The Super Snoopers

The Super Snoopers

Lydia Möcklinghoff

It’s a mystery why the anteater isn’t extinct. He’s slow, has bad eyesight and has a brain the size of a pea. Lydia Möcklinghoff, Germany’s most famous expert on anteaters, takes the reader to places where this species and others, such as the river lamprey or the red-banded rubber frog, have learned survival tricks. Together with conservationists from all over the world, she researches how we can foster more understanding and ensure better protection for animal species.

The author has spent many months in the Brazilian bush, has fought through the jungle with a machete and climbed trees to escape from wild boars – all to find out how the anteater can survive. She narrates this with humour and real passion. Her book takes us on a journey to the most wonderful creatures on this planet and to the people all over the world who head into the wilderness for their protection.

The Super Snoopers

5 Fragen an …

Lydia Möcklinghoff

Liebe Frau Möcklinghoff, Artenschützer sein, das klingt nach einem Traumberuf, stimmt’s oder sieht die Realität manchmal auch anders aus?
Das stimmt auf jeden Fall! Für mich gibt es nichts Schöneres. Man muss aber mit einigen Dingen klarkommen, mit denen man neben dem Klischee des cargohosentragenden, flauschtierstreichelnden Artenschützers und atemberaubenden Sonnenuntergängen konfrontiert wird. Mit Zecken und Moskitos zum Beispiel. Mit wild gewordenen Wildschweinen. Mit der Hitze: Auf der Terrasse meines Forscherhauses in Brasilien, auf der ich gerade sitze, messe ich zurzeit 38 Grad. Oder, ganz schnöde: mit der Tatsache, überhaupt kein Geld auf dem Konto zu haben. All das wird aber durch die Schönheit der Natur und das tägliche Abenteuer wieder wettgemacht.

Sie zeigen, warum ein Froschforscher in Westafrika andere Eigenschaften braucht als ein Lemmingbeobachter in Grönland. Welche Faktoren kommen da zusammen?
Wie gesagt, einfach ist die Forschung in der Natur nicht immer. Darum muss man sich zu hundert Prozent für das, was man tut, begeistern. Ich brenne für Ameisenbären. Dafür nehme ich mit Freude und riesigem Spaß so einiges auf mich. Ich mag Frösche. Aber für diese Tiere drei Monate Nachtschicht im Regen Kameruns zu schieben, immer die Gefahr im Nacken, hungrigen Löwen oder afrikanischen Wilderern zu begegnen? Nein danke, dafür braucht es Leute wie meine Kollegin Mareike, die mit leuchtenden Augen von ihren „Fröschchen“ schwärmt. Oder Benoît und Olli, die in der eisigen, kargen Natur Grönlands für ihre Lemmingforschung bereitwillig mit Pfefferspray und Gewehr bewaffnet aufs Klo gehen – es könnte ja ein Eisbär vorbeikommen.

Beim Artenschutz hat die politische Lage im jeweiligen Land großen Einfluss auf die Effektivität der Arbeit. Wann stoßen Sie und Ihre Kollegen da an Grenzen?
Oft und immer. In Brasilien legt einem die Bürokratie viele Steine in den Weg. Jede Genehmigung ist ein endloser Staffellauf von der Behörde zum Notariat zur Behörde. Und die brasilianische Spontanität ist auch so eine Sache. Da ist es gut, aus Köln zu kommen. „Et hät noch immer jot jejange!“ gehört da ja zum Grundgesetz . Daran kann man sich festklammern, wenn zum Beispiel der Flieger nicht kommt. All das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Als in der Elfenbeinküste zum Beispiel der Krieg ausbrach und der Comoé-Nationalpark plötzlich zwischen Rebellen und Regierungstruppen eingekesselt war, blieb Studenten und Forschern nichts als die Flucht. Wohl wissend, dass ein Großteil der Wildtiere der Jagd zum Opfer fallen würde.

Und wie steht es um Ihr Tier, den Großen Ameisenbären?
Das soll jetzt hier nicht alles so pessimistisch daherkommen, aber es sieht gar nicht gut aus. Auf der Roten Liste wurde der Große Ameisenbär erst kürzlich als gefährdeter eingestuft als zuvor. In Teilen Mittelamerikas und in Uruguay gilt er als ausgestorben. Hier in Brasilien liegen sie zuhauf plattgefahren am Straßenrand. Ein Erbsenhirn wie der Ameisenbär bemerkt ein herannahendes Auto erst, wenn der Geist schon über seiner Leiche schwebt. Im brasilianischen Pantanal, wo ich forsche, sieht’s immerhin noch ganz gut aus. Yeah! Und um gute Laune zu verbreiten: Die Hyazintharas, die vor einigen Jahrzehnten noch schwer am Aussterben waren, toben hier mittlerweile auch wieder durch die Bäume.

In Ihrem Buch geht es auch darum, wie sich Artenschützer weltweit vernetzen und austauschen. Was ist das nächste Kollegenprojekt, das Sie interessiert?
Erst vorgestern habe ich mich hier in Brasilien mit Veterinärmedizinern getroffen, die an Ameisenbären in allen Farben und Formen forschen (es gibt insgesamt vier Arten). Sie befassen sich vor allem mit den Krankheiten und der Genetik der Tiere, während ich auf das Verhalten und die Ökologie spezialisiert bin. Jetzt werden wir unsere Projekte zusammenbringen, zum Beispiel gebe ich Blutproben von mir „persönlich“ bekannten Ameisenbären, deren soziale Organisation ich seit Jahren erforsche, an die Veterinäre weiter. Mit der Analyse dieser Proben kann man dann Informationen zum Gesundheitsstatus und zu Verwandtschaftsverhältnissen dieser Tiere gewinnen. Das ist nicht nur spannend, sondern auch wichtig für zukünftige Schutzprojekte!

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