Gedankenjäger

Gedankenjäger

Iain Levison

Wer ist gut, wer böse? Iain Levison beweist mit diesem packenden Thriller aufs Neue: Er ist ein Meister der literarischen Manipulation.

Der Polizist Jared Snowe bemerkt bei einem Einsatz plötzlich, dass er Gedanken lesen kann. Während ihn das bei interessanten Frauen oft eher deprimiert – er weiß nun leider sofort, wenn er keine Chance hat –, profitiert er beruflich von seiner Fähigkeit und löst deutlich mehr Fälle als seine Kollegen. Nun soll er den geflohenen Mörder Brooks Denny aufspüren und zurück in die Todeszelle bringen. Snowe findet Denny mühelos, doch als sich die beiden treffen, machen sie eine überraschende Entdeckung: Sie haben beide das gleiche Schlangen-Tattoo auf der linken Schulter. Ein packender Thriller aus den USA, in dem sich die Grenzen zwischen Gut und Böse beständig verschieben.


Über den Autor

Iain Levison

Iain Levison

Iain Levison, geboren 1963 in Aberdeen/Schottland, lebt seit 1974 in Amerika, wo er u.a. als Lastwagenfahrer, Maler und Krabbenfischer gearbeitet und an der Universität von Villanova Anglistik studiert hat. Seine Bücher ...

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Presse

"Levison hat ein gutes Gespür für schwarzen Humor und Spannungsaufbau." Peter Körte, 22.08.16, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Das ist intelligente Unterhaltung." Tobias Gohlis, Die Zeit, 01.09.16

"Ein rasanter und raffinierter Thriller." Wolfgang Bortlik, 20 Minuten, 01.11.16

"Ein packender Pageturner und brillanter Mix aus Thriller, Science Fiction und Roadmovie. Daumen hoch!" Schädelspalter, 01.11.16

5 Fragen an …

Iain Levison

Wie sind Sie eigentlich auf dieses Thema gekommen?
In meinen Büchern widme ich mich immer wieder dem Thema “Was würde passieren, wenn ganz normale Bürger über die Macht des Staates verfügten?” Von da führt der Weg sehr oft zum Verbrechen, zumal das Verbrechen letztlich ein Vorrecht des Staates ist. Die Amerikaner regen sich immer wieder furchtbar darüber auf, dass für den Crash des Jahres 2008 keine Banker zur Rechenschaft gezogen wurden, aber diese Straffreiheit ist schon deshalb unvermeidlich, weil in unserer Plutokratie das Verbrechen ein Vorrecht des Staates ist. So ist das gemeint.
In meinem neuen Buch sind die Protagonisten mit ihren telepathischen Fähigkeiten ein Abbild des allmächtigen Geheimdienstapparats, den der Staat nach 2001 aufgebaut hat, um “unsere Sicherheit zu gewährleisten.” Ob uns das gefällt oder nicht, all unsere Technik hat dazu geführt, dass der Staat inzwischen telepathische Kräfte hat. Die wissen alles über uns, schon allein davon, was wir in Google eintippen. Und wir glauben immer, das spielt keine Rolle. Und das stimmt ja auch – bis es eines Tages dann plötzlich doch eine Rolle spielt. Und dann ist es zu spät. Die können auf alles zugreifen. Mehr brauchen sie nicht, um uns zu passiven Bürgern zu machen. Ich habe also versucht, mir vorzustellen, wie das wäre, wenn man als Privatperson solche Fähigkeiten hätte.

Sind Sie gelegentlich auch selbst ein Gedankenleser?
Ich versuche, meine Umwelt möglichst klar wahrzunehmen. Mehr ist wohl nicht erreichbar. In dem Buch gibt es eine Szene, in der sich einer der Telepathiker mit einem Drogenhändler unterhält und die Gedanken des Dealers liest. Er ist überrascht, wie oft der Dealer richtig liegt. Ich glaube, wenn du daran gewöhnt bist, in Gefahr zu sein, wie eben dieser Drogenhändler, dann entwickelst du Fertigkeiten, die der Telepathie ähnlich sind. Ich selbst reise sehr viel, und auch dabei erwirbst du dir so ähnliche Fertigkeiten. Wenn du ständig neue Leute triffst und dich in neuen Kulturen bewegst, musst du lernen, Körpersprache zu verstehen und eine Sensibilität für Stimmungen entwickeln. Dazu bin ich imstande, und darüber bin ich recht froh. Ein echter Gedankenleser zu sein, wäre ja gar nicht wirklich angenehm, was ja auch im Buch klar wird.

Sind Sie wirklich der Meinung, dass wir alle verfolgt werden können – überall?
Wir werden bereits überall verfolgt. Das ist eine Tatsache. Die Frage lautet: Ist es relevant? Ich glaube schon. Ich bin der Meinung, es macht uns zu passiven und manipulierbaren Bürgern, die für Konzerne und staatliche Autoritäten weniger bedrohlich sind. Es gibt ja diese Haltung “Ich lass mir nichts zuschulden kommen, also was hab ich zu befürchten?” Aber eine derartige Einstellung bedeutet ja, dass sich schon was verändert hat. Damit wird vorausgesetzt, dass der Staat das Recht hat, uns konstant zu überwachen, und wer so denkt, der zensuriert sich selbst, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Ich wurde mir dessen in China bewusst, also ich anfing, meine Internetsuchen zu modifizieren, damit man mir die Verbindung nicht ausschaltete. Die Chinesen machen kein Hehl aus ihrer Kontrolle, und die Staatsbürger üben Selbstzensur. Im Westen gibt man vor, die Kontrolle sei zu unserem Besten und geht damit in gewisser Weise noch hinterhältiger vor.
Wann haben Sie zum letzten Mal einen Tag ohne Mobiltelefon oder Computer oder Kreditkarte verbracht; einen Tag, an dem Sie sich nirgends einloggen mussten? Das ist wahrscheinlich schon eine ganze Weile her. Selbst im Urlaub habe ich meine sämtliche technische Ausrüstung bei mir. Und wie ist das mit den heutigen Teenagern? Haben die in ihrem ganzen Leben schon mal einen solchen Tag verbracht? Unsere moderne Technologie ist für die jungen Menschen wie ein zusätzliches Glied – ein Teil ihres Lebens.

Haben Sie schon mal einen zum Tode verurteilten Gefängnisinsassen getroffen?
Nicht nach dem Urteil. Aber ich kannte einen Typen in der High School, der später zum Tod verurteilt wurde, weil er seine Frau umgebracht hat, um die Lebensversicherung zu kassieren. Nach dem Todesurteil hat er ein Geständnis abgelegt, um mit Lebenslänglich davon zu kommen. Ich frage mich oft, warum er das getan hat – für ein milderes Urteil ein Geständnis ablegen? Was für ein Leben ist das – im Gefängnis, ohne Aussicht auf Entlassung? Wahrscheinlich haben die Menschen einfach Angst vor dem Sterben.

Welche Autoren gefallen Ihnen am besten?
Ich hab schon immer Charles Bukowski und Kurt Vonnegut geliebt, weil sie es schaffen, sich mit minimalem sprachlichem Aufwand auszudrücken. Es ist Schwerarbeit, mit der Sprache eine solche Effizienz zu erzielen. Derzeit lese ich gerade James Salters All that Is, ein schönes Buch, freilich in einem anderen, expressiveren Stil geschrieben. Ja, und Don Delillo, den mag ich auch.

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