Rüdiger Safranski erhält den Paul-Watzlawick-Ehrenring

Rüdiger Safranski, Autor von richtungsweisenden Biographien über Nietzsche, Heidegger und Schiller sowie Verfasser des wohl bedeutendsten aktuellen Werkes über die deutsche Romantik, erhält den Paul-Watzlawick-Ehrenring der Ärztekammer für Wien des Jahres 2010.

Die Jury unter Vorsitz von Erhard Busek hatte sich einstimmig für Safranski ausgesprochen. “Keiner hat so deutlich wie er das Bild der Romantik, des Genies und des deutschen Idealismus so einleuchtend neu interpretiert wie Safranski: bestechend in der Argumentation und beeindruckend in der literarischen Ausformulierung”, betonte Busek, stellvertretend für die Jury. Annemarie Gruber, ebenfalls Jurorin, ergänzt dazu: “Er beschreibt, erklärt und analysiert, ohne zu werten oder zu verurteilen. Das können nur wenige. Sein Versuch über das Böse gehört für mich zum Besten, das in der deutschen Philosophie der Nachkriegszeit geschrieben wurde.”

Safranski hat vor Kurzem erst ein aufsehenerregendes Buch über die Freundschaft zwischen Schiller und Goethe herausgegeben, nachdem er schon vorher mit seinen Nietzsche- und Schiller-Biographien sowie einer Studie über Heidegger für Aufsehen und hohe Auflagen gesorgt hat.

Safranski, 1945 geboren, studierte unter anderem bei Theodor W. Adorno in Frankfurt und an der Freien Universität Berlin. Heute ist er unter anderem auch Moderator des “Philosophischen Quartettes” im ZDF und gesuchter Vortragender und Kommentator.

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring zählt zu den renommiertesten wissenschaftlichen Awards in Österreich und ist eine Hommage an den großen österreichischen Psychoanalytiker und Kommunikationswissenschaftler.

“Für die Wiener Ärztekammer” so deren Präsident Walter Dorner, “ist der Paul-Watzlawick-Ehrenring mehr als nur ein Preis. Es ist ein Bekenntnis der Ärzteschaft zu Humanismus und Dialog, zum Brückenschlag zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Rüdiger Safranski versteht es, wie kaum ein anderer komplexe philosophische und gedankengeschichtliche Phänomene zu erklären und zu deuten, wie ein guter Arzt, der aus Kenntnis und Empathie heraus richtige Diagnosen stellt.”

Die bisherigen Watzlawick-Ehrenringträger sind der in den USA lehrende österreichische Soziologe und Kommunikationswissenschafter Peter L. Berger sowie die Kulturwissenschafterin und Max-Planck-Preisträgerin Aleida Assmann.

Safranski wird den Ehrenring am 11. Mai 2010 im Kuppelsaal der TU Wien in Empfang nehmen und aus diesem Anlass auch eine “Wiener Vorlesung” zum Thema “Zeit und Entschleunigung” halten.

Quelle: Pressemitteilung Ärztekammer für Wien, 10. Februar 2010

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www.watzlawickehrenring.at