Eine von uns

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Harriet Cummings

„Sehr britisch und sehr spannend – als hätte Laura Ashley Alfred Hitchcock zum Five o’Clock Tea geladen.” Paulus Hochgatterer

Sommer 1984, ein Dorf in der Provinz in England. Alles beginnt ganz harmlos: mit dem Gefühl der Dorfbewohner, dass jemand in ihrem Haus war, mit Spuren von schmutzigen Schuhen auf der Treppe, fettigen Fingerabdrücken auf dem Badezimmerspiegel. Dann verschwinden Dinge, oder, noch rätselhafter, es tauchen andere auf. Bis schließlich eine von ihnen weg ist: Anna, die harmloseste, unscheinbarste von allen. Die Dorfbewohner beginnen sich zu bewaffnen, sie haben Angst vor dem Einbrecher, Angst um Anna und immer mehr auch voreinander. Kann einer von ihnen der geheimnisvolle Fox sein? Harriet Cummings’ Debüt ist spannend, stilsicher und raffiniert – den Abgründen dieser Dorfidylle entkommt man nicht!


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Harriet Cummings

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Harriet Cummings lebt in der Nähe von London. Eine von uns ist ihr erster Roman.

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5 Fragen an …

Harriet Cummings

Wann haben Sie zu schreiben begonnen und was bedeutet Schreiben für Sie?
Obwohl ich schon seit Langem Kurzgeschichten schreibe, habe ich mich dem Thema Roman erst vor ungefähr drei Jahren angenähert. Vorher hatte ich Angst vor der Menge an Wörtern! Aber ich bin – wie bei so vielem im Leben – dahintergekommen, dass es für alles einen Weg gibt: Man kann das Romanschreiben in verschiedene Stufen zerlegen und jede Phase und jede Fassung einzeln angehen. Als ich erst mal begonnen hatte, habe ich es schon bald genossen, wie sehr man in einem so großen Projekt aufgeht: Man kann sich stundenlang in den Landschaften und Charakteren verlieren, die man selbst erfunden hat.
Für mich ist Schreiben eine Möglichkeit, Sachen zu verstehen, die schwer in den Griff zu bekommen sind. Ich mag Bücher, in denen der Autor versucht, etwas aufzulösen – und sich mit einer Sache oder einer Situation auseinandersetzt, über die man im Rahmen von gepflegter Konversation schwer sprechen könnte, und das in einer so offenen Art und Weise, dass alles möglich ist. Schriftsteller können abseitige und dunkle Themen angehen, ohne erklären zu müssen, wieso!

Welche Autoren bewundern Sie am meisten?
Graham Greene war einer der ersten Autoren, dessen Bücher mir bewusst machten, wie viel Kraft in einem einzigen Satz stecken kann. Als ich Der stille Amerikaner las, bin ich einzelne Zeilen immer wieder durchgegangen, verblüfft darüber, in was für einer schlichten Sprache er über Krieg und Weltpolitik geschrieben hat. Die Seiten dieses Romans fallen mittlerweile schon fast aus dem Buch, ähnlich wie bei einem anderen Lieblingsbuch von mir, Das Ende einer Affäre.
Die Erzählungen von Margaret Atwood haben ebenfalls großen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich finde es großartig, wie sie fremde Welten erkundet, um so über die Zukunftsangst der Menschen zu sprechen. Auch Kazuo Ishiguro ist ein für mich wichtiger Schriftsteller, der an traurige oder schwierige Situationen auf eine Art herangeht, die mich zum Nachdenken bringt.

Was hat Sie dazu inspiriert, Eine von uns zu schreiben?
Ich habe in meiner Jugend viele Geschichten über den Fox gehört, und der Gedanke an ihn war immer schon in meinem Hinterkopf. Ich habe mich gefragt, was ihn dazu brachte, Leute zu beobachten und in ihre Häuser einzudringen. War er ein besonders gestörter Mensch, oder wären auch andere Leute dazu in der Lage, sich so zu benehmen? Das war der Beginn meiner Geschichte.

Der Roman ist Ihr erstes Buch. War es schwer, einen Verlag zu finden?
Glücklicherweise haben meine Agentin und ich es geschafft, den Text zur London Book Fair fertig zu haben. Am ersten Tag saß ich dann nervös zu Hause und kaute an meinen Fingernägeln und wartete, ob meine Agentin berichten würde, dass sich irgendjemand dafür interessierte. Ich wurde so unruhig, dass ich meine Küche in mehreren Schichten knallgelb anmalte (mein Mann war ein wenig überrascht, als er heimkam).
Ich weiß, dass es oft sehr viel länger dauert, und ich war sehr glücklich, als ich am Ende des Tages hörte, dass wir einige ganz ausgezeichnete Verlage gefunden hatten.

Gibt es eine Figur in Ihrem Roman, die Sie gar nicht mögen? Wer ist Ihr Liebling?
Es ist nicht so, dass ich Jim (den 50-jährigen Laienprediger) gar nicht mag, aber es war am schwierigsten, über ihn zu schreiben, wegen seiner belastenden Vergangenheit. Ich bin nicht sicher, ob ich ihm gerne auf der Straße begegnen würde, er ist ziemlich schlecht drauf, obwohl er eigentlich ein netter Mensch ist. Ich mag Ralph und Cynthia sehr – es hat Spaß gemacht, sie zu erfinden – und Deloris, die im Verlauf des Buches besser lernt, für sich selbst einzustehen und das auch gegenüber ihrem Ehemann.

Die Fragen stellte © Martina Schmidt

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