Jacques Chessex

Ein Jude als Exempel

Roman – übersetzt aus dem Französischen von Grete Osterwald
Erscheinungsdatum: 08.03.2010
Fester Einband, 96 Seiten

Preis: 12.90 € (D) / 19.90 sFR (CH) / 13.30 € (A)

ISBN 978-3-312-00440-9
Nagel & Kimche

Im April 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, wird in dem Dorf Payerne in der Schweiz ein Viehhändler grausam ermordet: Die kleine Gruppe lokaler Nazis findet unter den Verlierern und Zukurzgekommenen regen Zulauf, ihre fanatischen Anführer fordern eine Tat als Fanal, damit die Bevölkerung merkt, woher der Wind der Zukunft weht. Ein Toter muss her, ein Jude, der Berner Familienvater Arthur Bloch kommt gerade recht. Das Buch führte in der französischen Presse zu einer ungeheuren Reaktion und ist nach "Der Vampir von Ropraz" Chessex' nächster aufsehenerregender Roman einer wahren Geschichte.

"Sein strenges, die Fakten und die Zeitstimmung grandios verdichtendes Buch hat in seiner Heimat Empörung ausgelöst, denn es spricht mit Zorn und Schmerz nicht nur von einer Mordtat, sondern auch von einer ‚in Selbstgefälligkeit und Schweineschmalz konservierten' Gesellschaft, die geschehen ließ, was geschah. Ein beklemmend düsterer, dichter Roman." Der Spiegel, 08.04.10

"Jacques Chessex hat sich an das schreckliche Ereignis aus seiner Kindheit erinnert. Präzise und mit Bedacht dokumentiert sein Roman den Tathergang des Verbrechens und beeindruckt durch distanzierte, aber dennoch dichte Erzählweise." Stern, 10.06.10

"Das Werk ist Beschwörung, Fluch, Bittgesang mindestens ebenso sehr wie Roman oder Erzählung. Grete Osterwald hat dieses seltene Gattungsgemisch präzis und ausdrucksstark übersetzt." Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 18.06.10

"Chessex findet eine Sprache für diese Ungeheuerlichkeit; auch gibt er dem ideologischen Hintergrund der Geschichte Gewicht. Trotz seiner emotionellen Nähe zum Stoff rückt er den Figuren nicht zu nahe, hält sie aber auch nicht auf Distanz. Er denkt sich hinein, ohne hineinzuschlüpfen, und lässt uns so teilhaben an dieser von einem Wahn geprägten Welt, der in die Katastrophe führte. In Payerne wie anderswo." Marco Guetg, Aargauer Zeitung, 15.03.10

"Es ist müßig, nach Gründen zu suchen, warum diese erbärmliche Geschichte, die den Menschen weit über Payerne hinaus bekannt war, fast sechzig Jahre auf einen Autor wie Chessex warten musste, um endlich angemessen erzählt zu werden. Ohne ihn wäre sie womöglich um viele, auch grausame Facetten ärmer. Chessex schlüpft nicht in die Haut der Figuren, für die er kein Verständnis aufbringt, dem Horror der Tat aber entzieht er sich nicht durch Distanz. Dadurch macht er es auch uns unmöglich, dem Wahn zu entfliehen, der hier entfesselt wurde." Alain Claude Sulzer, Rheinischer Merkur, 25.03.10

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