Krötenliebe

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Julya Rabinowich

Julya Rabinowich über die Verstrickungen und Sehnsüchte dreier Grenzgänger: Alma Mahler, Oskar Kokoschka und Paul Kammerer

Alma Mahler, die "femme fatale", die den Verlust ihres Vaters mit einer unüberschaubaren Zahl von Liebhabern aufzuwiegen versucht, Paul Kammerer, der umstrittene Vater der Epigenetik, der das Geheimnis um seine Kröten-Experimente mit ins Grab nimmt, und Oskar Kokoschka, das "enfant terrible" der Wiener Kunst im frühen 20. Jahrhundert, der seinem Liebeskummer mit mehr als unzulänglichen Mitteln beizukommen versucht: die Protagonisten eines skurrilen Ringelspieles. Julya Rabinowich geht der Sehnsucht nach, in der diese drei miteinander verbunden sind. Ein faszinierender Remix historischer Skandale und Begebenheiten zwischen Venedig, Dresden und Wien im Österreich der Jahrhundertwende.


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Julya Rabinowich

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Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Autorin, Bildende Künstlerin, Simultandolmetscherin, Kolumnistin in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard". Für ihren ...

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Presse

„Julya Rabinowich hat einen charmanten Roman geschrieben voller Eleganz, Leidenschaft und Erotik. Pflichtlektüre für alle Wien-Touristen.“ Simone Thielmann, WDR5, 02.04.16

„Ein äußerst elegant geschriebenes Buch." Iris Hetscher, Weser Kurier, 10.04.16

„Vergleichbar virtuos und subtil hat zuletzt Woody Allen in „Was sie schon immer über Sex wissen wollten“ über die Liebesbedürfnisse von Tier und Mensch informiert.“ Peter Jungwirth, Wiener Zeitung, 30.4.16

„Da wird kein Satz hingerotzt, wie es andernorts heute en vogue ist. Jedes Wort wird gemessen, gewogen und für gut genug befunden, hier zu stehen." Clementine Skorpil, Die Presse, 22.5.16

„Ein Sprach- und Bilderkunstwerk, in dem sich Julya Rabinowich auf der Höhe ihrer Kunst zeigt." Cathrin Kahlweit, Süddeutsche Zeitung, 22.05.06

„Rabinowich pendelt gekonnt zwischen kühlem Blick von außen und emotionaler Innensicht, zwischen Analyse der Figuren aus heutiger Sicht und zeitlosem Verständnis einer Liebe zwischen verzweifelter Sehnsucht und fehlgeleiteter Erotik." Christoph Hartner, Kronenzeitung, 15.06.16

„Ein knapper Text von atmosphärischer Macht, unmerklich ausgeklügelt, prägnant, unaufdringlich empathisch und von souveräner Ironie.“ Daniela Strigl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.16

„Rabinowichschreibt auf Basis der recherchierten Fakten mit fantasievoller Empathie, hintergründigem Humor und mit psychologischem Knowhow, ohne je ins Psychologisieren zu geraten." Eva Schobel, Ö1 ex libris, 17.07.16

„Rabinowich rehabilitiert Alma Mahler-Werfel, die so lange Zeit als Unterleib ohne Dame kleingeredet wurde.“ Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 29.09.16

5 Fragen an …

Julya Rabinowich

Wie sind Sie auf Alma Mahler-Werfel, Oskar Kokoschka und Paul Kammerer gestoßen?
Bei der Recherche für ein Projekt, das den August 1914 beleuchten sollte, fand ich zwei Hinweise: Alma Mahler verließ ihren Rückzugsort in Breitenstein und ließ sich exakt zum Kriegsbeginn wieder in Wien nieder. Und Paul Kammerer bekam Ärger auf der Universität, weil er sich wiederholt pazifistisch geäußert hatte. Oberflächlich hatte das nichts miteinander zu tun. Beim zweiten Blick entstand da eine unerwartete Verbindung, die mich verlockte, weiter zu recherchieren. Der dritte Blick öffnete eine absurde, von sehr merkwürdigen Gesetzen geprägte Welt. Spätestens bei der Entdeckung der Puppe und der Kröten gab es für mich kein Halten mehr.

Was hat Sie daran fasziniert?
Diese aufrichtige, bahnbrechende Hysterie, diese Beteitschaft, sich mit aller Kraft in absolut absurde Situationen zu bringen- diese Furchtlosigkeit, sich für seine Überzeugung, für seine Leidenschaft öffentlich zu blamieren. Unsere Zeit ist nicht weniger neurotisch, aber eher narzisstisch denn hysterisch geprägt. Niemand wagt es mehr, sich in seinen Begierden so bodenlos zu verlieren.

Haben Sie eine Vorliebe für einen Ihrer drei Protagonisten?
Paul Kammerer ist derjenige, der mich als Charakter am meisten angezogen hat: wegen seinen Widersprüchlichkeiten, wegen seiner Sturheit und seiner Bereitschaft, sich in abstruseste Verwicklungen zu verirren. Das konnte er sogar auch völlig autark mit sich selbst vollziehen- er brauchte nicht einmal ein Gegenüber. Abgesehen davon fand ich seine Ahnungen der Epigenetik faszinierend- ebenso wie seine Bereitschaft, für seine unpopuläre Idee zu kämpfen.

Was bedeutet für Sie „Sehnsucht“?
Sehnsucht ist diese unglückliche Neigung, sich zumeist dorthin zu wünschen, wo man nicht ist- und wo recht oft auch keiner auf einen wartet. Sehnsucht ist aber auch gleichzeitig jene Kraft, die Menschen tatsächlich näher bringt, durch alle Angst hindurch.

Gibt es ein Motiv aus diesem Buch, das Sie weiter beschäftigen wird?
Was mich sicherlich intensiv weiter beschäftigen wird ist diese Verknüpfung zwischen wissenschaftlicher, stringenter Forschungsarbeit und der absolut irrationalen Fixierung auf fragwürdige Objekte seltsamer Begierden

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