Der Zoo der Anderen

Der Zoo der Anderen

Jan Mohnhaupt

Wettrüsten der Berliner Zoos: Auf einzigartige Weise lässt Jan Mohnhaupt in seinem Buch erstmals ihre gemeinsame Geschichte aufleben.

Als sich der Kalte Krieg auf seinem Höhepunkt befindet, nimmt auch das Wettrüsten im geteilten Berlin bizarre Formen an: West-Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt besorgt dem Zoodirektor Heinz-Georg Klös neue Elefanten, damit der seinem Rivalen, dem Ost-Berliner Tierparkdirektor Heinrich Dathe, weiterhin die Stirn bieten kann. Denn wer mehr Elefanten besitzt, hat eine Schlacht gewonnen. Ob Brillenbär-Spende durch die Stasi, Schlagzeilen wie „Westesel gegen Ostschwein“ oder der Schlagabtausch der beiden charakterstarken Direktoren Heinrich Dathe und Heinz-Georg Klös – die beiden Berliner Zoos verraten vieles über das geteilte Deutschland. Mit großer Sympathie für Tier und Mensch erzählt Jan Mohnhaupt in seinem Buch erstmals ihre gemeinsame Geschichte.


Über den Autor

Jan Mohnhaupt

Jan Mohnhaupt

Jan Mohnhaupt wurde 1983 im Ruhrgebiet geboren. Er ist als freier Journalist und Autor für verschiedene Magazine und Zeitungen wie „Spiegel Online“, „Zeit Online“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ tätig. ...

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Der Zoo der Anderen

Presse

"Ein Buch nicht nur für Tierpark-Enthusiasten, sondern ein Buch, das in scheinbar kleinen Geschichten ein ganzes Stück großer Geschichte der deutschen Nachkriegszeit erzählt." Klaus Walther, Lesart, 3/2017

"Jan Mohnhaupt erzählt , perfekt recherchiert, eine andere Geschichte des geteilten Deutschlands - sie ist oft lehrreich und immer tierisch lustig." Stern, 17.08.17

"Großartig". P.M. Juli 2017

"Mit amüsanten Anekdoten entwirft Jan Mohnhaupt das Portrait zweier Parks, die vom Ost-West-Streit auch profitiert haben. … Ein tierischer Blick auf das geteilte Berlin.“ Peter Twiehaus, ZDF Morgenmagazin, 20.06.17

"Mohnhaupt schreibt von all dem nicht nüchtern, er verfällt aber auch keiner Seite gegenüber in einen (bisweilen verführerisch naheliegenden) hämischen Ton. In Klös erkennt er einen machtbewussten Mann, der den Zoo aus schweren Zeiten herausmanövrierte. Dathe würdigt er als den vielleicht bedeutendsten deutschen Zoologen des 20. Jahrhunderts, der er trotz seiner schändlichen Absetzung im Jahr 1990 bleiben wird.“ Christian Baron, neues deutschland, 28.03.17

"Ein amüsanter Geschichtsband. Wie der Kalte Krieg in Berlin mit tierischem Ernst betrieben wurde, zeigt 'Der Zoo der Anderen'. Jan Mohnhaupt beschreibt mit vergnüglichen Details den Kampf zwischen Ost- und Westberlin um die Herzen der Tierfreunde." Uwe Klussmann, Spiegel Classic, 1/17

"Nashornhaus und ein improvisiertes Elefantengehege als Bühne für die Weltpolitik? So ungewöhnlich diese Perspektive erscheint, so nachvollziehbar und unterhaltsam vermittelt sie der freie Journalist Jan Mohnhaupt.“ Katrin Blawat, Süddeutsche Zeitung, 02.03.17

"Eine wirklich gelungene Reise in die Geschichte der geteilten Stadt Berlin und des geteilten Deutschland. ... Das alles ist sehr schön, unaufgeregt und mit viel Liebe zum Detail erzählt, ohne dass Jan Mohnhaupt den gesellschaftlichen Horizont aus den Augen verliert. Die absurde Verquickung von Tieren und Politik in einer geteilten Stadt, in einem geteilten Land, wird großartig dargestellt.“ Bettina Baltschev, MDR Kultur, 28.02.17

"Dem Autor Jan Mohnhaupt (…) ist mit "Der Zoo der Anderen" ein vergnüglicher und zugleich tiefgründiger Blick hinter die Kulissen deutscher Zoos der Nachkriegszeit gelungen." Stefan Maas, Deutschlandfunk "Andruck", 27.02.17

"Eine krallenscharf kundige, zugleich anschmiegsam andere Zeitgeschichte vom Zweiten Weltkrieg bis zur Wende.“ Marc Reichwein, Welt am Sonntag, 26.02.17

„Eine heitere und verblüffende Recherche, die den Zoo als politischen Ort zeigt.“ Cornelia Zetsche, BR 2 "Diwan", 25.02.17

„Manchmal kommt einfach alles Gute zusammen: ein überraschendes Thema, ein versierter Schreiber und ein mutiger Verlag. Dann entsteht so etwas wie ‚Der Zoo der Anderen‘. (...) Ein Füllhorn an Anekdoten und zugleich ein kluges, nachdenkliches und anrührendes Buch.“ Sven Stillich, ZEIT Wissen, März/April 2017

"Elefantenpopulation aufstocken, besondere Tierarten bei Staatsbesuchen ordern - nur um die jeweilige Konkurrenz im tierischen Wettrüsten auszustechen. 'Der Zoo der Anderen' von Jan Monhaupt klingt nach einem amüsanten Roman, ist aber die wahre Geschichte der Berliner Zoos in den 60er Jahren. (...) Er hat Fakten zusammengetragen, die die Grundlage für amüsante Anekdoten bieten und uns viel über die deutsch-deutsche Geschichte verraten." Jenny Gärtner, DRadio Wissen, 19.02.17

„Was für eine Geschichte!“ ARD „ttt“, 05.02.17

"Ein spannendes Lesebuch. Ein politisch-stadtgeschichtliches Werk. Und vor allem ist es eines, das ein leidenschaftlicher Kenner von Tierparks, Zoologischen Gärten und der Tiergärtnerei nach intensiver Recherche verfasst hat. (...) Mit Jan Mohnhaupt über Zoos zu reden, bereichert. Ihn zu lesen, macht Spaß.“ Annette Kögel, Der Tagesspiegel, 19.01.17

5 Fragen an …

Jan Mohnhaupt

Herr Mohnhaupt, in Ihrem Buch geht es um die beiden Berliner Zoos und deren „Wettrüsten” während des Kalten Krieges. Die große Geschichte von BRD und DDR anhand von Zootieren zu erzählen, wie kamen Sie auf diese Idee?
Ich habe vor rund zwei Jahren eine Reportage zum 60. Jubiläum des Tierparks geschrieben und bei der Recherche gemerkt, wie sehr die beiden Zoos sich während der Teilung in ihrem Wetteifer angestachelt haben. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto größer wurde es.

Heinrich Dathe und Heinz-Georg Klös, die beiden charakterstarken Direktoren von Tierpark und Zoo, lieferten sich regelmäßige Schlagabtäusche. Um welche Fragen ging es dabei?
Es ging ihnen nicht um politische Erfolge, aber sie haben versucht, die Politiker vor ihren Karren zu spannen, um Vorteile für ihren Zoo herauszuholen. Beiden ging es dabei ums Prestige – also wer mehr Elefanten oder die selteneren Arten hat.

Der Tierpark war nicht nur ein Ort, an dem man die Überlegenheit des eigenen Systems zelebrierte, er wurde auch zum Ausgangspunkt für zahlreiche Fluchtgeschichten. Wie kam es dazu?
Seit den Fünfzigern war er der zentrale Umschlagplatz für Tiertransporte zwischen Westeuropa und dem Ostblock. Fast täglich kamen Tiere an oder wurden weiterverschickt – beste Möglichkeiten für Fluchtversuche.

Gab es eine politische Begegnung in Zoo oder Tierpark, die Sie besonders beeindruckt hat?
Dathe versuchte jahrelang, ein Café auf einer Anhöhe am Rande des Tierparks zu errichten. Dagegen hatte allerdings die Stasi etwas, deren Bezirksverwaltung gleich nebenan lag. Die Beamten wollten nicht, dass die Tierpark-Besucher sie beobachteten und auf sie herabschauten. Die Stasi wusste, dass sich Dathe nie von seinem Ziel abbringen lassen würde, aber auch, wie schleppend Bauvorhaben in der DDR vorangingen. Selbst wenn Dathe sich irgendwann mal durchsetzen würde, hieß es sinngemäß in IM-Berichten, würden noch mindestens zehn Jahre vergehen, bis das Café fertig sei. Ferne Zukunftsmusik also, um die man sich noch nicht zu kümmern brauche. Dass die Stasi die Schwerfälligkeit des Staates nicht nur hinnahm, sondern quasi zur Stärke erklärte, hat schon eine gewisse Komik.

Was änderte der Mauerfall an der Bedeutung der beiden Zoos in Berlin?
Auf einmal waren beide nicht mehr nur Symbole für ihre jeweilige Stadthälfte, sondern direkte Konkurrenten im Kampf um Geld und Besucher. Zudem verloren sie durch die Wiedervereinigung auch weitgehend ihre einstige politische Bedeutung. In erster Linie waren sie nun wieder nur noch Freizeiteinrichtungen.

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Jan Mohnhaupt: "Der Zoo der Anderen. Als die Stasi ihr Herz für Brillenbären entdeckte & Helmut Schmidt mit Pandas nachrüstete." | Zur Veranstaltungs-Website

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