Jens Christian Grøndahl

Schweigen im Oktober

Roman – übersetzt aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle
Erscheinungsdatum: 06.09.1999
Fester Einband, 328 Seiten

Preis: 19.90 € (D) / 36.00 sFR (CH) / 20.50 € (A)

ISBN 978-3-552-04940-6
Zsolnay

Auf einmal ist sie weg, Astrid, seine Frau, mit der er seit vielen Jahren verheiratet ist und eine erwachsene Tochter hat. Wohin, wieso, ob nur für ein paar Wochen oder für immer - er hat es versäumt, sie danach zu fragen. In dieser Situation hält der Mann in der Mitte seines Lebens Rückschau - so selbstkritisch und sensibel, wie das einem alten Vorurteil zufolge nur Frauen tun. Entstanden ist dabei ein lebendiger Generationsroman und ein facettenreiches Bild moderner Beziehungsformen. Mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen erzählt Grøndahl die Liebesgeschichte eines verheirateten Paares am Ende der 90er Jahre: Wie müsste es aussehen, wenn es das gäbe, das vollkommene Glück?

"Mehr als 300 Seiten Grübelei und Introspektion: keine verlockende Vorstellung. Der dänische, hier noch unbekannte Autor hat viel gewagt (nämlich Öde und Langweile) und noch mehr gewonnen: das Lebensgefühl einer ganzen Generation in Literatur zu verwandeln, ohne auf abstrakte philosophische Kategorien, psychologische Gemeinplätze oder sonstige ausgelutschte Weisheiten angewiesen zu sein. (...) Die Intelligenz des Helden macht ebensoviel Vergnügen, wie seine Verunsicherung Anteilnahme erweckt. Und natürlich bedingt das eine das andere. Immerhin schenkt Grøndahl seinem Helden und den Lesern die Hoffnung, 'dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist'. Aber wenn Astrid zurückkehrt, werden weder sie noch ihr Mann dieselben sein wie vorher. Und auch der Leser ist nicht mehr ganz derselbe. Zumindest schaut er genauer hin und macht sich weniger vor." Martin Ebel, Neue Zürcher Zeitung, 15./16.01.2000



"Jens Christian Grøndahl lässt seinen verlassenen Kunsthistoriker auf eine derart psychologisch subtile Art und Weise über seine Beziehungserfahrungen meditieren, dass man als Leser kaum eine Chance hat, sich dem Sog dieser Erinnerungsarbeit zu entziehen. (...) 'Schweigen im Oktober' ist nicht nur ein überaus intensives Buch über die Unwägbarkeit menschlicher Beziehungen. Es erzählt auch in suggestiver Diktion von den Bodenlosigkeiten der Wahrnehmung und der Erinnerung. Und obwohl alles Erleben in Grøndahls Roman ähnlich wie bei Marcel Proust erinnert, rekonstruiert und reflektiert ist, erzielt der Autor eine Unmittelbarkeit und Realitätsnähe, die man in der Programmatisch theoriefernen und bauchdiktierten Erzählliteratur der ausgehenden neunziger Jahre oft vergeblich sucht." Klaus Böldl, Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999

"Mit großer sprachlicher Präzision und psychologischem Scharfsinn hat Grøndahl sich eines Themas angenommen, das so faszinierend ist wie eh und je - die Midlife-Crisis." Der Spiegel, 11.10.1999

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