Liebwies

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Irene Diwiak

Eine unbegabte Sängerin wird gefeiert, eine talentierte Komponistin bleibt unbemerkt: Der herrlich böse Debütroman von Irene Diwiak.

1924: Der bekannte Musikexperte Christoph Wagenrad hat sich in die junge Gisela Liebwies verliebt, die seiner verstorbenen Frau, einer berühmten Pianistin, ähnlich sieht. Obwohl unbegabt, soll sie nun ebenfalls zum Star aufgebaut werden. Durch Erpressungen seitens Wagenrads schafft sie es ans Konservatorium und erhält sogar die Hauptrolle bei der Abschlussdarbietung. Dass die dafür komponierte Oper, bei der die Hauptdarstellerin fast ohne Stimme auskommt, nicht von August Gussendorff stammt, der sich dafür feiern lässt, sondern von seiner Frau Ida, muss ja auch niemand erfahren. Eine herrlich bösartige Geschichte über falschen Glanz, die Gier nach Ruhm – und wahre Schönheit, die mit alldem nichts zu tun hat.


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Irene Diwiak

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Irene Diwiak wurde 1991 in Graz geboren und wuchs in Deutschlandsberg/Steiermark auf. Sie studierte Komparatistik in Wien. Bisher erschienen ihre Texte in Zeitschriften und Anthologien und wurden bereits vielfach ausgezeichnet. ...

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Presse

"Irene Diwiaks Debüt zeichnet sich durch eine selbstbewusste auktoriale Erzählperspektive aus und einen
stilsicheren Wechsel von ernsten und witzigen Passagen. Diwiak präsentiert eine wendungsreiche Geschichte mit überraschenden Plotpoints, und dabei formuliert sie eine sehr zeitlose Kritik an jenem Erfolgsmodell, das später, mit Theodor W. Adorno gesprochen, Kulturindustrie heißen sollte." Carsten Otte, taz, 06.01.18

"Ab und zu gibt es dann doch diese jungen Autorinnen, die richtig Freude daran haben, sich wilde Geschichten auszudenken." Andrea Diener, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.18

"Das wilde Debüt einer jungen Autorin: In Irene Diwiaks bitterbösem Roman „Liebwies“ werden konsequent all jene gefeiert, die es nicht verdient haben." Andrea Diener, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.17

"Diwiak schreibt klug, humorvoll und stark. Das mag böse wirken, denn sie löst in keiner Sekunde den Blick von der enormen Eitelkeit der Menschen und enthüllt damit die Brutalität des Banalen. Ein Debüt von großer Schärfe und Klasse.“ Marija Bakker, WDR 5, 23.12.17

"Irene Diwiak schreibt klug, humorvoll und stark. Das mag böse wirken, denn sie löst in keiner Sekunde den Blick von der enormen Eitelkeit des Menschen und enthüllt damit die Brutalität des Banalen. Ein Debüt von großer Schärfe und Klasse." Marija Bakker, WDR5, 15.12.17

"Irene Diwiaks erstaunlich facettenreicher Erstlingsroman erzählt von Geltungssucht, Eitelkeit und falscher Gier nach Ruhm und Erfolg." Dorothea Hußlein, BR Klassik, 09.12.17

"Ausdifferenziertes Erzählen, enorm gutes Gespür für das Wechseln von Erzähltempi … Ein Debüt, das schon zeigt, wie viel diese Autorin kann." Carsten Otte und Wiebke Porombka, SWR2, 03.12.17

"Diwiak entlarvt, welche Würsteln die Männer im Roman sind, die sich selbst so gern auf die Schulter klopfen. Und sie zeigt, wie überlegen ihnen die Frauen sind … Auf ein Happy End braucht man nicht zu hoffen, dafür lässt einem die Kälte des großartigen Finales den Atem gefrieren." Sebastian Fasthuber, Falter, 04.10.17

"Mit feiner ironischer Klinge nimmt Diwiak die Männerwelt an der Nase und entlarvt Standesdünkel und Egomanie … ein leichtfüßiger Tanz durch die verlorene Zeit und ihre verlorenen Chancen" Wolfgang Popp, Ö1 Kulturjournal, 03.08.17

"Ich bin begeistert von diesem Roman, weil er auch sehr österreichisch ist – ein bisschen boshaft, toll in der Sprachbehandlung." Andrea Gerk, Deutschlandfunk Kultur, 28.07.17

5 Fragen an …

Irene Diwiak

Liebwies ist Ihr erster Roman. Was erwarten bzw. erhoffen Sie sich davon?
Natürlich, dass ich damit reich und berühmt werde. Nein, in Wirklichkeit habe ich keine Ahnung, was jetzt auf mich zukommt. Im besten Fall habe ich ein Buch geschrieben, das viele Menschen begeistert. Im schlimmsten Fall habe ich ein Buch geschrieben, das nur meine Mama interessiert. Da gibt es Schlimmeres. Deswegen dominiert die Vorfreude.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und wie ist Ihr Roman entstanden?
Ich habe eigentlich schon als Kind Geschichten erfunden. Bevor ich schreiben gelernt habe, habe ich sie mit meinem Kassettenrekorder aufgenommen, später habe ich sie am Computer getippt. Mit meinem Papa gemeinsam habe ich einen Gedichtzyklus über ein Krokodil namens Krili verfasst. Mit acht Jahren habe ich dann meinen ersten Schreibwettbewerb für Kinder gewonnen. Es folgten weitere Literaturpreise und das hat mich, weil ich im Grunde ein kompetitiver Mensch bin, angespornt. Es gab für mich dann keinen Anlass, mit dem Geschichtenerfinden aufzuhören. Daher habe ich es auch nie verlernt. Mit Liebwies habe ich direkt nach der Matura begonnen, aus einem ganz pragmatischen Grund: Ich hatte da ziemlich viel Zeit. Die Arbeit hat sich dann aber über Jahre hingezogen, in denen es einige intensive Schreibphasen gab, aber noch mehr Zeiten, in denen ich gar nicht geschrieben habe. Zwischendurch glaubte ich selbst nicht mehr daran, dass der Roman je fertig wird. So ganz kann ich es immer noch nicht glauben.

Haben Sie literarische Vorbilder?
Ich mag ja die Beatles. Die sind zwar keine Literaten, aber sie haben es wie kaum jemand anderes geschafft, die Brücke zwischen Kunst und Kommerz (aber ich würde es in diesem Fall eher Zugänglichkeit nennen) zu schlagen. Sie haben großartige Musik gemacht, die gleichzeitig auch viele verschiedene Menschen auf vielen verschiedenen Ebenen angesprochen hat. Sowas würde ich gerne in der Literatur machen. Aber wenn es ein wirklich literarisches Vorbild sein soll: Dostojewski. Seinetwegen habe ich vier Jahre lang Russisch studiert und das ist so ziemlich das Ärgste, was ich jemals für einen Mann getan habe.

In Ihrem Debütroman ist Musik ein zentrales Thema. Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?
Die Musik ist, glaube ich, so ein Komplex von mir, weil ich so musikalische Geschwister habe. Sie spielen beide irrsinnig viele Instrumente, mein Bruder studiert jetzt sogar Musik. Ich hatte insgesamt sieben Jahre lang Klavierunterricht und kann nicht einmal den Flohwalzer spielen. Ich kompensiere meine fehlende Musikalität durch das Schreiben über Musik.

Was bringt Ihre Zukunft? Welche Pläne verfolgen Sie?
Im Moment versuche ich einen zweiten Roman zu schreiben, mein Studium zu beenden und im Sommer heirate ich. Und das sind allein die Pläne für dieses Jahr. Langweilig wird mir also sicher nicht so schnell.

Die Fragen stellte © Martina Schmidt

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