Marie Darrieussecq

Gespenster sehen

Roman – übersetzt aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Frank Heibert
Erscheinungsdatum: 16.08.1999
Fester Einband, 160 Seiten

Preis: 14,90 € (D) / UVP 21,90 sFR (CH) / 15,40 € (A)

ISBN 978-3-446-19647-6
Hanser Verlag

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»Eines Tages ist mein Mann verschwunden. Er ist von der Arbeit nach Hause gekommen, hat seine Aktentasche an die Wand gestellt und mich gefragt, ob ich Brot gekauft hätte.« Die Ich-Erzählerin kann es nicht glauben. Vielleicht ist ihr Mann aufgehalten worden, vielleicht will er ihr einen Streich spielen oder ihre Liebe auf die Probe stellen? Sie sucht das ganze Viertel nach ihm ab, fährt in die Krankenhäuser und ins Leichenschauhaus, telefoniert mit Freunden und Eltern und benachrichtigt schließlich die Polizei. Erst allmählich stellt sich die Gewißheit ein: Er ist ohne Nachricht auf und davon. Aber wie soll sie dieses Sich-in-Luft-Auflösen begreifen? Gab es Hinweise auf sein Verschwinden, die sie übersehen hat? Sie beobachtet die Reaktionen ihres Körpers. Warum ändert sich auf einmal alles: das Echo der Geräusche, das Aussehen der Stadt, die Gestalt der vertrautesten Gegenstände?
Wie in ihrem vielgerühmten Erstling erzählt Marie Darrieussecq auch in ihrem neuen Roman von einer Grenzerfahrung der Intimität. Und es gelingen ihr dabei ganz neue intensive, komische und verstörende Bilder. Sie versetzt uns so behutsam und genau in die Perspektive der verlassenen jungen Frau, daß auch wir Leser am Ende Gespenster sehen.

Printausgaben

E-Books

"Der Text ist ein sprachliches Kunst- und Wunderwerk, das man mit gesteigertem Vergnügen mehrmals lesen kann." (...) ein Werk, das an funkelnder Intelligenz und Eleganz in der deutschen Gegenwartsliteratur seinesgleichen sucht.
Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.1999

Miniatur-Literatur heißt der neue Trend aus Frankreich. Darrieussecq hat ihn perfektioniert: kurz und gut. (Die Woche, 15.10.99)

Darrieussecq hat diese winzige Auflösungsszenarien in aufregender Weise sprachlich umgesetzt; ihre Schreibweise ist virtuos und gehört zum Originellsten, was derzeit aus Frankreich zu uns gelangt. (Thomas Laux, NZZ, 05.10.99)

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