Geschmack

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Tom Vanderbilt

Woher wissen wir, was wir mögen? Welche Rolle spielen dabei Biologie und persönliche Erfahrungen? Ein Standardwerk über die Ursprünge unseres Geschmacks

Jeder weiß, was er am liebsten isst, welche Farbe er mag und welches die beste Kultserie ist. Aber wie entscheiden wir, was wir gut finden? Sind diese Entscheidungen biologisch begründet oder von persönlichen Erfahrungen geprägt? Tom Vanderbilt stützt sich auf die neuesten Erkenntnisse von Psychologie und Hirnforschung und beantwortet die Frage nach den Ursprüngen unseres Geschmacks. Von den komplizierten Hintergründen der Essensauswahl über die Nonstop-Vergabe von Likes im Netz bis zu unserer Unsicherheit beim Anblick eines Kunstwerks: Tom Vanderbilt zeigt in diesem Standardwerk, welcher Anteil der Präferenzen im Alltag in unseren Gehirnen angelegt ist und welcher von unserem Umfeld beeinflusst wird.


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Der Journalist Tom Vanderbilt schreibt unter anderem für das „New York Times Magazine", das „Wall Street Journal", den „Rolling Stone" und „Popular Science" über Wissenschaft, Design, Technologie und Kultur. Sein letztes Buch ...

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"Tom Vanderbilt (...) schreibt Bestseller, die bei uns noch selten sind: genaue, gut recherchierte, philosophiehistorisch tiefenscharfe, rundum gediegene Monographien über Dinge, über die sich niemand Gedanken macht und die umso interessanter werden, je mehr man über sie erfährt. (...)
Man wünscht diesem Buch viele Leser und kompetente deutsche Nachahmer." Stephan Wackwitz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.16

"Ein kundiges, dabei verständlich und unterhaltsam geschriebenes Buch über Geschmack, das uns selbst den Spiegel vorhält." Tabea Grzeszyk, Deutschlandradio Kultur "Lesart", 27.09.16

„Dieses Buch ist eine Herausforderung. Kaum meint man, eine Gesetzmäßigkeit verstanden zu haben, kann auch das Gegenteil richtig sein. Von Seite zu Seite folgt man so den Kapriolen des wetterwendischen Geschmacks. Dennoch schafft Vanderbilt es, sich und den Leser bei Laune zu halten und zu zeigen, dass Geschmack ein wichtiger Mechanismus unseres Gehirns ist, um Komplexität zu reduzieren.“ Ilona Jerger, Psychologie heute, Dezember 2016

5 Fragen an …

Tom Vanderbilt

Was war die überraschendste Erkenntnis über menschlichen Geschmack bei der Arbeit an Ihrem neuen Buch?
Wir bringen beispielsweise aus dem Portugal-Urlaub einen Wein mit, den wir dort sehr mochten, aber zu Hause schmeckt er dann gar nicht mehr so wunderbar, wie wir dachten – denn was uns in Wirklichkeit gefallen hat, war, den Wein in Portugal zu trinken, nicht der Wein an sich. Unsere Vorlieben beim Essen, in der Kunst oder in der Musik können durch die positive Reaktion eines anderen beeinflusst werden. Wir mögen denselben Wein oder dieselbe Musik auf eine andere Weise, wenn sie anders bewertet wird. Oder wir treffen aus irgendeinem Grund eine Wahl und mögen es dann lieber, weil es das ist, was wir ausgewählt haben, denn deswegen muss es einfach besser sein!

Woher kommt es, dass die meisten Menschen die Farbe Blau mögen?
Überall auf der Welt ist Blau beliebt. Es gibt die Theorie von der ökologischen Valenz, die Stephen Palmer und Kollegen an der University of California aufgestellt haben und die besagt, dass die Lieblingsfarbe sich anpasst. Wir scheinen die Farben zu mögen, die in unserer Umwelt den Dingen eigen sind, die uns guttun. Wer mag etwa einen blauen Himmel nicht oder eine schöne Aussicht aufs Meer? Die weniger beliebten Farben sind gelbliche Brauntöne, die oft auch eine negative Assoziation wecken, etwa die von Schleim bei einer Bronchitis. Es gibt also Langzeitvorlieben, die sich aber manchmal auch kurzfristig ändern können: Verbringt man Zeit in Irland, dann wird sich die Vorliebe für Grün wahrscheinlich verstärken.

Haben Babys bereits einen Geschmack oder erlernen sie ihn erst?
Mit ein paar Vorlieben werden wir geboren. Bereits im Bauch lernen wir. Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Knoblauch zu sich genommen haben, sind bereits mit ihm vertraut und mögen ihn normalerweise. Den meisten Geschmacksstoffen und Nahrungsmitteln werden wir aber erst Stück für Stück ausgesetzt und unsere erste Reaktion ist zunächst oft Ablehnung. Denn in der Natur kann dich häufig umbringen, was du nicht kennst. Mögen bedeutet lernen, und es gibt meist nur wenige Dinge, bei denen wir tatsächlich lernen können, sie nicht zu mögen. Fast jeder Geschmack ist erworben. Jede Kultur hat Speisen, die bei Besuchern auf Ablehnung stoßen werden, und genau das bedeutet Geschmack: Kultur.

Warum ist Geschmack ein so wichtiger sozialer Faktor?
Keine Spezies auf der Welt nutzt soziales Lernen und Imitation so intensiv wie der Mensch. Wir sind so angelegt, dass wir unser Verhalten von anderen lernen. Wenn Kinder in Experimenten eine Aufgabe gezeigt bekommen und diese nicht verstehen, dann versuchen sie einfach zu imitieren. Daher ist die eigentliche Bedeutung von Geschmack herauszufinden, was andere Menschen tun (welche Lieder sie sich anhören, welche Filme sie ansehen). Es gibt eine interessante Abweichung, die Psychologen Conformist Distinction nennen. Einerseits möchten wir Teil einer Gruppe sein, andererseits gefällt uns das Gefühl, individuell zu sein. Etwa wenn alle von einem Must-see-Film sprechen – ein Teil von uns möchte diesen Film dann unbedingt sehen, ein anderer könnte sich aber auch wehren und sich sagen: „Der ist sicher überschätzt.“

Was ist die zentrale Aufgabe, die Geschmack für uns Menschen hat?
Ich denke, dass Geschmack ein Weg für uns Menschen ist, die Welt zu erforschen, und mit all den Wahlmöglichkeiten unserer Zeit kann Geschmack auch als eine Art Filter dienen. Wenn man Spotify mit seinen Millionen von Songs öffnet, ist es wahrscheinlich einfacher, ganze Genres wie Jazz oder Dubstep auszuschließen, als die emotionale Energie und Zeit zu investieren, sich mit der ganzen Bandbreite an Musik auseinanderzusetzen. Geschmack hilft uns, unsere eigene Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte ist oft von Mythen durchsetzt, ist endlosen Abänderungen unterworfen und hat ein offenes Ende.

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