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Alle reden über "Shuggie Bain"

Sie haben “Shuggie Bain” bereits gelesen – und sind begeistert: Buchhändler Christian Dunker, Schauspielerin Friederike Kempter, Autorin Deniz Ohde, Buchbloggerin Anne Sauer, Autor Daniel Schreiber, Buchblogger Kai Spellmeier, Buchhändlerin Kathi Uslar, Autorin Stefanie de Velasco und Schauspieler und Sprecher des Hörbuchs Mark Waschke.

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Douglas Stuart auf Lesereise

Den Autor live erleben

Ende September kommt Douglas Stuart nach Deutschland, um “Shuggie Bain” vorzustellen. Vielleicht ja auch in Ihrer Stadt? Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können, gibt es in Frankfurt, München und Köln die Möglichkeit, online an der Lesung teilzunehmen. Das sind die aktuellen Veranstaltungstermine:


Harbourfront Literaturfestival Hamburg Samstag, 25.09.2021 um 20:00 Uhr
Moderation: Jan Ehlert – Lesung: Mark Waschke
Zur Veranstaltungswebsite >


Literaturhaus Frankfurt (Hybridveranstaltung)
Montag, 27.09.2021 um 19:30 Uhr
Moderation: Margarete von Schwarzkopf – Lesung: Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt)
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Literaturhaus München (Hybridveranstaltung)
Dienstag, 28.09.2021 um 20:00 Uhr
Moderation: Günter Keil – Lesung: Thiemo Strutzenberger (Residenztheater München)
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Literaturhaus Köln e.V. (Hybridveranstaltung)
Mittwoch, 29.09.2021 um 19:30 Uhr
Moderation: Julian Hanebeck – Lesung: Stefko Hanushevsky (Schauspiel Köln)
Zur Veranstaltungswebsite >

»Lesen Sie Shuggie Bain. Eines der größten Bücher des ganzen Jahres.«
Christian Dunker, Buchhandlung Geistesblüten
»Hart, zart und auf wunderschöne Weise traurig.«
The Times
»Ich habe den Roman geliebt.«

Katharina von Uslar, Buchhandlung Uslar & Rai
»Ein Buch, das mich als Schnellleserin gezwungen hat, sehr langsam zu lesen. Einfach, weil ich nicht wollte, dass es vorbeigeht.«
Friederike Kempter, Schauspielerin
»Das Debüt des Jahres.«
New York Times
»Dieses Buch werdet ihr nicht mehr vergessen.«

Stefanie De Velasco, Autorin

Shuggie Bain

Das große Debüt von Douglas Stuart

Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, mit einem Vater, der virile Potenz über alles stellt. Shuggies Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Haltung mit makellosem Make-up, strahlend weißen Kunstzähnen und glamouröser Kleidung zeigt – und doch Trost immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe und unerschütterlicher Liebe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.

Shuggie Bain

Shuggie Bain

Douglas Stuart

Buch

Deutschland 26,00

E-Book

Deutschland 19,99

Mark Waschke Stuart

Das Hörbuch – gelesen von Mark Waschke

»In der Art und Weise, wie Douglas Stuart den Umgang mit unterdrückten Sehnsüchten oder mit Homosexualität schildert, liegt für mich eine ganz große utopische Kraft.«


Das Hörbuch zu »Shuggie Bain« wird von Mark Waschke gelesen und erscheint bei Hörbuch Hamburg.


Details
Ungekürzte Lesung

VÖ: 30.08.2021 | 3 MP3-CDs
26 € (UVP)
ISBN 978-3-86952-520-4


Mehr zum Hörbuch bei Hörbuch Hamburg >

Jetzt reinlesen in "Shuggie Bain"

Agnes Bain drückte die Zehen in den Teppich und lehnte sich, so weit es ging, in die Nachtluft hinaus. Feuchter Wind liebkoste ihren heißen Nacken und fuhr in ihr Kleid. Er fühlte sich an wie die Hand eines Fremden, ein Lebenszeichen, eine Erinnerung an das Leben. Sie schnippte die Zigarettenkippe weg und sah der leuchtenden Glut hinterher, die sechzehn Stockwerke nach unten auf den dunklen Vorplatz tanzte. Agnes wollte der Stadt ihr weinrotes Samtkleid zeigen. Sie wollte von Fremden beneidet werden, wollte mit Männern tanzen, die sie stolz an sich drückten. Aber vor allem wollte sie was trinken und sich ein bisschen amüsieren. Mit gestreckten Waden drückte sie die Hüfte gegen den Fensterrahmen, verlagerte den Schwerpunkt, nahm alles Gewicht von den Zehen.
Ihr Körper kippte nach vorn zu den gelben Lichtern der Stadt, und in ihre Wangen strömte Blut. Sie streckte die Arme nach den Lichtern aus, und einen kurzen Moment lang konnte sie fliegen. Niemand achtete auf die fliegende Frau. Sie spielte mit dem Gedanken, noch weiter zu kippen, als Mutprobe. Wie leicht es wäre, sich einzureden, sie könnte wirklich fliegen, bis sie nur noch fiel und unten auf dem Beton aufschlug. Die Hochhauswohnung, die sie immer noch mit ihren Eltern teilte, engte sie ein. Alles in dem Zimmer hinter ihr fühlte sich klein an, so niedrig und stickig, vom Zahltag bis zur Sonntagsmesse, ein Leben auf Pump, wo nichts rechtmäßig ihr zu gehören schien.


Neununddreißig und mit ihrem Mann und ihren drei Kindern, von denen zwei schon fast erwachsen waren, in Mammys Wohnung eingepfercht, es war ein Gefühl, als wäre sie gescheitert. Er, ihr Mann, der, wenn er da war, an der äußersten Bettkante zu liegen schien, machte sie wütend mit seinen hingeworfenen Versprechen eines besseren Lebens. Agnes wollte das alles hier hinter sich bringen, das ganze Zeug wegkratzen wie alte Tapeten. Sie wollte die Fingernägel darunterschieben und alles abreißen.
Gelangweilt ließ sich Agnes in das muffige Zimmer zurückfallen und spürte wieder Mammys sicheren Teppich unter den Füßen. Die anderen hatten nicht einmal aufgesehen. Lustlos ließ sie die Nadel über den Plattenteller schrammen. Sie griff sich ins Haar und drehte die Lautstärke auf. »Ach, kommt schon, bitte, nur einen kleinen Tanz?«
»Tschut, nich jetz«, zischte Nan Flannigan. Fieberhaft sortierte sie ihre Silber­ und Kupfermünzen zu ordentlichen Türmen. »Ich wollt euch grad anschaffen schicken.«
Reeny Sweeny verdrehte die Augen und drückte ihre Karten an sich.
»Du hast ne schmutzige Fantasie!«
»Nich dasser sagt, ich hätt euch nich gewahnt.«
Nan biss in ein Stück Backfisch und leckte sich das Fett von den Lippen. »Wenn ich euch mitte Kahten hier dat Haushaltsgeld abgeknöppt hab, müsster heim und das olle Suppenhuhn vögeln, dasser Ehemann nennt, damitter was zu beißen kriegt.«
»Keine Chance!« Reeny bekreuzigte sich träge. »Den lass ich seit Aschermittwoch nich ran, und ich habs auch bis Weihnachten nich vor.«
Sie schob sich eine dicke, goldene Fritte in den Mund. »Habma mal so lang dichtgehalten, bissichn neuen Farbfernseher fürs Schlafzimmer gekriegt hab.«
Die Frauen gackerten, ohne sich von ihren Karten ablenken zu lassen.
Es war schwül und stickig im Wohnzimmer. Agnes sah zu, wie Little Lizzie, ihre Mammy, ihr Blatt studierte, der Koloss von Nan Flannigan auf der einen Seite und Reeny Sweeny auf der anderen. Die Frauen saßen Schenkel an Schenkel und verputzten die letzten Reste der Fish ’n’Chips.
Mit fettigen Fingern verschoben sie Münzen und klatschten Karten auf den Tisch. Ann Marie Easton, die jüngste von ihnen, war damit beschäftigt, aus dem losen Tabak in ihrem Schoß übel aussehende Zigaretten zu rollen. Die Frauen hatten ihr Haushaltsgeld auf dem niedrigen Teetisch ausgeleert und schoben die Fünf­ und Zehn­Pence­Einsätze hin und her.
Es langweilte Agnes. Früher, vor den ausgebeulten Strickjacken und den ausgemergelten Ehemännern, hatte es eine Zeit gegeben, da hatte sie alle mit zum Tanzen geschleppt. Als junge Dinger hatten sie aneinandergehangen wie eine Schnur Perlen und den ganzen Weg runter zur Sauchiehall Street aus vollem Hals gesungen. Sie waren noch minderjährig, aber Agnes hatte schon mit fünfzehn genug Selbstbewusstsein gehabt, um sie alle reinzukriegen. Die Türsteher hatten Agnes immer am Ende der Schlange funkeln sehen und nach vorn gewinkt, und sie hatte die anderen Mädels mitgezogen, als wären sie aneinandergekettet. Die Mädchen hatten sich an Agnes’ Gürtel festgehalten und leise protestiert,
aber Agnes hatte den Türstehern ihr bestes Lächeln geschenkt, das Lächeln, das sie für Männer reservierte, das Lächeln, das sie vor ihrer Mutter geheim hielt. Wie gerne sie damals ihr Lächeln verteilt hatte. Sie hatte die Zähne von ihrem Vater geerbt, und die Campbell-­Zähne waren immer schlecht gewesen, ein Grund zur Demut in einem sonst schönen Gesicht. Ihre bleibenden Zähne waren klein und krumm herausgekommen, von Anfang an nie weiß gewesen, vom Rauchen und von Lizzies starkem Tee. Mit fünfzehn hatte Agnes ihre Mutter angefleht, sie sich
alle ziehen lassen zu dürfen. Dass die falschen Zähne drückten, war ein kleiner Preis für das Filmstarlächeln, das ihr das Gebiss vermeintlich verlieh. Jeder Zahn breit und gleichmäßig und so kerzengerade wie die von Liz Taylor.
Agnes saugte an ihren Porzellanzähnen. Und jetzt hockten sie hier, jeden Freitagabend dieselben Frauen, und spielten bei ihrer Mutter im
Wohnzimmer Karten. Kein Strich Make­up in der ganzen Runde. Heute war keiner von ihnen mehr nach Singen.

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Douglas Stuart

Douglas Stuart

Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitet. Seine Texte erschienen im New Yorker und auf Literary Hub. Für seinen ersten Roman, Shuggie Bain, wurde er mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet.

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Leseeindrücke

Mark Waschke über "Shuggie Bain"

Christian Dunker empfiehlt "Shuggie Bain"

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