Walter Kappacher erhält den Georg Büchner-Preis 2009
Der siebzigjährige österreichische Schriftsteller Walter Kappacher erhält für sein erzählerisches Lebenswerk den mit 40.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis. Das hat die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am Ende ihrer Frühjahrstagung in Berlin entschieden.
In einzelgängerischer Konsequenz hat Walter Kappacher über Jahrzehnte hinweg ein höchst beachtliches, lange viel zu wenig beachtetes Œuvre geschaffen. Erst seit dem Roman “Selina” (2005) wird er wirklich wahrgenommen. Seine leise, musikalische Prosa voll melancholischer Unerbittlichkeit – stets traurig, nie trostlos – klärt uns über uns selbst auf. Dieser poetische Realist unserer Tage, der bei vollkommener Gegenwärtigkeit an die große Erzähltradition anknüpft, erzeugt einen “Sog der Stille”.
Der Preis wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 31. Oktober 2009 in Darmstadt verliehen.
Walter Kappacher: Selina
Stefan, Lehrer, nimmt das Angebot Heinrich Seifferts - den er im Jahr zuvor in Arezzo kennen gelernt hat - an, sein altes abgelegenes Bauernhaus in der Toskana zu bewohnen. Der Leser erlebt, wie Stefan sich das Haus und die Umgebung bewohnbar macht, wie er bekannt wird mit den Menschen im Dorf, wie er Heinrich besucht, der seine Nichte Selina aus Deutschland erwartet. Mehr über dieses Buch