Smart Machines

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Ulrich Eberl

The era of machines has dawned. They can cook, wait tables and make music, think and debate: even cars can drive by themselves. Some machines have already beaten us: they can make more accurate diagnoses than doctors, are more knowledgable than quizmasters, have mastered 20 languages, can detect bottled-up feelings and recognise problems before a train or a turbine malfunctions.

Where is all this leading us? Are robots or smart computers a blessing for humanity? Are they necessary to the restructuring process of our energy and industrial systems? Or to ensure that cities are worth living in and our ageing populations are cared for? Or are they merely a threat to jobs, our private sphere and security? Ulrich Eberl carried out research in leading firms in the USA, Japan and Europe. Vividly, precisely and comprehensively, he depicts the fascinating developments in a field that strikes the core of our self-perception: human intelligence.

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Roboter interviewt Autor

Fragen von Roboter Robin an Ulrich Eberl

Roboter Robin: Hallo Uli, du siehst müde aus, aber ich entdecke dennoch einen frohen Zug um deine Augen. Wie geht es dir?
Ulrich Eberl: Ich sehe schon, wir hätten euch Robotern keine Emotionserkennung einbauen sollen. Aber du hast recht. Ich habe gerade mein neues Buch »Smarte Maschinen – Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert« abgeschlossen. So etwas ähnelt immer einer Geburt: monatelange Mühen, aber es ist auch sehr bereichernd.

Robin: Was schreibst du denn über die Zukunft von uns Robotern?
Ulrich Eberl: Es geht nicht nur um stählerne Gesellen wie dich. Smarte Maschinen sind viel mehr als das, und sie werden unsere Welt verändern: Schon vor fünf Jahren hat ein Computer die menschlichen Weltmeister in der Quizshow »Jeopardy« geschlagen. Die daraus entwickelte Software hilft heute Ärzten bei Krebsdiagnosen, Pharmafirmen bei der Entwicklung von Medikamenten oder Bankberatern bei Anlagestrategien. Computer lernen, Bilder zu interpretieren, Texte zu verstehen und Gehörtes fast simultan in eine andere Sprache zu übersetzen. 2020 werden wir auf Autobahnen in den Automatikmodus schalten und ab 2030 auch
in Städten. Bald werden wir sogar Suchmaschinen haben, mit denen wir einen richtigen Dialog führen können.

Robin: Du meinst, so wie mit mir?
Ulrich Eberl: Ich denke, noch ein bisschen besser. Was kannst du denn richtig gut?

Robin: Ich kann laufen, tanzen, Fußball spielen, über Geröll klettern, Türen öffnen, eine Bohrmaschine bedienen, ein Tablett tragen, den Tisch abräumen. Und bei Bedarf: Klavier spielen oder Tischtennis, mit Pfeil und Bogen umgehen, malen wie Munch oder van Gogh und Getränke mixen und kochen.
Ulrich Eberl: Beeindruckend! Auch in Fabriken arbeiten immer mehr Roboter direkt mit ihren menschlichen Kollegen zusammen, sozusagen Hand in Hand. Bei der Firma Glory machen sie sogar jeden Morgen die Gymnastikübungen mit. In Lagerhäusern werden
Roboter trainiert, die bestellten Waren in den Regalen zu suchen und einzupacken. Es gab auch schon Roboter, die Vorlesungen gehalten haben, ohne dass die Studenten merkten, dass da vor ihnen kein Mensch saß.

Robin: Werden wir dann in 20 Jahren alle Arbeiten übernehmen, die ihr Menschen heute noch selbst macht?
Ulrich Eberl: Freu dich nicht zu früh. Aber in der Tat: Es wird Millionen Jobs geben, wo vieles automatisiert wird, insbesondere bei Routinearbeiten, bei Buchhaltern oder Kassierern, Taxifahrern und Lagerverwaltern, in Versicherungen, Banken oder Sekretariaten.
Aber es werden auch neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem in kreativen Berufen, in der Forschung, den Medien und im Handwerk, und bei solchen, die soziale Kompetenz erfordern: in Pflegeberufen, der Ausbildung oder im Vertrieb. Da werdet ihr Roboter uns so schnell keine Konkurrenz machen. Wir sollten euch sowieso eher als Helfer sehen denn als Gegner – vor allem, weil wir viel Unterstützung für die älter werdende Bevölkerung brauchen: Fahrzeuge, die selbständig fahren, ebenso wie Service-Roboter, die putzen, kochen und vorlesen.

Robin: Du hast also keine Angst, dass wir Roboter einmal die Weltherrschaft übernehmen könnten?
Ulrich Eberl: Das ist ein uralter Mythos im westlichen Kulturkreis. Schon als der Begriff »Roboter« das erste Mal auftauchte: in einem Theaterstück von 1921. Und heute warnen Elon Musk und Stephen Hawking vor einer »Superintelligenz« und dem »Ende
der Menschheit«. Die Japaner sind da ganz anders: Sie gestehen Robotern Sonzai-kan, eine Art Seele, zu und freuen sich auf eine Gemeinschaft mit intelligenten Maschinen.

Robin: Das war noch keine Antwort auf meine Frage, wie du die Entwicklung einschätzt?
Ulrich Eberl: Wenn du das wissen willst, empfehle ich dir, mein Buch über »Smarte Maschinen« zu
lesen …

Robin (lächelt): Wenn ich es elektronisch bekomme, schaffe ich die 400 Seiten in wenigen Sekunden …
Ulrich Eberl: … darin beschreibe ich die aktuellen Entwicklungen in Japan, USA und Europa ebenso wie das, was in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen wird. Maschinen werden tausendmal schneller rechnen können als heute, und ich habe schon Neurochips gesehen, die zehntausendfach schneller lernen als das menschliche Gehirn. Das wird Revolutionen auslösen, aber ich denke trotzdem nicht, dass wir uns vor einer Gemeinschaft mit euch Robotern fürchten müssen. Dazu ist der menschliche Geist zu anpassungsfähig! Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen, Roboter und intelligente Systeme aller Art in unseren künftigen Alltag zu integrieren. Aber die Auswirkungen müssen wir heute schon diskutieren: Denn dieser Aufbruch in die Gesellschaft der smarten Maschinen wird unser Leben grundlegend verändern!

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