Liebwies

Liebwies

Irene Diwiak

Eine unbegabte Sängerin wird gefeiert, eine talentierte Komponistin bleibt unbemerkt: Der herrlich böse Debütroman von Irene Diwiak.

1924: Der bekannte Musikexperte Christoph Wagenrad hat sich in die junge Gisela Liebwies verliebt, die seiner verstorbenen Frau, einer berühmten Pianistin, ähnlich sieht. Obwohl unbegabt, soll sie nun ebenfalls zum Star aufgebaut werden. Durch Erpressungen seitens Wagenrads schafft sie es ans Konservatorium und erhält sogar die Hauptrolle bei der Abschlussdarbietung. Dass die dafür komponierte Oper, bei der die Hauptdarstellerin fast ohne Stimme auskommt, nicht von August Gussendorff stammt, der sich dafür feiern lässt, sondern von seiner Frau Ida, muss ja auch niemand erfahren. Eine herrlich bösartige Geschichte über falschen Glanz, die Gier nach Ruhm – und wahre Schönheit, die mit alldem nichts zu tun hat.


Über den Autor

Irene Diwiak

Irene Diwiak

Irene Diwiak wurde 1991 in Graz geboren und wuchs in Deutschlandsberg/Steiermark auf; derzeit studiert sie Komparatistik in Wien. Bisher erschienen ihre Texte in Zeitschriften und Anthologien und wurden bereits vielfach ausgezeichnet. ...

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Presse

„All das ist geradezu perfekt und absolut fesselnd komponiert und glänzt dabei mit einer Sprachkunst, in der immer wieder knochentrockener bis schwarzer Humor aufblitzt.“ Wolfgang A. Niemann, Wilhelmshavener Zeitung, 18.08.17

„Mit feiner ironischer Klinge nimmt Diwiak die Männerwelt an der Nase und entlarvt Standesdünkel und Egomanie ... ein leichtfüßiger Tanz durch die verlorene Zeit und ihre verlorenen Chancen" Wolfgang Popp, Ö1 Kulturjournal, 03.08.17

„Der brillante und bittere Epilog des Romans führt in eine Kälte, die Gänsehaut verursacht.“ Wolfgang Huber-Lang, Salzburger Nachrichten, 29.07.17

„Ich bin begeistert von diesem Roman, weil er auch sehr österreichisch ist – ein bisschen boshaft, toll in der Sprachbehandlung." Andrea Gerk, Deutschlandfunk Kultur, 28.07.17

5 Fragen an …

Irene Diwiak

Liebwies ist Ihr erster Roman. Was erwarten bzw. erhoffen Sie sich davon?
Natürlich, dass ich damit reich und berühmt werde. Nein, in Wirklichkeit habe ich keine Ahnung, was jetzt auf mich zukommt. Im besten Fall habe ich ein Buch geschrieben, das viele Menschen begeistert. Im schlimmsten Fall habe ich ein Buch geschrieben, das nur meine Mama interessiert. Da gibt es Schlimmeres. Deswegen dominiert die Vorfreude.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und wie ist Ihr Roman entstanden?
Ich habe eigentlich schon als Kind Geschichten erfunden. Bevor ich schreiben gelernt habe, habe ich sie mit meinem Kassettenrekorder aufgenommen, später habe ich sie am Computer getippt. Mit meinem Papa gemeinsam habe ich einen Gedichtzyklus über ein Krokodil namens Krili verfasst. Mit acht Jahren habe ich dann meinen ersten Schreibwettbewerb für Kinder gewonnen. Es folgten weitere Literaturpreise und das hat mich, weil ich im Grunde ein kompetitiver Mensch bin, angespornt. Es gab für mich dann keinen Anlass, mit dem Geschichtenerfinden aufzuhören. Daher habe ich es auch nie verlernt. Mit Liebwies habe ich direkt nach der Matura begonnen, aus einem ganz pragmatischen Grund: Ich hatte da ziemlich viel Zeit. Die Arbeit hat sich dann aber über Jahre hingezogen, in denen es einige intensive Schreibphasen gab, aber noch mehr Zeiten, in denen ich gar nicht geschrieben habe. Zwischendurch glaubte ich selbst nicht mehr daran, dass der Roman je fertig wird. So ganz kann ich es immer noch nicht glauben.

Haben Sie literarische Vorbilder?
Ich mag ja die Beatles. Die sind zwar keine Literaten, aber sie haben es wie kaum jemand anderes geschafft, die Brücke zwischen Kunst und Kommerz (aber ich würde es in diesem Fall eher Zugänglichkeit nennen) zu schlagen. Sie haben großartige Musik gemacht, die gleichzeitig auch viele verschiedene Menschen auf vielen verschiedenen Ebenen angesprochen hat. Sowas würde ich gerne in der Literatur machen. Aber wenn es ein wirklich literarisches Vorbild sein soll: Dostojewski. Seinetwegen habe ich vier Jahre lang Russisch studiert und das ist so ziemlich das Ärgste, was ich jemals für einen Mann getan habe.

In Ihrem Debütroman ist Musik ein zentrales Thema. Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?
Die Musik ist, glaube ich, so ein Komplex von mir, weil ich so musikalische Geschwister habe. Sie spielen beide irrsinnig viele Instrumente, mein Bruder studiert jetzt sogar Musik. Ich hatte insgesamt sieben Jahre lang Klavierunterricht und kann nicht einmal den Flohwalzer spielen. Ich kompensiere meine fehlende Musikalität durch das Schreiben über Musik.

Was bringt Ihre Zukunft? Welche Pläne verfolgen Sie?
Im Moment versuche ich einen zweiten Roman zu schreiben, mein Studium zu beenden und im Sommer heirate ich. Und das sind allein die Pläne für dieses Jahr. Langweilig wird mir also sicher nicht so schnell.

Die Fragen stellte © Martina Schmidt

Termine

AK-Literaturpreis 2017. Lesung der fünf bestgereihten. Preisverleihung. Eintritt frei! Anmeldung: ticket@akooe.at

Linz
Bildungshaus Jägermayrhof,
Römerstraße 98 Linz

Buchpräsentation: Liebwies | Zur Veranstaltungs-Website

Wien
Buchhandlung tiempo nuevo,
taborstrasse 17A,
1020 Wien

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Graz
Literaturhaus Graz,
Elisabethstraße 30,
8010 Graz

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