Heidas Traum

Heidas Traum

Steinunn Sigurðardóttir

Steinunn Sigurðardóttir erzählt die fesselnde Geschichte einer starken isländischen Frau. „Heiðas Traum sollte auch unserer sein.“ Elke Heidenreich

Die isländische Schäferin Heida ist ein Freigeist und eine Kämpferin. Allein mit 500 Schafen auf einer abgelegenen Farm trotzt sie nicht nur Wind und Wetter, sondern auch einem Energieunternehmen, das in ihrem Tal einen Staudamm bauen will. Nach einer Modelkarriere in New York kehrte sie auf die heimatliche Farm zurück und lebt heute eng verbunden mit der Natur an der Grenze zur bewohnbaren Welt. Steinunn Sigurðardóttir, eine der wichtigsten Autorinnen Islands, erzählt Heidas Geschichte mit großem poetischem Gespür. Sie weckt mit jeder Zeile Sehnsucht nach Island – nach der wilden Natur, der Einsamkeit und den Menschen. Dieses Buch ist ein Schatz für Naturliebhaber und Island-Enthusiasten.


Über den Autor

Steinunn Sigurðardóttir

Steinunn Sigurðardóttir

Steinunn Sigurðardóttir, 1950 in Reykjavik geboren, ist eine der wichtigsten isländischen Autorinnen. 1995 wurde sie für ihren Roman Herzort (Ammann, 2001) mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten ...

Mehr über den Autor

Heidas Traum

Presse

"Die fesselnde Geschichte einer starken jungen Frau." Jörg Schnieke, MDR Kultur, 01.08.18

5 Fragen an …

Steinunn Sigurðardóttir

Steinunn – Sie haben ein berührendes Porträt von Heiða gezeichnet. Was können wir von ihr lernen?
Ich denke, Heiða ist eines der besten Vorbilder, das wir uns für junge Frauen wünschen können, in Deutschland, in Island, überall auf der Welt. Sie hat ihr Leben und ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, und das ist etwas, das vielleicht seltener ist, als wir denken. Ich habe von jungen Frauen gehört, die weder mich noch Heiða kannten, und die offen sagten, dass Heiða ihr Vorbild geworden sei. Und der frühere Chefredakteur einer führenden Zeitung schrieb in einem Artikel, dass das Buch über Heiða in Wahrheit ein Buch darüber sei, wie wir auf der Insel seit 1200 Jahren überleben – es sei eine Lektion darin, Isländer zu sein.

Island und seine unberührte Natur ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsort. Welche neuen Seiten an Island haben Sie durch Heiða entdeckt?
Ich bin so vertraut mit dem ländlichen Island, dass ich nicht wirklich viel Neues entdeckt habe. Was ich allerdings gefunden habe, ist ein Paradies, von dem ich geglaubt hatte, es existiere nicht mehr. Ich komme selbst aus der gleichen Gegend und habe dort die Sprache meines Vaters wiedergefunden, meiner Tanten und Onkel, mit denen ich meine Sommer als Kind verbracht habe. Und nicht nur die Wörter und die besondere Musik der Sprache, die ich seit meiner Kindheit kenne, sondern auch die Mentalität der Menschen dort. Es sind ruhige, reizende Menschen, die nicht „Ja“ sagen, sondern „Ich glaube schon“, Menschen, die ihre Sprache extrem vorsichtig benutzen, aber plötzlich in derart derbe Flüche ausbrechen können, dass man nur ratlos staunen kann. Unprätentiös, und mit einem großartigen Sinn für Humor. Dieses Buch zu schreiben war daher für mich wie nach Hause kommen, in ein Land, das ich lange für verloren hielt.

Heiða wurde vom Model zur Schäferin und von der Schäferin zur Aktivistin – ein turbulentes Leben. Was an ihr hat Sie besonders fasziniert?
Heiðas komplexes Wesen und ihre inneren Widersprüche. Ihr eiserner Wille, ihre Sturheit und Freundlichkeit, ihre intellektuelle Brillanz und die Kreativität, mit der sie ihr Leben meistert, und die ihre Gedanken und ihre Sprache prägen.

Und was gab letztlich den Anstoß für Sie, dieses Buch zu schreiben?
In erster Linie hat mich Heiðas Kampf gegen den privaten Energiekonzern dazu bewogen – ihr Ringen darum, ihr Land behalten zu können. Eine einzelne Farmerin gegen eine Wand aus Menschen, Geld und Macht. Eine der größten Herausforderungen dabei war, Heiðas einzigartige Sprache einzufangen und sie richtig zu Papier zu bringen. Es war ein arbeitsintensiver Prozess, die richtige Form für dieses Buch zu finden, Mittel und Wege, Heida so wahrhaftig und interessant wie möglich zu zeigen – und dazu gehörte nicht zuletzt die enorme Verantwortung, das Leben einer lebenden Person zu porträtieren. Noch dazu einer Frau, die es eigentlich vorzieht, nicht im Rampenlicht zu stehen.

5 Fragen an Heiða

Heiða – wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Steinunn Sigurðardóttir?
Steinunn fragte mich völlig aus dem Nichts, ob sie ein Buch über mich und meinen Kampf gegen das Energieunternehmen schreiben könne, das einen Staudamm in meiner Heimatregion bauen wollte, zum Teil auf meinem eigenen Land. Ich sagte sofort zu, weil ich für diese Sache alles tun würde. Mir war nicht klar, dass das Buch so sehr von mir und meinem Leben handeln würde. Als ich das bemerkte, war es zu spät, einen Rückzieher zu machen. Die Arbeit daran war anstrengend und sehr persönlich, aber auch spannend. Es war wunderbar und hat Spaß gemacht, eine erfahrene Schriftstellerin wie Steinunn bei der Arbeit zu erleben.

Aussteigen, Selbstversorger werden, zurück zur Natur – ein Leben in der Abgeschiedenheit Islands erscheint vielen Städtern als die ultimative Form von Freiheit. Was ist Freiheit für Sie?
Freiheit bedeutet mir alles, und Natur bedeutet Freiheit. Mein Fluss ist Freiheit, meine Berge sind Freiheit, mein unkonventionelles Leben ist Freiheit.

Ihr Vater war zunächst nicht begeistert, dass Sie den Hof der Familie übernehmen wollten. Er selbst hatte in der Einsamkeit mit Depressionen zu kämpfen. Was ist für Sie die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung für mich besteht darin, dafür zu sorgen, dass es meinen Tieren gut geht, sie zufrieden und gesund sind, und die Arbeit, die anfällt, zu bewältigen. Die finanzielle Lage im Griff zu haben und dennoch Abenteuer und Reisen in meinem Leben unterbringen zu können, positiv und glücklich zu bleiben.

Als Sie den Hof übernahmen, dachten viele, dass Sie als Frau allein nicht lange bestehen würden. Inzwischen kämpfen Sie neben Ihrer Arbeit für den Umweltschutz. Was treibt Sie an?
Ich möchte beweisen, dass Frauen alles erreichen können, was sie sich vornehmen, und ich möchte den Menschen, vor allem den Frauen, zeigen, dass viele Lebensentwürfe möglich sind. Bleibt nicht auf den ausgetretenen Pfaden und lasst euch von niemandem vorschreiben, wie ihr euer Leben richtig zu leben habt!

Im Buch ist immer wieder die Rede von der besonderen Bedeutung von Versen und Reimen. Was bedeutet Sprache für Sie? Und verraten Sie uns Ihr Lieblingsgedicht?
Sprache ist wirklich wichtig für mich, die Kontrolle, die ich darüber habe und wie ich sie benutze. Sprache ist Freiheit. Mein Lieblingsgedicht ist Hvítabjörninn von Davíð Stefánsson. Es geht um einen Polarbären, der gefangen genommen und einem König in einem südlichen Land als lebendiges Geschenk überreicht wird. Jeder liebt ihn und möchte mit ihm spielen, nachdem man ihn geschlagen hat, um ihn gefügig zu machen. Es könnte ihm prinzipiell gut gehen, aber seine Sehnsucht nach Freiheit, Heimat, nach dem Norden, der Kälte, der Luft und dem Licht brennt in seinem Blut, und er kann die Situation nicht hinnehmen. Also bricht er aus, sein Geist ist stärker als die Pflicht, zu gehorchen, stärker sogar als die Armee des Königs. Das Gedicht ist in einem Isländischen Versmaß geschrieben und die Sprache ist sehr wirkmächtig und berührend.

Termine

Steinunn Sigurðardóttir: Premierenlesung von "Heidas Traum". Moderation: Nikola Haaks (Brigitte). Deutsche Lesung: Katja Danowski. In Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde Islands e. V. | Zur Veranstaltungs-Website

Hamburg
Literaturhaus Hamburg,
Schwanenwik 38,
22087 Hamburg

Steinunn Sigurðardóttir: "Heidas Traum". Moderation: Christoph Klimke

Flensburg
Stadtbibliothek Flensburg,
Süderhofenden 40,
24937 Flensburg

Steinunn Sigurðardóttir: "Heidas Traum". Moderation: Thomas Böhm

Berlin
Literarisches Colloquium Berlin e. V.,
Am Sandwerder 5,
14109 Berlin

Alle Termine zum Buch
Alle Termine

Leseproben

Ihr Kommentar

* Diese Angaben sind verpflichtend