Folgen der jahrzehntelangen Unterdrückung. Die Länder werden nach wie vor ausgeplündert, der Tourismus ist in der Hand ausländischer Investoren. Die heutigen Kriege auf dem afrikanischen Kontinent sind zum großen Teil Nachwirkungen des Kolonialismus.

Welches der anderen Bücher von Henning Mankell, die Sie übersetzt haben, ist Ihnen besonders lieb?

Der Chronist der Winde. Es ist die bewegende Geschichte des Straßenkindes Nelio, das in neun Nächten sein Leben erzählt, ehe es an einer Schusswunde stirbt. Nelio hat als Einziger ein Massaker an seiner Familie überlebt und schlägt sich als Überlebenskünstler und Anführer einer Bande in den Straßen Maputos durch. Liebevoll spricht er von seinen Freunden, die mit Fantasie und Klugheit ihr elendes Leben meistern.

Die Fragen stellte © Tatjana Michaelis

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