Claudio Magris erhält den Friedenspreis 2009

Zum Auftakt der Buchtage Berlin 2009 in Berlin hat der Vorsteher des Börsenvereins, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, bekannt gegeben, dass der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels den italienischen Schriftsteller Claudio Magris zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt hat. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: “Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2009 Claudio Magris und ehrt damit den italienischen Literaturwissenschaftler, Essayisten und Romancier, der sich wie kaum ein anderer mit dem Problem des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt hat. In zahlreichen Werken erzählt er von der Vielfalt der Systeme und Sprachen Mitteleuropas, von Eigentümlichkeiten und Gegensätzen. Erzählendes und Reflektierendes, Faktisches und Fiktionales verbindet Claudio Magris in seiner ganz eigenen literarischen Weise und hebt dabei hervor, wie kreativ die Verschiedenheit sein kann, wenn sie denn in ihrer Eigenart geachtet und beachtet wird. Dies führt zu einem Verständnis, das ihn zu einem streitbaren Gegner von Ausgrenzung und kulturellem Dominanzdenken gemacht hat. Claudio Magris tritt für ein Europa ein, das nicht allein unter ökonomischen Gesichtspunkten sein Selbstverständnis erreicht, sondern seine geschichtliche und kulturelle Tradition und Vielfalt bedenkt und darauf beharrt. Es ist das Verständnis eines Humanismus des Einzelnen, der von der mitteleuropäischen Kulturtradition abgeleitet ist und wird dem gerecht, was Claudio Magris ‘‘unser ironisches Gefühl für das Vielfältige’‘ nennt.”

Die Verleihung fand während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 18. Oktober 2009, in der Paulskirche statt.

Interview mit Claudio Magris im Journal der Deutschen Welle

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Links

Weitere Informationen zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels finden Sie unter

www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de