Lived, Lived Through, Survived

Lived, Lived Through, Survived

Gertrude Pressburger, Marlene Groihofer

“It’s not the most decent things that are brought out in people, but the basest.” Gertrude Pressburger’s simple and urgent warning of “the rhetoric of the extreme” was broadcast all around the world. She survived the Holocaust – the only one in her family to do so. At the age of ninety, she now tells her story for the first time.

Gertrude Pressburger was ten when Hitler invaded Austria. Although her Jewish family had converted to Catholicism years before at her father’s request, they were forced to flee. Their exodus through Yugoslavia and Italy took almost six years, and ended in Auschwitz in 1944. Gertrude survived - the rest of her family did not.

For decades, she could not talk about the experiences they endured, or about her brothers and parents, who were killed in there. Then in 2016, a prominent Austrian politician spoke about an imminent civil war, causing her dismay. But she was encouraged by the fact that her heartfelt words found sympathetic ears to write down her story together with a young journalist. “I didn’t come back to go through the same thing again.”

Lived, Lived Through, Survived

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"Für mich ist es die letzte Wahl"

5 Fragen an …

Marlene Groihofer

Erzählen Sie doch bitte kurz, wie es zu Ihrer Zusammenarbeit mit Frau Pressburger kam?
Über mein privates Umfeld erfuhr ich vom erschütternden Schicksal der Familie Pressburger und fragte an, ob Gertrude Pressburger mir ein Interview für radio klassik Stephansdom geben würde. Frau Pressburger sagte zu und so lernten wir einander im Februar 2016 kennen. Damals haben wir noch nicht gewusst, welche Wellen das Radioporträt in der Folge schlagen wird: Es wurde mehrmals und auch international ausgezeichnet. Auf einer der Preisverleihungen entstand – kurz vor der Bundespräsidentschaftswahl im Dezember 2016 – Frau Pressburgers Kontakt zum Wahlkampfteam von Alexander Van der Bellen. Spontan entschied Gertrude Pressburger sich dazu, ihre Besorgnis über aktuelle politische Entwicklungen öffentlich zu äußern und Alexander Van der Bellen mit einem Video- Statement zu unterstützen. Das Facebook-Video verbreitete sich viral, erreichte Millionen von Menschen und weltweite Aufmerksamkeit. Kurz darauf griff ich eine Idee wieder auf, die bereits Monate zuvor entstanden war: Frau Pressburgers Erinnerungen schriftlich aufzuzeichnen.

Warum hat Gertrude Pressburgers Video-Statement so viele Menschen berührt? Welchen Nerv hat sie mit ihren Worten getroffen?
Sie hat ehrlich gesprochen, überlegt und auf den Punkt. Ohne dabei anklagend zu werden, ohne zu verurteilen. Gertrude Pressburger hat in Worte gefasst, was viele in sich gespürt haben, selbst jedoch nicht in dieser Klarheit formulieren konnten. Sie hat Verantwortungsbewusstsein in den Menschen wachgerufen, sie hat auf- und wachgerüttelt.

Sie haben aufgezeichnet, was Frau Pressburger Ihnen erzählt hat. Haben Sie sich speziell auf diese Aufgabe vorbereitet? Was hat Sie im Zuge Ihrer gemeinsamen Arbeit an diesem außergewöhnlichen Buch am meisten überrascht?
Vor Beginn unserer Interviews für die Biographie erarbeitete ich ein Konzept für den Aufbau des Buches. Außerdem habe ich zur Vorbereitung Erfahrungsberichte anderer HolocaustÜberlebender gelesen. Überrascht hat mich, wie klar und detailgetreu sich Frau Pressburger auch nach über siebzig Jahren noch an die Kriegsjahre erinnern kann.

Gab es auch schwierige Momente?
Frau Pressburger ist ein sehr herzlicher und direkter Mensch. Ihre offene Art, ihr beeindruckendes Erinnerungsvermögen und ihre bildhafte Sprache haben die Zusammenarbeit sehr einfach gemacht. Selbstverständlich aber war der Interviewprozess herausfordernd: beide waren wir erleichtert, als wir die Gespräche zu Auschwitz abgeschlossen hatten.

Worin liegt für Sie der besondere Stellenwert dieser Erinnerungen?
Gertrude Pressburger erzählt ihre Geschichte erstmals, nach jahrzehntelangem Schweigen. Ihre Erinnerungen sind nicht nur ein wichtiges Zeugnis. Sie sind ein Denkmal für ihre ermordete Familie.

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