Der Klügere lädt nach
Castle Freeman

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Details zum Buch
Roman
  • Erscheinungsdatum: 29.01.2018
  • 208 Seiten
  • Nagel & Kimche
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-312-01058-5
  • Deutschland: 19,00 €
  • Österreich: 19,60 €


Sheriff Lucian Wings Erfolgsgeheimnis ist die Geduld. Doch nun hat seine Frau ihn rausgeworfen, und der neue Vorsitzende hält von Geduld nicht viel. Als sich in der Gegend einige kuriose Unfälle ereignen, bei denen junge Rowdys zu Schaden kommen, will der Vorsitzende die Fälle geklärt haben. Der Sheriff muss das Problem auf eine ganz neue Art lösen. Gefährlich sind nämlich nicht nur die bösen Jungs, sondern auch diejenigen, die die Gesetze selbst in die Hand nehmen … Auch in seinem dritten Thriller erzählt Castle Freeman mit trockenem Humor und meisterhafter Verdichtung und zeigt uns die USA von einer anderen Seite.

Castle Freeman

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Castle Freeman wurde 1944 in San Antonio, Texas, geboren. In Chicago aufgewachsen, studierte er an der Columbia University. Heute lebt er in Vermont und arbeitet als Korrektor, Redakteur, Lektor und Autor für eine Vielzahl von ...

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Presse

„Freeman erzählt mit lakonischem Witz von organisiertem Verbrechen oder Selbstjustiz und fängt ganz nebenbei das alltägliche Leben auf dem Land ein.“ Frank Rumpel, SWR 2, 04.02.2018

„Castle Freeman ist ein lakonischer und packender Erzähler. Die witzigen Dialoge seiner Sonderlinge sitzen. Und Wing als Ich-Erzähler überzeugt.“ Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 11.02.2018

„Wing ist ein zweiter John Wayne, wortkarg, stoisch und listig. […] Die Dialoge: lässig und cool. Die Handlung: wie aus einem Film der Coen-Brüder.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung, 07.02.2018

"Castle Freeman läuft mit seinem dritten Roman aus dem Vermonter Kosmos erneut zu literarischer Hochform auf." Franziska Meister, WOZ Die Wochenzeitung, 22.02.2018

„Macht viel Spass und zeigt Freeman erneut als Grossmeister des Dialogs.“ Wolfgang Bortlik, 20 Minuten, 04.02.2018

"Das Buch ist gut und spannend zu lesen, mit viel Witz." Georg Patzer, Stuttgarter Zeitung, 12.02.2018

5 Fragen an …

Castle Freeman

Herr Freeman, Ihre Romane sind von rauen Hinterwäldlern bevölkert. Der Autor scheint sie zu mögen, aber er scheint sich auch gelegentlich über sie lustig zu machen und von ihnen genervt zu sein. Was davon stimmt?
Das stimmt alles. Die Grundidee meines Buches besteht in dieser kleinen, isolierten ländlichen Gemeinschaft, wie eine Familie ist mit all ihren Vor- und Nachteilen. Man liebt die Mitglieder seiner Familie, Brüder, Schwestern, Eltern. Aber sie verfügen auch über die einzigartige Fähigkeit, einen in den Wahnsinn zu treiben. Umkehrt genauso. In meiner Geschichte werden die Spannungen in der Gemeinschaft vor allem für Humoreffekte verwendet, aber ich hoffe, dass auch ein gewisser emotional unterfütterter Realismus erkennbar ist. Ich versuche, den Lesern ein Erleben dessen zu vermitteln, wie das Leben in einer solchen Gemeinschaft aussieht, wie es sich anfühlt und – nicht zuletzt – wie es aussieht: die sozialen Strukturen, die Wirtschaft, die Geschichte und so weiter.

In Ihrem neuen Sheriff-Roman gibt es eine Reihe von Wendungen, die eher derb und von schwarzem Humor sind. Sheriff Wing ist nicht so selbstbestimmt, wie er in seinen vorherigen Geschichten zu sein schien. Oder war das Irreführung – war seine Theorie der Geduld eher eine Ausrede für seine Passivität, und nun kommt die Wahrheit ans Licht?
Das ist sicherlich ein viel düstereres Buch als sein Vorgänger Auf die sanfte Tour, aber es war nicht meine Absicht, die Leser an der Echtheit von Sheriff Wings entspannter Arbeitsmoral zweifeln zu lassen. Es ist vielmehr mein Versuch, eine andere Art von Buch zu schreiben. Als Autor will ich immer wieder etwas ausprobieren, von dem ich nicht im vorneherein weiss, dass es mir gelingen wird. Nur so kann man besser werden, oder?
Der andere Blick auf Sheriff Wing soll ihn außerdem zu einer vollständigen, komplexen Figur machen. Menschen sind ja auch nicht aus einem Guss, sondern vielfältig, widersprüchlich und verdreht. Wirkliche Menschen sind so, und so ist auch der erfundene Sheriff.

Reden wir von „gutem Sheriff-sein“. Man kann die Bösen nicht aufhalten, man kann nur hinter ihnen aufräumen – das war Sheriff Wingates Grundsatz. Ohne die Handlung vorwegzunehmen – das scheint sich geändert zu haben. Liegt das auch an der aktuellen politischen Situation?
Ich finde, Wingates Grundsatz gilt immer noch, aber in dieser Geschichte ist die Gewalt, die Sheriff Wing und seine Kollegen bedroht, so massiv, dass sie extreme Maßnahmen erfordert. Maßnahmen, die sehr viel weitergehen als nur aufzuräumen. Die Art dieser Bedrohung gehört zur satirischen Seite des Romans.
In den ländlichen Städtchen von Vermont (und vermutlich auch an vielen anderen Orten) gibt es oft einen leidigen und erbitterten Kampf zwischen den Leuten, die ihr ganzes Leben dort verbracht haben und seit Generationen ansässig sind, und den Zugezogenen. Diese haben oft das Gefühl, dass das Städtchen, in das sie da gezogen sind, nicht von gewählten oder erkennbar zuständigen Beamten regiert wird, sondern von einer Art Clique aus Einheimischen oder Alteingesessenen. Die Geschichte soll ein bisschen mit dem Gegensatz von Alteingesessenen und Zugezogenen spielen, indem sie ihn überzeichnet. Und die Figuren reagieren darauf.

Sehen Sie die Charaktere und Gemeinschaften dieser kleinen Vermont-Städte als ein mentales und kollektives Porträt der Ostküste? Denken Sie beim Schreiben überhaupt so – etwas Typisches oder Strukturelles einfangen – oder beschreiben Sie einfach, was Sie beobachten?
Es ist eher das Porträt. Ich bin kein Reporter oder Soziologe. Ich meine, ich bin hauptsächlich ein Humorist, der sich für Erzählstil interessiert: Wie wird die Geschichte erzählt? Wie sind ihre Geschwindigkeiten? Wie werden Informationen vermittelt? Was wird ausformuliert und was bleibt indirekt? Aus welchen Quellen schöpft der Humor?

Beim Lesen Ihrer Romane befällt einen der starke Wunsch, in diese Gegend zu reisen, in diesen Bergen und Wäldern herumzuwandern, vor Ort in einer Kneipe einen Kaffee zu trinken. Das liegt an Ihrer Art, mit einer sehr starken und klaren Linie zu zeichnen. Fühlen Sie das selbst – ist das die Zuneigung zu Ihren Figuren und der Landschaft oder ist das einfach eine schwer zu greifende Begabung, Dinge zum Leben zu erwecken?
Ich mag die Leute sehr, die ich erfinde. (Trotzdem sind Sie frei erfunden und nicht wirklichen Menschen nachgebildet.) Irgendwie sind sie wie imaginäre Freunde, wie man sie vielleicht als Kind einmal hatte. Ich bin mir sicher, dass eine solche Zuneigung viel zur Lebendigkeit und zum Charme des Ganzen beiträgt und lebendigere Schilderungen erlaubt als mit weniger Zuneigung.
Und an die Leser, die vorbeikommen und in den Wäldern herumwandern wollen: Würde mich freuen! Kommt rüber! Der Kaffee geht auf mich.

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