Die große Gereiztheit
Bernhard Pörksen

Die große Gereiztheit

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Details zum Buch
Wege aus der kollektiven Erregung
  • Erscheinungsdatum: 19.02.2018
  • 256 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-25844-0
  • Deutschland: 22,00 €
  • Österreich: 22,70 €

  • ePUB-Format
  • E-Book ISBN 978-3-446-25956-0
  • E-Book Deutschland: 16,99 €

Öffentliche Debatten werden immer aggressiver, Lügen verbreiten sich so leicht wie nie. Bernhard Pörksen beschreibt das große Geschäft mit der Desinformation.
Terrorwarnungen, Gerüchte, die Fake-News-Panik, Skandale und Spektakel in Echtzeit – die vernetzte Welt existiert längst in einer Stimmung der Nervosität und Gereiztheit. Bernhard Pörksen analysiert die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und beschreibt das große Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen und der Charakter von Debatten verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss etablierter Medien schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, studierte Germanistik, Journalistik und Biologie und ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Arbeiten zur Skandalforschung ...

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re:publica 2018 – Bernhard Pörksen: Filter Clash. Die große Gereiztheit der vernetzten Welt

Presse

"Pörksens luzide Analyse gehört zu den Büchern der Stunde“. Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse, 06.03.18

"All das ist ebenso spannend wie nachvollziehbar zu lesen, weil Pörksen zwar das Besteck der Medientheorie zu benutzen versteht, doch stets eng verbunden bleibt mit dem konkreten Geschehen, mit Beispielen, mit Fällen (...) Gäbe es mehr Experten vom Rang Pörksens, wäre die Debatte vermutlich schon weiter – sachlicher nämlich." Tim Schleider, Stuttgarter Zeitung, 19.02.18

"Pflichtlektüre für alle, die wach durch Leben und Zeit gehen wollen." Otto Friedrich, Die Furche, 22.02.18

„Die große Gereiztheit“ ist keine trockene Wissenschaftsprosa, sondern ein 256 Seiten langer Essay auf höchstem Niveau der Analyse, der Differenzierung und der geschliffenen Sprache. Viele treffende Beispiele veranschaulichen das Gesagte. Und wie immer prägt Pörksen neue Begriffe, die seine Erkenntnis auf den Punkt bringen. Es ist ein Markenzeichen des Medienwissenschaftlers in der Medienwelt.“ Gernot Stegert, Schwäbisches Tagblatt, 19.02.18

„Exzellente Medienforschung, die mit vielen Geschichten vom „Kulturbruch der Digitalisierung“ erzählt, die weder Angst schürt, noch Euphorie fliegen lässt und die – das ist der eigentliche Gewinn – Thesen formuliert, wie Journalismus jeden einzelnen, die Gesellschaft und die Demokratie retten kann.“ Paul-Josef Raue, kressNews, 19.02.18

„Ein eindringliches Plädoyer für eine Bildungsoffensive, die auf den medienmündigen Bürger zielt.“ Gunther Hartwig, Südwestpresse, 06.03.18

„Pörksen analysiert klug. Ein lesenswertes, anspruchsvolles Buch.“ enorm, 3/4 2018

"Ein sehr kluges und nachdenkliches Buch über die Auswirkungen der digitalen Gesellschaft vor (...) Wer besser verstehen will, wie soziale Medien und Netzdiskurse funktionieren, kommt an diesem Buch, das den Weg von der Medien- zur Empörungsdemokratie nachzeichnet, nicht vorbei.“ Jürgen Nielsen-Sikora, Glanz & Elend. Literatur und Zeitkritik, 09.03.18

"Mit dem Buch ist nicht so ohne weiteres fertig zu werden, führt es doch die Facetten einer 'Empörungsdemokratie' ohne Umschweife vor. Eine bittere Bestandsaufnahme. Dennoch der Appell, die Gesellschaft möge zur Besinnung kommen." Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 22.06.18

"Ein lesenswertes Sachbuch, das den 'kommunikativen Klimawandel' unserer Zeit treffend beschreibt." Susanne Schnabl, Die Presse, 31.03.18

5 Fragen an …

Bernhard Pörksen

Sie diagnostizieren in unserer Gesellschaft einen Zustand gesteigerter Erregung. Waren wir früher wirklich gelassener – oder gelangte die Gereiztheit einfach nicht so leicht an die Öffentlichkeit?
Ich behaupte: Vernetzung verstört, weil die Gesamtgeistesverfassung der Menschheit auf einmal in den eigenen Kommunikationsradius hinein rückt und wir in neuartiger Unmittelbarkeit und Direktheit mit den unterschiedlichsten Bildern konfrontiert sind. Banales, Berührendes, Bestialisches – alles wird sofort sichtbar. Eben dieses barrierefreie Öffentlichwerden ist der entscheidende Treibstoff, der die große Gereiztheit provoziert.

Wann wurde Ihnen zum ersten Mal bewusst, in welchem Maße das Netz unsere Welt verändert, die Machtverhältnisse neu sortiert?
Das lässt sich präzise datieren. Pfingsten 2010 schrieb ein Student der Medienwissenschaft, damals Hilfskraft in meiner Abteilung, an viele Zeitungen und Nachrichtenagenturen eine Mail, fasste über Twitter nach, publizierte Blogbeiträge. Worum ging es? Die Medien hätten, so meinte er, ein einigermaßen skandalöses Radiointerview des Bundespräsidenten Horst Köhler übersehen; hier rechtfertige dieser – grundgesetzwidrig – Wirtschaftskriege. Wir alle wissen: die Skandalisierung hatte Erfolg. Und bei mir in der Abteilung tauchten plötzlich Journalisten auf, die einen Studenten und Blogger suchten, von dem es hieß, er habe den Bundespräsidenten gestürzt. Das ist natürlich Unsinn. Netzwerkeeffekte lassen sich nicht personalisieren. Aber die Verschiebung der Machtverhältnisse ist mir an diesem Fall drastisch-dramatisch deutlich geworden. Auf einmal erreichten mich die Ausläufer einer Medienrevolution direkt im Büro.

Brauchen wir schärfere Gesetz gegen Lüge und Hetze?
Nein, aber geltendes Recht muss umgesetzt werden. Und ganz generell: Mir missfällt die antiliberale Verengung auf juristische Fragen, die sich gegenwärtig in den Debatten über Hass und Propaganda beobachten lässt. Das Gesetz ist nur die letzte Möglichkeit, wenn ethisch-moralische Maßstäbe versagen. Nötig ist ein Wertegerüst für das öffentliche Sprechen. Mein Vorschlag: Da jeder heute jeder zum Sender geworden ist, sollte nun auch jeder lernen, als sein eigener Redakteur zu handeln, sich die Frage vorlegen: Was ist glaubwürdige, relevante, veröffentlichungsreife Information? Kurz und knapp: Wir müssen von der digitalen zur redaktionellen Gesellschaft werden. Das ist eine gewaltige Bildungsaufgabe.

Wie schützen Sie sich davor, selbst in gereizte Stimmung zu geraten?
Meine Meditation ist die Lektüre, das Sich-Versenken in Texte. Ich merke: wenn ich ein paar Tage nicht lese, dann fehlt etwas. Die Erfahrung der tiefen Konzentration.

Mal ehrlich: Sehnen Sie sich manchmal nach analogen Zeiten zurück?
Zum Glück nur in ganz schwachen Momenten. Denn Nostalgie offenbart doch eigentlich nur die eigene Phantasiearmut und Denkfaulheit im Blick auf die Gegenwart. Und in der Summe gilt: Die Tatsache, dass heute jeder eine Stimme hat, ist eine grandios gute Nachricht. Aber nun gilt es, den Zugewinn an Freiheit durch ein Mehr an Verantwortung einzuhegen.

Termine

Bernhard Pörksen: "Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Erregung". Im Rahmen der Esslinger Literaturtage LesART. Moderation: Oliver Stortz | Zur Veranstaltungs-Website

Esslingen
Druckhaus, Bechtle Verlag & Druck,
Zeppelinstraße 116,
73730 Esslingen

Bernhard Pörksen: "Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Erregung"

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Schwörsaal,
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88212 Ravensburg

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