Die LITERATURpassage im Wiener MuseumsQuartier

Die LITERATURpassage ist eine der künstlerischen Themenpassagen des MuseumsQuartiers, die als offen begehbare Minimuseen das inhaltliche Spektrum des Areals erweitern. 2019 hält das Lesezimmer der Stadt vier unterschiedliche Herangehensweisen an junge Literatur für die Passantinnen und Passanten bereit: Auf Einladung des Zsolnay Verlags gestalten vier Autorinnen und Autoren je drei Monate lang die Passage. Irene Diwiak, Andrea Grill, Anton Badinger und Marko Dinić bespielen die Wandzeitung und zwei Vitrinen und laden zum Verweilen in der Passage ein. Die Anthologie „Schlafen, warten, tanzen, los!“ kann für 2 Euro pro Stück aus dem Automaten gezogen werden.

Wechselnde Textinstallationen: Anton Badinger



Bis Ende September inszeniert Anton Badinger in der LITERATURpassage Kurztexte und Flohmarktfunde. Auf der Wandzeitung erzählt er eine Geschichte von der jugendlichen Sehnsucht, etwas Besonderes zu sein.


In den Vitrinen arrangiert Anton Badinger ein Gedicht aus seinem Frühwerk und eine Kurzgeschichte, die im Wiener Gemeindebezirk Hernals spielt. Die Texte werden angereichert durch Fundstücke vom Flohmarkt. Der Flohmarkt beim Naschmarkt, der samstags vor der Haustür des Autors stattfindet, ist der bekannteste und größte Flohmarkt Wiens. Er dient Badinger seit Jahren als Inspirationsquelle. “Manchmal hebt man ein altes Schwarzweiß-Foto auf und kann es nicht mehr weglegen. Man muss aber aufpassen, dass die Geschichten, die aus solchen Entdeckungen hervorgehen, nicht zu melancholisch werden.”



Anton Badinger, 1969 in Salzburg geboren, studierte Gestaltungslehre an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er ist Gewinner des Ö1 Literaturpreises 2017. Sein Debütroman Zwei unter einem Schirm erschien 2018 bei Deuticke. Derzeit schreibt Anton Badinger an einem Roman über die Liebe zu einem Kunstwerk.


Ständig wechselnde Kurztexte im Literaturautomaten

Abwechslung bietet der Literaturautomat: Aus manchen Fächern kann Anton Badingers Kurzgeschichte Ein Bergengruen über eine Musikerfamilie am russischen Zarenhof gezogen werden. Die Bände der Mini-Anthologie Schlafen, warten, tanzen, los! mit Texten von Anton Badinger, Marko Dinić, Irene Diwiak und Andrea Grill liegen in den anderen Fächern zur Entnahme bereit. Lassen Sie sich um wohlfeile 2 Euro pro Stück überraschen!

Wechselnde Textinstallationen: Andrea Grill



Bis Ende Juni präsentierte Andrea Grill in der LITERATURpassage Texte aus dem Lyrikzyklus „Stadt, Land, Fluss, Getier“, an dem sie zusammen mit Anja Utler arbeitet. Die Wandzeitung zeigt einen Ausschnitt aus dem Text „Dachrinne“: ein Blick in das Leben der Wasserspinne Argyroneta aquatic.


Die Grenzen zwischen verschiedenen Ökosystemen sind nicht allgemein definiert. Sie orientieren sich meist an in der Landschaft erkennbaren Veränderungen von Strukturen.

Können Wörter zu einem Ökosystem gehören?

Also so, dass Organismen in ihrer Existenz von ihnen abhängen? Laute mit Sinn: ja. Aber menschliche Wörter? Muss es nicht heißen: Ausgerechnet die menschlichen Wörter nicht. Nunja. Sagen wir mal so. Es gibt kein Wort, das ich einem Ameisenhaufen entziehen könnte, und dann kollabiert er. Wirklich? Sind nicht Wörter in systemisch falschen Einübungen Problemproduzenten? Und folglich auch fehlende Wörter, die wir nicht sagen, weil wir nicht wissen, dass das, was sie beschreiben, existiert? Und wenn wir es nicht sagen, können wir nicht für sein Fortbestehen sorgen. Müssen Wörter daher nicht Teile der Lösung werden?

Das Projekt „Stadt, Land, Fluss, Getier“ ist ein Versuch in diese Richtung.


Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, studierte u. a. in Salzburg und Thessaloniki und promovierte an der Universität Amsterdam in Biologie. Sie wurde u. a. mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2011) und dem Förderpreis für Literatur der Stadt Wien (2013) ausgezeichnet. Andrea Grill lebt in Wien und unterrichtet an der Universität Bern. Zuletzt erschien bei Zsolnay der Roman Das Paradies des Doktor Caspari (2015), am 22. Juli 2019 folgt Cherubino.


Wechselnde Textinstallationen: Irene Diwiak



Bis Ende März präsentierte Irene Diwiak ihre ersten literarischen Schritte in der LITERATURpassage. Auf der Wandzeitung ruft das Gedicht „Frei“ aus dem Jahr 2002 zum Widerstand gegen Autoritäten auf.


Die Tagebücher und ersten kreativen Schreibversuche in den beiden Vitrinen zeigen die rasante künstlerische Entwicklung und Experimentierlust der blutjungen Autorin.





Irene Diwiak, geboren 1991 in Graz, studierte zunächst Slawistik, Judaistik und Komparatistik in Wien und schrieb Kurzhörspiele, Erzählungen und Theaterstücke, die u.a. im Dschungel Wien aufgeführt wurden. 2013 erhielt sie den FM4 Wortlaut Literaturpreis und 2015 den Theodor-Körner-Preis. 2017 erschien bei Deuticke ihr erster Roman Liebwies, der es auf die Shortlist Debüts des Österreichischen Buchpreises schaffte.



“Schlafen, warten, tanzen, los!“ – die Anthologie im Literaturautomaten


Die Bände der Mini-Anthologie „Schlafen, warten, tanzen, los!“ mit Texten von Anton Badinger, Marko Dinić, Irene Diwiak und Andrea Grill können um 2 Euro pro Stück aus dem Automaten in der LITERATURpassage gezogen werden.










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