Der Frauenatlas
Joni Seager

Der Frauenatlas

übersetzt aus dem Englischen von Renate Weitbrecht, Gabriele Würdinger

Erscheinungsdatum: 19.10.2020

Details zum Buch
Ungleichheit verstehen: 164 Infografiken und Karten
  • Erscheinungsdatum: 19.10.2020
  • 208 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26829-6
  • Deutschland: 22,00 €
  • Österreich: 22,70 €

DER „Frauenatlas“ zum Thema Gleichberechtigung: Infografiken und Fakten, die zeigen, wie es wirklich um die Rechte und Chancen der Frauen in unserer Welt steht.

Auf einen Blick: Wie leben Frauen weltweit? Wie groß ist die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wirklich? Wo werden Fortschritte gemacht, wo gibt es Probleme? Joni Seagers „Frauenatlas“ gibt umfassende Antworten in 164 Infografiken, basierend auf den wichtigsten Studien weltweit. Doppelt so viele Frauen wie Männer können nicht lesen und an dem Verhältnis hat sich über 20 Jahre lang nichts verändert. In Deutschland verdienen Frauen nur 79 Prozent von dem, was Männer bekommen. Sie leisten 4,4 Stunden unbezahlte Haushaltsarbeit pro Tag, Männer 2,7 Stunden. International ist der „Frauenatlas“ längst zur wichtigen Institution geworden, in Deutschland wird er dringend gebraucht.

Joni Seager

Joni Seager

Joni Seager ist Professorin für Global Studies an der Bentley University in Boston, sie ist als Geografin gefragte Expertin für globale Strategien in der Politik. Seager berät die UN und ist mit ihren Analysen und Büchern eine ...

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Der Frauenatlas

5 Fragen an …

Joni Seager

Professor Seager, seit 1987 bringen Sie den Frauenatlas heraus und haben damit international dazu beigetragen, Aufmerksamkeit für Frauenthemen zu schaffen. Was sind die langfristigen Entwicklungen, die Sie beobachten?
Es gibt Veränderungen auf zwei Gebieten. Feministische Organisationen sind heute globaler ausgerichtet, was bedeutet, dass über Grenzen hinweg und über Bündnisse hinweg gelernt wird. Das wird besonders deutlich, wenn es darum geht, sich gegen Gewalt gegen Frauen zu organisieren.
Und: Der Gender Gap ist in allen wirtschaftlichen Bereichen sichtbarer geworden und schwieriger zu leugnen. Vom Pay Gap (der wichtig ist und bereits in einigen Ländern als illegal erklärt wurde) bis zur Einsicht, dass die Arbeit von Frauen, bezahlt und unbezahlt, das Rückgrat der meisten Ökonomien bildet.

Warum vergehen zwischen den einzelnen Ausgaben oft mehrere Jahre?
Der Aufwand ist monumental, was Forschung und Produktion anbelangt. Aber die Differenzen und Gemeinsamkeiten von Frauen kann man am klarsten durch die Art von Grafiken und Karten, wie wir sie für den Frauenatlas wählen, darstellen. Und deswegen gehen wir diesen Weg immer wieder.

Sie schreiben in Ihrem Buch, wenn man die Welt durch die weibliche Perspektive betrachtet, bekommt man Zweifel daran, ob die Kategorien „entwickelte“ und „unterentwickelte Länder“ noch greifen. Wieso ist das so?
Natürlich will ich auf keinen Fall die tatsächlichen Unterschiede im Leben von Frauen in „entwickelten” und „unterentwickelten” Ländern leugnen. Frauen sind allerdings überall auf der Welt unterbezahlt. Sie erfahren überall aufgrund ihres Frauseins Gewalt und werden durch Gesetze und Normen davon abgehalten, autonom und unabhängig zu leben. Sie machen den größten Anteil der Armen auf der Welt aus (egal, wie man Armut misst, wo Ober- oder Untergrenze gezogen wird). Sie sind diejenigen, die in erster Linie unbezahlte Carearbeit im Haushalt leisten, von der Macht ausgeschlossen sind und nach wie vor für ihre Rechte kämpfen müssen.

Auf welche Weise kann die Lektüre des Frauenatlas die Perspektive auf Frauen heute verändern?
Ich hoffe sehr, dass der Frauenatlas Fragen und Neugier hervorrufen wird und die Leser nach der Lektüre noch mehr wissen wollen.

Was wären in Ihren Augen die wichtigsten Schritte, um das Leben von Frauen auf der Welt zu verbessern?
Es ist so gut wie unmöglich, einen Strang aus dem Netz der sozialen und ökonomischen Kontrolle, die Frauen erfahren, herauszutrennen. Aber Fortpflanzungsrechte sind das A und O für die Autonomie von Frauen. Wenn Frauen ihre eigenen Körper nicht kontrollieren dürfen, inklusive der Frage, wann und ob sie Kinder haben wollen, dann sind fast alle anderen Möglichkeiten dadurch auch beschränkt.

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