Marsch der Wirte

Marsch der Wirte

Pascal Richmann

„Deutschland, deine Wirte, dachte ich und kippte einen Korn, überall spüren sie den Phantomschmerz vorgeblicher Parasiten.“

Der „Marsch der Wirte“ ist eine große Such- und Sauftour, die am Grab Heinrich Heines beginnt, zum Eisenacher Burschentag führt, wo Arm in Arm zu Helene Fischer getanzt wird, Orte wie ein vor deutschen Antisemiten in die Bronx gerettetes Loreley-Denkmal streift, und schließlich im trauten Heim eines Pegida-Organisators endet. Pascal Richmanns fantastisch eigensinnige Großreportage über allseits schwelende Vaterlandsgefühle erscheint genau zur richtigen Zeit.

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Pascal Richmann, geboren 1987 in Dortmund, studierte Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Heidelberg und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Er schreibt Theatertexte, Essays, Erzählungen. Veröffentlichungen unter ...

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5 Fragen an …

an Pascal Richmann

Wozu gerade jetzt eine Großreportage über Deutschlandgefühle – von der Antifa bis den Touristen am Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Was soll ich sagen, während ich das hier schreibe, schlagen Nazis ein paar hundert Meter von mir entfernt halb Connewitz kaputt. Genügt das?

Sie waren für Ihre Reportage auf dem Burschenschaftstag in Eisenach. Was war der aufschlussreichste Moment?
Toll war natürlich, mit den Burschis zu tanzen, das volle Programm: Zur Discodecke gestreckte Degen, Helene Fischer und arhythmisch torkelnde Typen, alles bestens choreografiert, nur um dann am nächsten Morgen gemeinsam mit Fanta gegen den Kater anzutrinken. Dabei wusste doch schon Wolf-Dieter Ahlenfelder: Wir sind Männer und trinken keine Fanta.

Was schadet Nationen eigentlich ein Quentchen Nationalismus?
Keine Ahnung, ehrlich, aber er ist zumindest, so viel steht fest, der schwachsinnig sabbernde Saboteur jeder Kernkompetenz des Kontemporären.

Wie sehr viele andere Journalisten und Autoren sind auch Sie bei einem Pegida-Aufmarsch mitgelaufen, um später darüber zu schreiben. Was soll das eigentlich bringen?
Naja, die Wirklichkeit streckt ihre Hand aus und ich schlage ein. So läuft das, wenn man Krimidichter ist. Kommissar Matthäi aus Dürrenmatts Versprechen musste ja auch ewig als Tankwart arbeiten, obwohl er von der Oktanzahl eines Ottokraftstoffs keine Ahnung hatte. Klopffestigkeit, davon wusste der Kommissar ja gar nichts. Ich wollte nie nach Dresden fahren, das ist klar, aber die Konsequenz auszuschlagen war eben auch frech, und so führte sie mich also zwangsläufig auf abgegrastes Gebiet.

Was an Deutschland finden Sie exotisch?
Bolaño meint ja, es seien die Imbissbuden, die Eckkneipen und die Ruinen der Konzentrationslager. Wahrscheinlich liegt er damit nicht ganz falsch.

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