Erschütterung
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Percival Everett

Erschütterung

übersetzt aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 24.01.2022
  • 288 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-27266-8
  • Deutschland: 23,00 €
  • Österreich: 23,70 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-27334-4
  • E-Book Deutschland: 16,99 €

„Ein zartes, gewaltiges Kunststück.“ (The New York Times) – Percival Everetts großer Roman über Verlust und Erlösung

Der Paläontologe Zach Wells hat sich in seiner selbstironischen Abgeklärtheit bequem eingerichtet: Idealen misstraut er, ob an der Universität, wo er, selbst Afroamerikaner, sich nicht für Gleichberechtigung einsetzt, oder zu Hause in der erkalteten Beziehung zu seiner Frau. Einziges Licht in seinem Leben ist die zwölfjährige Tochter Sarah. Als diese ihr Sehvermögen verliert und eine erschütternde Diagnose folgt, flieht Zach in die Wüste New Mexicos. Dort geht er einem mysteriösen Hilferuf nach, den er in einer Second-Hand-Jacke gefunden hatte. Ebenso mitreißend wie psychologisch feinsinnig erzählt der Pulitzer-Preis-Finalist eine große Geschichte über Verlust und Erlösung.

Percival Everett

Percival Everett

Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California. Er hat bereits mehr als zwanzig Romane veröffentlicht. Für sein Werk wurde er ...

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Presse

„Ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Roman… Percival Everett hat einen ausgesprochenen Sinn für Rhythmus und Szenenwechsel ... Es ist ein großes ästhetisches Vergnügen dieses Buch zu lesen.“ Nicola Steiner, SRF Literaturstammtisch, 10.05.22

"Meisterhaft. … Ein Buch, das einerseits so cool und selbstironisch erzählt ist wie es anderseits aus voller philosophischer Tiefe schöpft. … Eine vielschichtige Geschichte, die zu ergründen sucht, ob der freie Wille dem Schicksal etwas entgegensetzen kann, und wenn ja, ob es etwas hilft und wem." Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.22

"Zach ist ein akademischer Nerd. … Wollen wir 280 Seiten im Kopf eines solchen Icherzählers verbringen? Ja, unbedingt, weil erstens der böse Blick dieses Misanthropen auf die Welt und sich selbst ausgesprochen witzige und scharfsinnige Beobachtungen zutage fördert. Und weil zweitens diesem Zach etwas widerfährt, was ihn aus seinem bequemen Beiseitestehen heraus wirft und ihm und uns zeigt, dass er auch ein ganz anderer ist. Und drittens, weil sein Erfinder ebenso groß als Sprachkünstler wie als Menschenkenner ist." Martin Ebel, Tagesanzeiger, 27.04.22

"Percival Everett – und das ist eine wesentliche Leistung dieses Buches – kommt in seinem Erzählen ganz ohne Pathos aus. Seinen Ich-Erzähler Zach hat er als selbstironischen Zyniker gezeichnet, der sich gerne hinter der eigenen unbeholfenen Schroffheit verschanzt und tragischen Situationen mitunter absurd Komisches abgewinnen kann. Und so hat ‚Erschütterung‘ etwas unverhofft Satirisches." Tilman Urbach, Bayern 2 Diwan, 03.04.22

"Wie es Everett gelingt, diese Intensivierung des Daseins, diese plötzliche Bedeutsamkeit jedes früher gewöhnlichen Alltagsdetails darzustellen, ist nicht nur berührend, es reißt einen als Leser aus der Prosa der Verhältnisse, den Routinen, den kleinen Lügen, in die wir uns tagtäglich flüchten … Ein großartiges Werk." Adam Soboczynski, Die Zeit, 17.03.22

"Ein erbarmungsloser Roman über Schmerz, Angst, Leere und Verlust. In blendend knappen Szenen, mit Dialogen voller Leerstellen und doch so direkt im Zugriff, dass die Figuren klar umrissen vor unseren Augen stehen, erzählt Percival Everett eine Tragödie von shakespearescher Wucht. … Was für ein grandioser Autor – und welch ein Glück, dass sich der Hanser Verlag seines Werks angenommen hat." Meike Feßmann, Tagesspiegel, 22.02.22

"Ein meisterlicher Roman von seltener menschlicher Tiefe, literarischer Intelligenz und außerordentlicher Sprachkraft." Ursula März, Deutschlandfunk Kultur, 03.02.22

"Diesen Schriftsteller muss man im Auge behalten." Peter Pisa, Kurier, 22.01.22

"Es ist sehr berührend zu beobachten, wohin ein Mensch sich verirrt, wenn er eigentlich nichts tun kann als stillzuhalten, wie sich sein Blick und seine Stimme verändert, wenn er nur aushalten kann, was sich nicht ändern lässt." Marie Schoeß, NDR Kultur, 24.01.22

"Vom zerreißenden Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen hat die Literatur schon oft erzählt, aber selten so intelligent, so ungewöhnlich und sogar tröstlich wie in "Erschütterung" von Percival Everett". Ursula März

Digitale Pressemappe

Die digitale Pressemappe zu “Erschütterung” von Percival Everett können Sie hier ansehen und herunterladen: Digitale Pressemappe >

5 Fragen an …

Percival Everett

Lieber Herr Everett, in ihrem Roman Erschütterung wird eine besonders berührende Vater-Tochter-Beziehung erzählt, die mit dem schleichenden Verlust einer geliebten Person einhergeht. Sind Sie selbst mit einem ähnlichen Thema in Berührung gekommen?
Ich kann nicht genau sagen, wie ich zu der Geschichte gekommen bin. Es gibt keinen wirklichen Ausgangspunkt. Aber ich bin selbst ein Vater und mache mir Sorgen um meine Kinder, während unsere Welt immer gefährlicher wird. Das bringt mich dazu, auch über meinen eigenen Einfluss auf den Zustand der Welt nachzudenken.

Man könnte den Protagonisten als einen Retter sehen, er hilft fremden Menschen in einer aussichtslosen Situation. Aber gleichzeitig vernachlässigt er dadurch seine Familie, lässt seine Frau mit ihrer Trauer allein. Ist Zach ein guter Mensch oder doch eher ein Egoist?
Auf eine gewisse Weise sind seine Handlungen unglaublich selbstzentriert. Ein eigennütziger Retter. Das fand ich interessant, kann man es doch auf alle unsere Entscheidungen beziehen. Wäre Zach zu Hause geblieben, hätte er im Gegenzug diese Frauen ihrem Schicksal als Gefangene überlassen. Genau das ist Kierkegaard: Egal was du tust, du wirst es bereuen. Es gibt keinen puren Altruismus, wenn man auf eine Heldentat stolz ist oder andere beeindruckt, macht man es auch für sich selbst.

Ihr Roman weist Einsprengsel auf, die die Handlung wiederholt unterbrechen, wie zum Beispiel die Erwähnung von Knochenfunden in Höhlen, Schachzügen und Gemäldetiteln aus dem Louvre. Diese Einwürfe werden für die Leser nicht kommentiert oder erklärt – welchen Effekt wollten Sie mit dieser Technik erzielen?
All diese Dinge sind aus unterschiedlichen Gründen in den Roman eingeflossen. Da ich offensichtlich kein Paläontologe bin, waren die eingeschobenen Notizen über Knochenfunde eine Möglichkeit für mich, eine Verbindung zu meiner Hauptfigur über seinen Beruf zu knüpfen. Das im Text mitlaufende Schachspiel zeichnet einzelne Figurenzüge eines berühmten Matchs nach – ich spiele selbst Schach, während ich an meinen Büchern arbeite. Und es dient als ein Fenster zu den Problemen der Tochter aufgrund ihrer fortschreitenden Krankheit, die Zach so unmittelbar miterlebt. Darüber hinaus gefallen mir strukturelle Unterbrechungen einfach, das erinnert mich an abstrakte Malerei, wo durch Irritationen Bedeutung erzeugt wird.

In Erschütterung dreht sich vieles um die Angst vor dem Tod, vor dem Verlust unserer Geliebten. So gesehen scheinen die meisten Handlungen des Protagonisten Zach Wells – sogar seine große Rettungsaktion – Versuche zu sein, sich von diesen Gedanken abzulenken. Kierkegaard, der auch das Motto für den Roman liefert, findet eine religiöse Antwort auf diese existenzielle Angst, Zach allerdings weist Religiosität immer wieder zurück. Ist er dennoch ein Glaubender?
Ich denke, dass es dabei nicht unbedingt um Glauben geht, sondern darum, im Moment zu leben. Das ist die einzige Erlösung, die wir im Leben kriegen können. Es geht nicht darum, seine Seele zu retten, sondern darum, zu sein. Das Leben selbst ist schon die Erlösung.

Es geht in einigen Ihrer Bücher um Rassismus, auch wenn Sie das Thema grundsätzlich auf sehr besondere Weise mit einer Portion Humor oder sogar als Satire angehen. Ist Erschütterung in Ihren Augen auch ein Buch über Race?
Da dezidiert Rassisten in der Geschichte auftauchen, würde ich sagen: auf jeden Fall. Aber gilt das nicht eigentlich für jeden amerikanischen Roman? Rassismus ist eine ur-amerikanische Erfahrung und er existiert wie Bäume oder Flüsse überall auf dieser Welt.

Gespräch: Piero Salabè

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