Akzente
Zeitschrift für Literatur, herausgegeben von Michael Krüger
Die AKZENTE gibt es seit 1954. Sie ist eine der typischen Nachkriegsgründungen, als Zeitschriften noch eine sehr wichtige Funktion innerhalb einer Gesellschaft hatten, die mit der Literatur und durch die Literatur sich orientieren wollte. Und zwar nicht deshalb, weil nicht auch damals bereits genügend Bücher zu kaufen gab, sondern weil nach dem nationalsozialistischen Furor das Konzept von Bildung, von literarischer Erziehung und utopischem Material neu bedacht werden mußte. Es ging als nicht so sehr darum, einer bestimmten Richtung, einer Schule ein Forum zu verschaffen, sondern vielmehr darum, die Erkenntnispotentiale der Literatur nach der Periode der Zensur zu fördern. Ein Nebenaspekt war, daß natürlich die Literatur mit einbezogen werden sollte, die seit ‘‘33 Deutschland verlassen mußte. Es war auch die Zeit, da Hans Magnus Enzensberger begann, das Museum der modernen Poesie zu formulieren, also den Versuch zu machen, die Avantgarden zu sammeln, um ihren Formenkanon auszustellen. In den seither vergangenen mehr als vierzig Jahren hat sich die Zeitschrift natürlich geändert, weil sich die Gesellschaft und die literarischen Ansprüche der Gesellschaft geändert haben. So kann man heute vielleicht sagen, daß die Zeitschrift viel esoterischer geworden ist, in dem sie an dem ursprünglichen Konzept festhält, die Sprache der modernen Poesie, wie sie international gesprochen wird, zu dokumentieren.
Die Zeitschrift wird seit ihrer Gründung im Carl Hanser Verlag herausgegeben. Früher hieß sie Zeitschrift für Dichtung, heute heißt sie Zeitschrift für Literatur. Außerdem wurde das Format ein wenig verändert. Das sind aber mehr oder weniger alle Änderungen, die sie seit Gründung durchlaufen hat. Die Zeitschrift erscheint seit Beginn im Carl Hanser Verlag, der sich seinerseits zu einem führenden Verlag für internationale Literatur entwickelt hat. Die Auflage war in den besten Jahren doppelt so groß wie heute, wo sie noch 3.500 Exemplare erreicht. Sie erscheint alle zwei Monate und wird seit zwanzig Jahren von Michael Krüger herausgegeben. Da die Zeitschrift keine Gewinne abwirft, muß sie vom Verlag unterstützt werden, der in ihr eine bestimmte Form von Kontinuität sieht und sie so lange halten wird, wie es ökonomisch vertretbar ist. Der größte Teil der Leserschaft besteht aus Bibliotheken und freien Abonnenten, außerdem wird sie in wenigen Buchhandlungen geführt. Insgesamt muß gesagt werden, daß die literarischen und intellektuellen Zeitschriften in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren an Bedeutung eingebüßt haben. Waren sie noch bis in die sechziger Jahre ein wichtiges Kommunikationsmittel, so sind sie heute dazu verdammt, Spezialisten zu informieren. Wenn man bedenkt, daß zum Beispiel die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG heute jeden Tag sechs bis acht Seiten dem Feuilleton vorbehalten hat, dann kann man ermessen, wieviel literarische Informationen von Zeitschriften auf Zeitungen übergegangen sind. Es ist anzunehmen, daß im nächsten Jahrhundert Literaturzeitschriften entweder staatlich gefördert werden oder aber gar nicht existieren werden.
Akzente 3 / 10: Philippe Jaccottet Christoph / Meckel
Mit diesem Heft gratulieren wir zwei Dichtern, die seit vielen Jahren in den AKZENTEN präsent sind: Philippe Jaccottet, am 30. Juni 1925 in Moudon/Schweiz, und Christoph Meckel, am 12. Juni 1935 in Berlin geboren. Die AKZENTE bringen ein Dossier über Philippe Jaccottet und neue Gedichte und Prosa von Christoph Meckel. Mehr über dieses Buch
Akzente 2 / 10: Abbas Kiarostami
Durs Grünbein: Geologie plus Anatomie. Gedichte · Abbas Kiarostami: Ein Wolf auf der Lauer · Wolfram Schütte: Diskrete Botschaften eines zärtlichen Liebhabers der Welt. Die Haikus des iranischen Filmregisseurs Abbas Kiarostami · Margret Boysen: Wörter, die uns bei der Hand nehmen wie Disteln. Gedichte u.a. Mehr über dieses Buch
Akzente 1 / 10: Walter Kappacher
Walter Kappacher: Notizen und Fundstücke · Battiann Rogers: Urströme und Urwälder. Gedichte · Jürgen Brôcan: Pattiann Rogers. Schreiben als reziproke Schöpfung · Edwin Frank: Gedichte · Adam Zagajewski: Angelsächsische Biographien · Nora Bossong: Gedichte · Katarina Frostenson: Gedichte · u.a. Mehr über dieses Buch
Akzente 6 / 09: Friedhelm Kemp
Friedhelm Kemp: Schwierige Freundschaft. Hofmannsthal und Borchardt · Wolfgang Matz: Friedhelm Kemp zum 95. Geburtstag · Yves Bonnefoy: Sie verließen den Garten. Eine Variante · Yves Bonnefoy: Eine andere Variante · Hans-Martin Gauger: Was ist eine Übersetzung? · u.a. Mehr über dieses Buch
Akzente 5 / 09: Mahmud Darwish
Milan Ðordevic: Das zwanzigste Jahrhundert. Gedichte · Alida Bremer: Farben in der Wüste. Die Poesie von Milan Ðordevic · Mahmud Darwish: Gedichte · Angelika Neuwirth: Vexierbilder. Mahmud Darwish zwischen hebräischem und arabischem Literaturkanon · u.a. Mehr über dieses Buch
Akzente 4 / 09: Ulrike Almut Sandig
Chris Wallace-Crabbe: Von Etwas ein Teil. Gedichte · Gert Reifarth: Über Chris Wallace-Crabbe · Kay Ryan: Gedichte · Uda Strätling: Das doppelte Schaben von nichts an fast nichts. Über Kay Ryan u.a. Mehr über dieses Buch