Djinns
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Fatma Aydemir

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Details about the book
  • date of publication: 14.02.2022
  • 368 Pages
  • Hanser Verlag
  • hardcover
  • ISBN 978-3-446-26914-9
  • Deutschland: 24,00 €
  • Österreich: 24,70 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-27333-7
  • E-Book Deutschland: 17,99 €

Fatma Aydemir’s Epic Family Novel

Hüseyin has spent the past thirty years working in Germany, and now his biggest dream has finally come true: he’s bought his very own flat in Istanbul - but he promptly dies of a heart attack on the day he moves in. His family in Germany travel to Turkey for the funeral. Fatma Aydemir’s epic social novel tells the stories of six characters who could not be more different from each other, and yet all happen to be related - and of their insatiable desire to be understood.

If every family is nothing more than a tapestry of stories, what do the holes in them mean? Do we need them because we can’t face up to the whole truth? Or will they end up bringing everything crashing down? Djinns asks these questions with power and beauty, casting its gaze deep into the history of the past decades and far ahead into the future. The six unforgettable protagonists of this novel all have their own baggage: secrets, desires, wounds. And yet one thing unites them all: this feeling they get in Hüseyin’s flat that someone is watching them.



"A family novel about being in between places which moved me like no other. Fatma Aydemir's voice has a force that hits you in the heart and in the gut."
- Alena Schröder

"The novel tells the story of that period from the inside – from within the migrant families’ homes that were torched by their German neighbours. Those are the big political questions the novel deals with, while Aydemir conveys individual perspective with her detailed descriptions of gesture. But Djinns is also a classic family story about secrets and unspoken truths. There is more to it than meets the eye, which is why it’s so hard to put down"
-Tobias Rüther, Frankfurter Sonntagszeitung

"The multitude of voices in the novel is as extraordinary as the nonchalance with which Aydemir weaves current discourses on origin, gender and identity into the story. She plays brilliantly with leitmotifs, and is a master of easy dialogue and dramatic structure. With Djinns, she has created a narrative voice that tackles a topical subject while retaining the spirit of an epic."
-Meike Feßmann, Süddeutsche Zeitung

"A stunningly intense and multi-layered novel – a brilliant family epic."
- Stern

"Aydemir has a gift for empathising with almost every single one of her characters – it’s hard to tear yourself away."
- SPIEGEL Bestseller supplement

"The images and situations that Aydemir conjures up are almost uncannily detailed. Each terse line of dialogue, every unrelenting emotion, every pop culture reference – in short, every single word is apposite. She mercilessly takes the dominant society’s racism to task, a racism as evident today as it was in the 1990s – when the story is set – while also systematically dissecting the family’s own repressive mechanisms."
- Maryam Aras, Die Presse

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Playlist zum Buch

Fatma Aydemir hat eine Playlist zu ihrem Buch zusammengestellt:

5 Fragen an …

Fatma Aydemir

Fatma Aydemir, an Dschinns haben Sie lange recherchiert und geschrieben. Was war die allererste Idee dazu, womit begann Ihre Geschichte mit diesem Buch?
Eigentlich saß ich an einer ganz anderen Geschichte und kam mit ihr nicht richtig weiter. Dann schrieb ich eines Abends plötzlich von dieser Figur, Hüseyin Yilmaz, die gar nichts mit meiner eigentlichen Idee zu tun hatte. Ich schrieb, wie Hüseyin in der Woche seines lang ersehnten Renteneintritts an einem Herzinfarkt stirbt – ohne dass ich überhaupt wusste, wer Hüseyin war und wo er herkam. Aber mir war sofort klar, dass ich die alte Geschichte wegschmeißen würde, und dass Hüseyins Tod der Anfang eines anderen Romans war, der Anfang von Dschinns. Kapitel für Kapitel habe ich dann Hüseyins Angehörige kennengelernt, um von ihnen zu erfahren, wer dieser sterbende neunundfünfzigjährige Arbeiter im ersten Kapitel ist.

Im Mittelpunkt von Dschinns steht das Schicksal einer einzigen Familie, der Familie von Emine und Hüseyin Yilmaz und ihren Kindern. Was ist das für eine Familie, wie kann man sie in aller Kürze beschreiben?
Es ist eine Familie, in der die Arbeitsmigration aus der Osttürkei in die Bundesrepublik einen tiefen Graben zwischen den Generationen gezogen hat. Während die vier Kinder irgendwie versuchen, in der deutschen Gesellschaft, in der sie größtenteils sozialisiert sind, ihren Weg zu gehen, sind ihre Eltern Hüseyin und Emine komplett isoliert: von der Umgebung, von ihren Kindern, aber auch voneinander. Dieser Graben führt dazu, dass alle Familienmitglieder ihre wahren Sorgen voreinander verschweigen. Bei Hüseyins Beerdigung wird schließlich klar, wie fremd sie einander geworden sind.

Sie erzählen aus sechs verschiedenen Perspektiven, die Mitglieder der Familie kommen nacheinander zu Wort. Wie haben Sie es geschafft, jedes Mal wie neu auf die Welt zu blicken?
Mit Pausen. Ich habe mir sehr viel Zeit genommen, um für jede Figur eine eigene Stimme und Denkweise zu finden. Zwischendurch musste ich immer wieder Abstand vom Buch nehmen, bevor ich mich in die nächste Figur reinfinden konnte. Ich hatte für das Buch einen sehr groben Plot im Kopf, aber mit der Zeit merkte ich, dass es die Figuren und ihre Perspektiven sind, die die Erzählung vorantreiben – dass sie meinen ausgedachten Plot immer wieder umschmissen, weil sie irgendwann ein Eigenleben entwickelten. Mir war wichtig, jeder Figur eine eigene Geschichte zu geben, so dass ihr Kapitel auch allein für sich stehen könnte und eine in sich geschlossene Geschichte ergäbe. Aber gleichzeitig sollten die Geschichten zusammengenommen ja auch eine größere Geschichte erzählen, die den Roman ergibt. Das war herausfordernd.

Der Roman spielt im Jahr 1999 und erzählt in vielen Wendungen auch die Geschichte der Jahrzehnte zuvor. Warum der Zeitsprung weg von unserer Gegenwart, warum 1999?
Die neunziger Jahre sind ein Jahrzehnt, das je nach Perspektive als sehr gemütlich oder als besonders gewaltvoll erinnert wird. Jedes Mal, wenn ich eine Story lese, die die neunziger Jahre zu einer harmonischeren, sicheren Zeit verklärt, zucke ich innerlich zusammen. Für mich sind das die Jahre, die in Deutschland von der Allgegenwärtigkeit rechter Gewaltngeprägt war, und in der Türkei von Massakern. Die Strukturen, die sich in den neunziger
Jahren gebildet haben, reichen bis ins Heute. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Hanau und Solingen. Gleichzeitig erlebe ich oft, wie Nostalgie sich auf diese noch nicht ganz durchdigitalisierte Zeit richtet, in der wir alle einander angeblich viel näher waren. Ich glaube, das ist falsch. Viele Menschen waren vor zwanzig bis dreißig Jahren viel einsamer, als sie es heute wären. Denn es war deutlich schwieriger, Gleichgesinnte zu finden, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Auch darum geht es in Dschinns.

Was hat es eigentlich mit dem Titel Dschinns auf sich?
Im islamischen Glauben ist der Dschinn ein Lebewesen, das gemeinsam mit den Menschen die Welt bevölkert, aber unsichtbar bleibt. Das Phänomen Dschinn ist allerdings älter als der Islam und bis heute eher eine Art Volksglaube an einen bösen Geist, der Menschen in den Körper fährt und sie verrückt macht, wenn sie sich nicht vor ihm schützen. Für mich ist die Idee des Dschinns eher als ästhetisches Motiv interessant: als diffuse Angst, die sich nie vollständig greifen und aussprechen lässt. Für jede Figur im Roman äußert sie sich anders, bei manchen erscheint der Dschinn als plötzliches Aufblitzen von Verdrängtem, bei anderen im Kampf darum, einen Sinn im eigenen Leben zu erkennen. Dabei geht es mir nicht um eine spirituelle Ebene, sondern um eine soziale, politische Frage: Welche Geschichten erzählen wir von uns und welche nicht, um in einer Gemeinschaft akzeptiert zu werden?

Gespräch: Florian Kessler

Termine

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Oberursel
Kommunikationszentrum Altstadt,
Strackgasse,
61440 Oberursel

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Weißenburg in Bayern
Karmeliterkirche, Kleiner Saal,
Luitpoldstraße 9,
91781 Weißenburg in Bayern

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Nürnberg
DESI Stadtteilzentrum e. V.,
Brückenstraße 23,
90419 Nürnberg

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Kommentare

Buchhandlung Lesezeichen Darmstadt
01.06.2022

Hallo Hanser, wir lesen in einem unserer Lesekreise gerade „Dschinns“ und normalerweise tauschen wir uns nicht im Vorfeld zum Leseerlebnis aus. Diesmal hat es aber einen Freund hingerissen. Und das schrieb er uns:
„ Hallo Ihr Lieben,

so, bin fertig mit dem neuen Buch und muss sagen: \“Holla die Waldfee!!!\” – pardon: \“Holla der Berg-Dschinn\”, was war das denn?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich das alles als \“gut\”, \“kunstvoll\” oder \“gelungen\” bezeichnen darf. Aber Tatsache ist, dass ich es in \“drei Aufnahmen\” gelesen habe (und sogar sauer wurde, als man mich familienseitig mal unterbrechen wollte), so spannend fand ich das. Eine solche Verbindung zu einem belletristischen Text hatte sich bei mir zum letzten Mal bei \“Hool\” eingestellt.

Mittlerweile dämmert mir sogar, dass der Text einiges an Raffinesse aufzubieten hat, und nur scheinbar so dahinerzählt rüberkommt. Will sagen: vor der heutigen finalen Lektüre (das Kapitel über Peri hatte ich zunächst übersprungen), hatte ich den kompositorischen Aufwand des Romans deutlich unterschätzt – das passt doch alles ziemlich gut zusammen. Jetzt verstehe ich auch: Das erste Kapitel mit der Schilderung Hüseyins als stereotype \“Gastarbeiter-Schmonzette\” war für sich genommen zwar erst mal ziemlich öde, aber als \“Basis\”, von der aus dann aber mal so richtig ausgeholt werden kann, bis schließlich sogar die Erde erzittert, ein prima Kontrast.

Heilige Scheiße, und jetzt eröffnet sich mir auch die spezielle Erzählweise und der Bezug zum Titel. Ich weiß nicht, wie es Euch damit geht. Auf mich wirkte diese Du-Erzählperspektive, denen Hüseyin und Emime (und nur diese beiden) in der Istanbuler Wohnung ausgesetzt waren, sehr \“befremdlich\”. Befremdlich wie die berühmten Erzählungen von Yasar Kemal über das Ende \“seines\” romantisierten Istanbuls aus der naiven Sicht des \“gemeinen Volkes\” (\“Auch die Vögel sind fort\”, 1978/1984), die ich vor Jahrzehnten mal gelesen habe – und bei denen ich auch den Eindruck hatte, dass hier gegen abendländische Literaturstandards verstoßen wird, dafür aber eine ganz besondere \“Stimmung\”, ein besonderes Gefühl transportiert wird, das mir im wahrsten Sinne des Wortes \“fremd\” bleiben wird.

Da verzeihe ich der Autorin auch ihren etwas plump geratenden Hakan, obwohl es ihm unter allen (türkischen) Männern in Deutschland ja noch am besten zu gehen scheint (und das hat ja wirklich eine breite soziologische Basis). Ebenso wie der zur Zeit in Filmen übliche und extrem nervige Wechsel zwischen Jetzt und Rückblende.

Ha, Teufel noch eins, ich bin wohl jetzt Fan! Tja, unverhofft kommt oft – und damit besten Dank an diejenigen, die diesen Vorschlag beim letzten Treffen durchgesetzt haben.“

Selten habe ich gerade bei dieser Person so ein Sprühen erlebt.
Alles Gute wünscht Britta aus dem Lesezeichen


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